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Pressemitteilung vom 08.07.2026    

Universität Siegen erhält Förderung für KI und Kinderbuchprojekte

Die Universität Siegen erhält eine Förderung für zwei innovative Lehrprojekte. Im Mittelpunkt stehen der verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz sowie die verständliche Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte für Kinder. Beide Vorhaben werden über zwei Jahre unterstützt.

Symbolbild. (KI-generiert)

Siegen. Die Universität Siegen gehört zu den Hochschulen, deren Projekte im Förderprogramm "Freiraum 2026" der Stiftung Innovation in der Hochschullehre ausgewählt wurden. Gefördert werden die Projekte "KI gestütztes Informatikstudium der Zukunft" von Dr. Andreas Hoffmann sowie "BücherBrücken: Studierende übersetzen Wissenschaft" von Dr. Tobias Leßner. Beide Vorhaben erhalten über einen Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 450.000 Euro.

Nach Angaben der Universität unterstreicht die Förderung die Bedeutung innovativer Lehrkonzepte. Gleichzeitig sollen aktuelle Themen praxisnah aufgegriffen und Studierende auf neue Anforderungen im Studium und Berufsleben vorbereitet werden.

Wissenschaft für Kinder verständlich machen
Das Projekt "BücherBrücken: Studierende übersetzen Wissenschaft" richtet sich an Studierende des Grundschullehramts. Im Rahmen eines Seminars entwickeln sie gemeinsam ein Kinderbuch, das wissenschaftliche Erkenntnisse zur Demokratiebildung in der Grundschule altersgerecht aufbereitet.

Dafür übertragen die Studierenden Inhalte aus wissenschaftlichen Fachtexten in Bilderbücher oder Comics. Ziel ist es, Forschung so verständlich darzustellen, dass sie im Schulalltag genutzt werden kann. Gleichzeitig erwerben die angehenden Lehrkräfte wichtige Kompetenzen für ihre spätere Berufspraxis. Sie lernen, Unterrichtsmaterialien selbst zu entwickeln und an die Bedürfnisse ihrer Klassen anzupassen.

Begleitet werden die Teilnehmer von einer professionellen Illustratorin. Sie vermittelt Grundlagen des Visual Storytelling und unterstützt die gestalterische Umsetzung. Die entstandenen Kapitel werden anschließend gemeinsam mit Grundschulkindern in Workshops erprobt. Die Rückmeldungen der Kinder fließen in die Überarbeitung der Inhalte ein. Dadurch verbinden sich wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen.

Nach Abschluss des Projekts sollen das Kinderbuch und ergänzende Materialien als frei verfügbare Bildungsressourcen veröffentlicht werden. Das Konzept ist nach Angaben der Universität auch auf andere Themenbereiche und Schulformen übertragbar.



Reflektierter Umgang mit Künstlicher Intelligenz
Das zweite geförderte Projekt beschäftigt sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Informatikstudium. Hintergrund ist die zunehmende Nutzung generativer KI beim Programmieren. Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen besteht die Gefahr, dass erzeugter Programmcode ungeprüft übernommen, Fehler übersehen oder grundlegende Kenntnisse vernachlässigt werden.

Das Projekt verfolgt deshalb das Ziel, den Umgang mit KI bewusst und verantwortungsvoll zu vermitteln. Anstelle eines generellen Verbots oder einer uneingeschränkten Nutzung sollen Studierende lernen, die Möglichkeiten und Grenzen der Technik richtig einzuordnen.

Unter dem Leitgedanken "Von Studierenden für Studierende" entwickeln Informatikstudierende und Lehramtsstudierende gemeinsam neue Lehrmaterialien und Aufgaben. Inhaltlich geht es unter anderem um gutes Prompting, das Erkennen und Beheben von Fehlern in KI generiertem Code sowie um fundierte Rückmeldungen zu programmierten Lösungen.

Neue Lehrformate im Praxistest
Ergänzt wird das Konzept durch ein KI gestütztes Tutorensystem. Dieses soll automatisiert Rückmeldungen zu Aufgaben geben und insbesondere große Lerngruppen unterstützen. Die neuen Lehrformate werden in unterschiedlichen Lehrveranstaltungen erprobt und wissenschaftlich ausgewertet. Ziel ist ein praxistaugliches Konzept, das künftig auch anderen Hochschulen als Orientierung dienen kann.

Das Förderprogramm "Freiraum 2026" der Stiftung Innovation in der Hochschullehre unterstützt bundesweit insgesamt 143 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 46 Millionen Euro. Die Mittel werden von Bund und Ländern bereitgestellt. Für die Auswahl waren unter anderem das Innovationspotenzial der Konzepte sowie die aktive Beteiligung von Studierenden entscheidend. (PM/bearbeitet durch Red)


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