Nicole nörgelt...über verspekulierte Krankenkassenbeiträge
Von Nicole
KOLUMNE | Seit Ewigkeiten hört man, dass die Krankenkassen kein Geld mehr haben und dass die Beiträge für alle Arbeitenden angehoben werden müssen, um das Finanzloch zu stopfen. Und was muss man dann hören? Dass mindestens 17 Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigungen mehr als 170 Millionen durch riskante Immobilien-Investments verzockt haben. 170 Millionen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
KOLUMNE! 170 Millionen, für die die Beitragszahler und ihre Arbeitgeber jeden Monat hart gearbeitet haben – für etwas, das sie sich ja noch nicht einmal selbst aussuchen können, sondern das ihnen als Pflichtbeitrag auferlegt wird. Und wo sie gleichzeitig fast alle Leistungen, die ihrer Gesunderhaltung und Erhaltung der Arbeitskraft dienen, auch noch selbst bezahlen müssen, denn die eingezahlten Beiträge werden fleißig für die Nicht-Einzahler mitverbraucht.
Verwaltungswasserköpfe
Jetzt ist also bei den Krankenkassen sowieso angeblich schon kein Geld da – was aber niemanden daran hindert, noch mehr Verwaltungsmitarbeiter einzustellen und natürlich auch noch mehr neue, hochmoderne, klimatisierte Büros für Menschen zu bauen, die seit Corona permanent auf ihr Recht auf Homeoffice pochen. Damit wird dann auch der Datenschutz schon wieder sehr fragwürdig, wenn neben dem Mitarbeiter, der sensible Patientenakten bearbeitet, die Kinder spielen, der Besuch klingelt und die Ehefrau durch die Wohnung wirbelt.
Veruntreute Gelder
Und um dem Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, bedienen sich die leitenden Angestellten an den Beiträgen der hart arbeitenden Einzahler, um dann damit in windigen Immobilien- und Aktienfonds zu spekulieren. Und das dann auch noch erfolglos, weil sie – anders kann man es nicht sagen – einfach zu blöd sind, um irgendetwas richtig zu machen. Liebe Leute, das ist kein Kavaliersdelikt und das ist auch kein kleines "Upsi", das dort passiert ist – das ist schlicht und einfach Veruntreuung von Geldern und somit in höchstem Maße kriminell. Da sollte mal ein Beitragszahler mit seinen Zahlungen im Rückstand sein, da hört der Spaß aber ganz schnell auf und es wird mit Kündigung des Versicherungsschutzes und dem Gerichtsvollzieher gedroht.
Die Frage ist, was jetzt hier passiert, um den entstandenen Schaden wieder gut zu machen. Richtig, nichts. Die Schuldigen werden weder zur Rechenschaft gezogen, noch verlieren sie ihren Job oder ihre Rentenansprüche, noch müssen sie mit ihrem Privatvermögen dafür haften, was sie verspekuliert haben. Sie sitzen munter weiter in ihren klimatisierten Büros und fahren mit dicken Dienstwagen, für die sie den teuren Sprit natürlich nicht selbst bezahlen müssen, durch die Gegend.
Und da wundert sich noch irgendjemand, dass die Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen und keine Leistung für ihr eingezahltes Geld erhalten, gleichzeitig aber sehen müssen, wie ihr hart verdientes Geld sinnlos verprasst und jetzt auch noch verzockt wird, ihr Vertrauen in das System verlieren, beziehungsweise längst verloren haben?
In diesem Sinne, liebe Krankenkassen, seht zu, wo ihr das verlorene Geld wieder herbekommt, aber wagt es ja nicht, die Beiträge dafür zu erhöhen oder noch weitere Leistungen zu kürzen. Vielleicht sollte man in diesem Kontext auch mal die Daseinsberechtigung unzähliger Krankenkassen, die nur unendlich viel Geld in der Verwaltung verbrennen, in Frage stellen.
Ihre Nicole
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Die satirische Kolumne ist ein regelmäßig erscheinender Meinungsbeitrag, der unter einem festen Namen und mit einer unverwechselbaren, persönlichen Handschrift wechselnde – meist aktuelle – Themen aufgreift. Sie gibt ausdrücklich die subjektive, oft satirisch zugespitzte Sicht der Autorin wieder und erhebt bewusst keinen Anspruch auf ausgewogene Berichterstattung. "Nicole" ist dabei eine fiktive Kunstfigur, durch die gesellschaftliche Themen pointiert kommentiert werden.
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Nicole nörgelt
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