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Nachricht vom 10.07.2026    

Rheinland-Pfalz winkt Gesundheits-Sparpaket des Bundes durch und erntet heftige Kritik

In Rheinland-Pfalz regt sich massiver Widerstand gegen das kürzlich verabschiedete Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung. Sowohl die Krankenhausgesellschaft als auch die Kassenärztliche Vereinigung und Hausärzte äußern scharfe Kritik. Die Gewerkschaft Verdi spricht gar von einem drohenden "Todesstoß" für viele Kliniken.

Hausärzte. (Foto: Tom Weller/dpa)

Mainz. Die Bundesländer haben das umstrittene Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung im Bundesrat passieren lassen – auch mit der Enthaltung von Rheinland-Pfalz bei der Frage der Anrufung des Vermittlungsausschusses, wie die Staatskanzlei verlauten ließ. Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) betonte nach der Abstimmung: "Reformen sind selten bequem – gerade im Gesundheitswesen wissen wir seit Jahren, dass die bestehenden Strukturen unter enormem Druck stehen und nicht länger tragfähig sind." Er fügte hinzu: "Es ist daher wichtig, dass wir nun ins Handeln kommen, um die Beitragssätze langfristig zu stabilisieren."

Ist das Gesundheitssystem gefährdet?
Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sieht hingegen den Erfolg der Krankenhausreform gefährdet. Die Krankenhausgesellschaft fordert ein Nothilfeprogramm zur finanziellen Stabilisierung der Kliniken, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Hoch erklärte: "Die gesetzliche Krankenversicherung braucht eine nachhaltige finanzielle Stabilisierung und an der Notwendigkeit von Reformen besteht kein Zweifel." Doch bemängelt er, dass Einsparungen vor echten Strukturveränderungen stünden und so den Erfolg der Krankenhausreform erschweren. "Das nun verabschiedete Gesetz droht, die medizinische Versorgung im Land erheblich zu erschweren", so Hoch.

Leistungen für Psychotherapie gestrichen
Ein besonders schwieriger Punkt bleibt laut Hoch die Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung. "Eine gute psychotherapeutische Versorgung ist kein Luxus, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung." Auch die Kassenärztliche Vereinigung kritisiert die Streichung von Regelungen, die bislang die Besonderheiten psychotherapeutischer Leistungen geschützt haben.



Kliniken unter finanziellem Druck
Verdi-Landesbezirksleiterin Marion Paul warnte: "Neben all den Fürchterlichkeiten in der GKV-Reform der Bundesregierung trifft der massiv verstärkte finanzielle Druck auf die Krankenhäuser uns in Rheinland-Pfalz besonders hart." Sie sieht die Reform als Todesstoß für viele Kliniken.

Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Andreas Wermter, kritisierte die geplanten Kürzungen als existenzbedrohend. "Den Kliniken in Rheinland-Pfalz werden allein im Jahr 2027 mindestens 250 Millionen Euro an Einnahmen entzogen. Bis 2030 wird die Kürzung der Einnahmen mindestens 500 Millionen Euro betragen." Er rechnet vor, dass dies einen Abbau von rund 3.000 Vollzeitkräften bedeuten könnte. Vor allem im Westerwald wird angesichts der jüngsten Insolvenz-Ereignisse und der damit verbundenen drohenden Unterversorgung sensibel reagiert.

Hausärzte am Limit
Auch der Landesverband der Hausärzte sprach von einem "rabenschwarzen Tag für unsere Patientinnen und Patienten". Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) riskiere die hausärztliche Vor-Ort-Versorgung und nehme in Kauf, ihre eigene Reform gegen die Wand zu fahren, so die Kritik des Verbands. Die Folgen seien spürbar für alle 3,5 Millionen gesetzlich Versicherten in Rheinland-Pfalz. (dpa/bearbeitet durch Red)


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