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Pressemitteilung vom 08.07.2026    

Experten im Einsatz gegen tödliche Erreger: Wie das Kompetenzzentrum hochpathogene Infektionen bekämpft

In Zeiten, in denen die Angst vor gefährlichen Krankheiten wächst, stehen Experten des Kompetenzzentrums für hochpathogene Infektionserreger bereit, um den Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern zur Seite zu stehen. Ihre Arbeit ist entscheidend, wenn es darum geht, die Verbreitung von Erregern wie Ebola oder dem Hantavirus zu verhindern.

(Foto: Hannes P. Albert/dpa)

Frankfurt. Christian Kleine und Regina Ellwanger Berry vom Kompetenzzentrum für hochpathogene Infektionserreger bleiben ruhig, während sie über die tödlichsten Krankheiten der Welt sprechen. "Die unspezifische Angst", die viele vor Erregern wie Ebola oder Hantavirus haben, teilen die beiden Ärzte nicht. Ihr Einsatz erfolgt, wenn bei einer Krankheit Verdacht besteht und andere lieber Abstand halten. Das Zentrum unterstützt vertraglich geregelt die Gesundheitsbehörden in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Peter Tinnemann, betont: "Wir beraten als Fachexperten, haben intensivmedizinische Expertise an der Universitätsklinik Frankfurt und trainieren sowie schulen Leute." Laut Infektionsschutzgesetz ist immer das örtliche Gesundheitsamt zuständig, doch oft fehlt dort die Erfahrung mit solchen Fällen.

Ein Beispiel für ihren Einsatz war ein Vorfall in Eindhoven, Niederlande. Auf einer Kreuzfahrt hatten sich Passagiere mit dem südamerikanischen Andes-Typ des Hantavirus infiziert. Deutsche Kontaktpersonen wurden nach Deutschland gebracht. "Der Vorteil war, dass wir hier in dieser Struktur alle erforderlichen Kompetenzen bündeln konnten", erklärt Ellwanger Berry. Die Transportkapazitäten der Branddirektion und die Expertise des Gesundheitsamtes waren entscheidend.




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Aktuell beschäftigt auch der Ebola-Ausbruch in Zentralafrika das Kompetenzzentrum. "Erreger wie Ebola machen vielen Menschen große Angst", sagt Kleine. Oft kommen Anrufe mit Verdachtsfällen, die jedoch meist auf Malaria zurückzuführen sind - eine viel häufigere Erkrankung, die sofort behandelt werden muss.

Die Arbeit der Ärzte ist oft unspektakulär und besteht aus telefonischer Beratung. "Fälle, die zu tatsächlichen Einsätzen führen, sind besonders die, wo jemand verstorben ist", erklärt Ellwanger Berry. Dann müssen Blutproben genommen werden.

"High-consequence infectious diseases" (HCID) nennen die Experten Krankheiten, die durch hochpathogene Erreger ausgelöst werden. Diese Ereignisse sind selten, aber mit massiven Auswirkungen verbunden. "Bei den meisten HCID handelt es sich um Zoonosen", erläutert die Ärztin. Die Übertragung vom Tier auf den Menschen nimmt zu, weil Menschen zunehmend in Lebensräume von Tieren eindringen.

Am Kompetenzzentrum arbeiten sie mit seltenen Erregern, von denen viele noch nie gehört haben. "Man muss sich einfach richtig schützen vor dem Erreger", sagt Kleine. Angst ist dabei fehl am Platz: "Wir haben zwar Respekt vor dem Erreger, aber wir wissen uns zu schützen." (dpa/bearbeitet durch Red)


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