Innenminister Schwickert setzt auf Prävention gegen Gewalt an Schulen
Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert (CDU) hat Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt und Bedrohungen an Schulen vorgestellt. Sein Ansatz basiert auf Prävention und der Förderung von Gesprächsbereitschaft sowohl in Schulen als auch bei der Polizei.
Mainz. Werbung für Grundrechte sowie niedrigschwellige Ansprechpartner in den Schulen und bei der Polizei: Mit diesen Mitteln will Achim Schwickert, der neue Innenminister von Rheinland-Pfalz, gegen Gewalt an Schulen vorgehen. "Wir müssen da sein und gegebenenfalls auch an Schulen gehen, auch mit Polizei. Wir haben da ja auch Beamte, die in der Prävention aktiv sind." Eine Lösung ausschließlich durch große Polizeiaufgebote sieht Schwickert kritisch: "Es kann nicht das Ziel sein, dass wir die Lösung darin sehen, dass wir mit großen Polizeiaufgeboten regelmäßig und innerhalb von fünf Minuten am Schulhof aufkreuzen, um dann einen Jugendlichen mitzunehmen, den wir dann nachmittags von den Eltern wieder abholen lassen müssen, die dann aber in vielen Fällen gar nicht kommen."
Schüler dürfen nicht schleichend Opfer werden, betonte Schwickert. Oft werde das wahre Ausmaß eines Problems erst sichtbar, wenn eine Situation bereits eskaliert sei. Es stelle sich dann heraus, dass einzelne Schülerinnen und Schüler über längere Zeit unter Druck gesetzt oder eingeschüchtert worden seien, ohne sich jemandem anzuvertrauen. Viele trauten sich nicht, darüber zu sprechen, fühlten sich allein und glaubten, sie seien die Einzigen, denen so etwas passiere. Das verschaffe den Tätern zusätzlichen Rückhalt. "Und irgendwann eskaliert die Situation. Dann müssen wir eingreifen. Unser Ziel muss aber sein, dass es gar nicht erst so weit kommt."
Junge Menschen müssen sich trauen zu reden, so Schwickert weiter. Viele Lehrkräfte seien stark belastet und erreichten die Eltern besonders auffälliger Schülerinnen und Schüler häufig nicht. In Schulkonferenzen werde deshalb oft darüber beraten, diese vom Unterricht auszuschließen. "Wenn die Betroffenen aber ohnehin kaum noch am Unterricht teilnehmen, löst ein Ausschluss das Problem nicht, sondern verschärft es unter Umständen sogar", sagte Schwickert. Zudem laufe vieles eben nicht auf dem Schulhof, sondern davor. "Wir brauchen für diese jungen Menschen - wenn es im Elternhaus nicht funktioniert - Strukturen, in denen sie sich trauen, zu reden." Diese Strukturen müssten sowohl in den Schulen als auch bei der Polizei vorhanden sein. (dpa/bearbeitet durch Red)
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