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Nachricht vom 04.07.2026    

Nicole nörgelt...über NICHT gelebten Hitzeschutz

Von Nicole

KOLUMNE | Es ist Sommer und es ist heiß, dieses Mal war es sehr lange sehr heiß. Aber wenn man mal realistisch nachdenkt, müsste auch dem Dümmsten inzwischen klar sein, dass diese Hitzewellen keine einmal vorkommende Ausnahme mehr sind. Sie werden häufiger, heißer und länger.

(Symbolfoto)

KOLUMNE! Aber haben wir aus den vergangenen Hitzewellen irgendetwas gelernt? Ganz offensichtlich nicht, denn sonst hätte die Hitzewelle der vorigen Woche dieses Land nicht mit dieser Wucht getroffen, mit der sie über die Menschen hinweg gerollt ist und zahlreiche Todesopfer gefordert hat.

Hitzeschutz? Fehlanzeige
Während unsere Politiker und andere Menschen in Führungspositionen in ihren klimatisierten Sitzungssälen und Büro sitzen und grandiose Hitzeschutzkonzepte entwickeln, deren Umsetzung in der Realität gar nicht machbar sind, fallen alte und kranke Menschen in ihren Wohnungen vor Hitzeerschöpfung um und sämtliche Rettungskräfte laufen am absoluten Limit. Übrigens ohne ausreichenden Schutz gegen die Hitze. Ja, der Arbeitgeber soll ausreichend Wasser zur Verfügung stellen, aber was nützt die kostenlose Flasche Wasser, die unterwegs brühwarm wird, wenn nicht mehr genug Personal da ist, das der Belastung standhalten kann?

Da kommen völlig überhitzte und erschöpfte Rettungskräfte zu überhitzten Patienten, die sie dann in überhitzten Autos in überhitzte Krankenhäuser zu völlig überhitztem und erschöpftem Pflegepersonal bringen. Zu oft das Wort "überhitzt" in einem Satz? Sorry, aber das war die Realität.

Und jetzt raten Sie mal, wie es in den Krankenhäusern und Pflegeheimen war? Richtig – unerträglich heiß, weil die Gebäude Glasfronten haben und keine Klimatisierung. Also durften die von der Hitze erschöpften Menschen in den Zimmern bei Temperaturen über 30 Grad weiter schwitzen, statt sich zu erholen.

Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungsdienst, Pflegekräfte, die Müllabfuhr, die Postboten, die Bademeister und viele andere mehr mussten in diesen Tagen mehr als einmal über ihre Belastungsgrenze hinaus gehen, aber wer erwartet hätte, dass sich die Verwaltung mal bei diesen Leuten sehen lässt, um sich zu erkundigen, wie es ihnen geht, der hatte wohl zu viel erwartet. Liebe Leute, Wertschätzung sieht anders aus.

Klimaanlage? Wofür denn?
Was ist in diesem Land eigentlich nicht bei den Verantwortlichen angekommen? Da werden jedes Jahr von den Politikern neue Rettungs- und Feuerwachen, Schulen und Pflegeheime in großen Feierstunden eingeweiht, aber für die Klimaanlage in den Gebäuden war wohl bei der Planung kein Geld da. Naja, warum auch? Die Büros der Abgeordneten und die Verwaltungen sind ja schließlich klimatisiert.




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Da werden immer mehr Flächen in den Städten versiegelt, so dass die Hitze nicht mehr abziehen kann, fossile Brennstoffe werden munter weiter verfeuert und sorgen für eine immer schnellere Erwärmung unserer Atmosphäre. Aber sorry, Klimawandel gibt’s ja nicht.

Hauptsache, für die arbeitende Bevölkerung wird über immer späteren Renteneintritt diskutiert, weil die Kassen, in die diese Menschen seit Jahrzehnten einzahlen, für alles Mögliche geplündert wurden und dieses Land es sich gar nicht leisten kann, dass diese Menschen in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Liebe Politiker, vielleicht denken Sie mal an die Menschen, die dieses Land auch in solchen Zeiten am Laufen halten und bis an ihre absolute Belastungsgrenze gehen mussten, um Menschenleben zu retten, statt das durch die Steuern und Abgaben erwirtschaftete Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu schmeißen und sich immer mehr Restriktionen zu überlegen, mit denen man die arbeitende Mittelschicht noch weiter auspressen kann. Vielleicht setzen Sie in der nächsten Hitzewelle einfach mal alle arbeitsfähigen Grundsicherungsempfänger zur Unterstützung ein. Denn wer vom Staat finanziert wird, kann ja auch ruhig mal eine Gegenleistung erbringen.

In diesem Sinne, lassen wir die nächste Hitzewelle, die so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird, anrollen und versuchen, einfach wieder irgendwie zu überleben. In der Konsequenz könnte es aber sein, dass noch mehr Menschen in den Berufen, die für unsere Obrigkeit nicht bedeutend genug für durchdachten Hitzeschutz sind, irgendwann die Flinte ins Korn werfen.

Ihre Nicole

Was ist eine satirische Kolumne?
Die satirische Kolumne ist ein regelmäßig erscheinender Meinungsbeitrag, der unter einem festen Namen und mit einer unverwechselbaren, persönlichen Handschrift wechselnde – meist aktuelle – Themen aufgreift. Sie gibt ausdrücklich die subjektive, oft satirisch zugespitzte Sicht der Autorin wieder und erhebt bewusst keinen Anspruch auf ausgewogene Berichterstattung. „Nicole" ist dabei eine fiktive Kunstfigur, durch die gesellschaftliche Themen pointiert kommentiert werden.


Mehr dazu:   Nicole nörgelt  
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