Top-Seniorenleichtathlet Friedhelm Adorf fährt mit gemischten Gefühlen zur DM
Für Top-Seniorenleichtathlet Friedhelm Adorf geht die Freiluft-Saison mit ihren offiziellen Meisterschaften zu Ende. Er peilt weitere Titelgewinne bei den deutschen Titelkämpfen in der Klasse M 80 in Mönchengladbach an. Wird die Konkurrenz über 100, 200 und 400 Meter jeweils das Nachsehen haben?
Heupelzen/Mönchengladbach. Mit weiteren Deutschen Meisterschaften will Top-Seniorenleichtathlet Friedhelm Adorf (Heupelzen) die Freiluft-Saison 2026 der offiziellen Titelkämpfe beenden. Beim DM Masters in Mönchengladbach geht der 82-Jährige am Wochenende (17. bis 19. Juli) als Starter der LG Rhein-Wied/ASG Altenkirchen in die Rennen über 100, 200 und 400 Meter der Klasse M 80 und möchte seiner bereits riesigen Medaillenausbeute auf nationaler Ebene weiteres Edelmetall hinzufügen. Zu Buche stehen nämlich bereits 32 Erfolge. Dazu gesellen sich noch 20 zweite und achte dritte Ränge. Die Teilnahme am Saisonhöhepunkt, der WM im südkoreanischen Daegu (22. August bis 3. September), hatte Adorf nach Beratungen im „Familienrat“ schweren Herzens abgesagt und als Grund unter anderem die aktuelle politische Weltlage angeführt. So wird er in den kommenden Wochen wohl nur noch bei Sportfesten antreten, ehe die Vorbereitungen auf die Wettkämpfe unterm Hallendach beginnen. Höhepunkt nach der Indoor-DM in Frankfurt am ersten März-Wochenende des kommenden Jahres werden die interkontinentalen Meisterschaften im US-amerikanischen Bundesstaat Florida sein. Die Stadt Gainesville (Alachua County) ist vom 18. bis 26. März 2027 erneut Gastgeber für die Weltelite der Altersklassen-Aktiven, so wie sie es bereits im März 2025 war.
Zu lange gefaulenzt?
Ganz so euphorisch wie in den Jahren zuvor tritt Adorf diesmal eine Reise zu einem Wettbewerb nicht an. Er fühle sich „weniger gut“ in Form und habe „nichts drauf“, meinte er kurz vor der Fahrt nach Mönchengladbach und nannte für die „Misere“ einen einfachen Grund: „So lange zu faulenzen tut mir nicht gut“, spielte Adorf auf die ausgiebige Urlaubswohnmobiltour durch Irland im Frühjahr an, während der er „wenig gemacht“ habe, „ich verspreche mir ganz, ganz wenig“, beschrieb Adorf lapidar die Aussichten auf Erfolge am Niederrhein. Im Anschluss an die DM geht es noch an die niederländische Nordsee-Küste, wo seine ehemalige Verlobte (und heutige Gemahlin) Eleonore und er einen Teil der Familie treffen werden. Dass das Feuer des Siegeswillens dennoch auf kleiner Flamme weiterhin lodert, machte sein Blick voraus auf das Jahr 2028 deutlich, in dem er national am 1. Januar und international am 26. September (einen Tag nach seinem Geburtstag) in die Klasse M 85 aufsteigt und dann einmal einen Weltrekord in einem Einzelrennen (“und nicht mit der Staffel“) aufstellen möchte.
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Siege stellten nicht ganz zufrieden
Mit der Generalprobe bei den Südwestdeutschen Meisterschaften in Bad Ems vor wenigen Tagen war Adorf schon nicht ganz zufrieden. Zwar standen unter dem Strich drei Siege (100 Meter in 16,48 Sekunden, 200 Meter in 38,48 Sekunden und 400 Meter in 88,92 Sekunden), doch fühlte er sich bei hochsommerlichen Temperaturen noch wie im Irland-Urlaub. „Ich war froh, dass ich nicht 100 Prozent meiner Leistung abrufen musste, denn aufgrund des Trainingsrückstandes waren meine Muskeln noch nicht für Spitzenleistungen bereit“, resümierte er den Ausflug an die Lahn und hoffte, dass „mir in Mönchengladbach mehr Leitungspotenzial zur Verfügung steht“. Mit den Zeiten, die Adorf innerhalb von etwas mehr als drei Stunden verbuchte, werde sich kein weiterer deutscher Titel gewinnen lassen. (vh)
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