Mehr als heißer Dampf: Vapes vom Nischenprodukt zur Gerätevielfalt
Lange Zeit wurden Vapes vor allem mit klassischen E-Zigaretten in Verbindung gebracht. Inzwischen hat sich der Markt deutlich ausdifferenziert. Neben einfachen Einwegmodellen finden sich wiederaufladbare Systeme, Pod-Geräte, Tanksysteme und spezielle Verdampfer für unterschiedliche Materialien. Auch die Einsatzbereiche sind vielfältiger geworden.
Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur im Sortiment, sondern auch im Alltag. Vapes sind heute in vielen europäischen Ländern deutlich verbreiteter als noch vor wenigen Jahren und im öffentlichen Raum entsprechend häufiger sichtbar. Gleichzeitig unterscheiden sich Verbreitung, rechtliche Vorgaben und bevorzugte Gerätetypen teils deutlich. Hinzu kommen technische Neuerungen, die Bauweise, Bedienung und Funktionsumfang in den vergangenen Jahren verändert haben.
Von der E-Zigarette zur Gerätefamilie
Die Geschichte moderner Vapes begann mit elektronischen Zigaretten, die ursprünglich als Alternative zur klassischen Tabakzigarette entwickelt wurden. Die ersten Modelle orientierten sich optisch häufig am Erscheinungsbild einer Zigarette und Akkulaufzeit, Dampfentwicklung und Bedienkomfort waren noch begrenzt, weshalb viele Hersteller ihre Geräte in den folgenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelten. Während frühe Modelle möglichst unauffällig wirken sollten, entwickelte sich später eine breite Auswahl an kompakten, modularen oder besonders leistungsstarken Systemen.
Heute bezeichnet der Begriff Vaper für verschiedene Verdampfersysteme, die sich hinsichtlich Aufbau, Leistung unddaher keine einzelne Produktart mehr. Vielmehr handelt es sich um eine Sammelbezeichnung Verwendungszweck deutlich unterscheiden können. Dazu zählen unter anderem klassische E-Zigaretten, Pod-Systeme, Tanksysteme, Einweggeräte sowie spezialisierte Verdampfer für unterschiedliche Materialien.
Vapes für unterschiedliche Anwendungen
Ebenso vielfältig wie die Bauformen sind heute die Einsatzbereiche moderner Verdampfer. Welche Geräte verwendet werden, hängt in erster Linie davon ab, welches Material verdampft werden soll. Am weitesten verbreitet sind Geräte für nikotinhaltige Liquids. Dabei wird eine Flüssigkeit erhitzt, die anschließend als Aerosol inhaliert wird. Daneben existieren Modelle für nikotinfreie Liquids, die nach demselben technischen Prinzip arbeiten, jedoch ohne zugesetztes Nikotin auskommen.
Eine weitere Gruppe bilden Kräutervaporizer. Anders als Liquid-Systeme erhitzen sie getrocknetes Pflanzenmaterial, ohne es zu verbrennen. Die Geräte erreichen dabei definierte Temperaturen, bei denen Inhaltsstoffe verdampfen, während eine klassische Verbrennung ausbleibt. Dadurch unterscheidet sich ihre Funktionsweise deutlich von herkömmlichen E-Zigaretten.
Hinzu kommen Verdampfer für Cannabisprodukte. Je nach nationaler Gesetzeslage werden dafür entweder getrocknete Blüten oder Konzentrate verwendet. Für Extrakte kommen häufig kompakte Kartuschensysteme zum Einsatz, die vielfach als THC Vape Pen erhältlich sind. Neben diesen Systemen existieren auch Verdampfer, die speziell für Cannabisblüten ausgelegt sind.
Die unterschiedlichen Anwendungsbereiche machen deutlich, dass sich Vapes längst nicht mehr auf eine einzige Produktgruppe reduzieren lassen. Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Gerätekonzepte zum Einsatz – ein Merkmal, das den heutigen Vape-Markt stärker prägt als jede einzelne Bauform.
Vapen zwischen Wachstum und Regulierung
Aus dem einstigen Nischenprodukt ist in vielen Ländern ein fester Bestandteil des Marktes für nikotinhaltige und nikotinfreie Verdampfer geworden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation nutzen in der europäischen Region inzwischen mehr als 31 Millionen Erwachsene E-Zigaretten. Die Verbreitung fällt allerdings sehr unterschiedlich aus. Während einige Staaten vergleichsweise hohe Nutzerzahlen verzeichnen, liegen andere deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Auch innerhalb der Europäischen Union zeigen Erhebungen teils erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten.
Auffällig sind zudem die verschiedenen Altersgruppen. In mehreren europäischen Staaten liegt die Nutzung unter Jugendlichen inzwischen über der von Erwachsenen. Diese Entwicklung zählt zu den Gründen, weshalb Regierungen und Gesundheitsbehörden den Markt zunehmend beobachten.
Die rechtlichen Vorgaben entwickeln sich entsprechend weiter. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel bei Einweg-Vapes. Belgien untersagte ihren Verkauf Anfang 2025, Frankreich führte kurz darauf ein entsprechendes Verbot ein. Auch Großbritannien hat den Verkauf von Einweggeräten beendet. Als Gründe werden vor allem Umweltbelastungen durch Elektronikschrott, Fragen des Jugendschutzes sowie der Wunsch nach einer besseren Regulierung des Marktes genannt.
Ein wahrnehmbarer Unterschied
Ob mit Nikotin-Liquids, Kräutern oder anderen Materialien – Vapes arbeiten nach einem anderen Prinzip als klassische Zigaretten. Statt einer Verbrennung entsteht durch das Erhitzen ein Aerosol. Dieser Unterschied macht sich im Alltag häufig bemerkbar. Viele Menschen nehmen den Geruch von Vapes als weniger intensiv wahr als Tabakrauch, zudem verflüchtigt sich das Aerosol in der Regel schneller. Wie stark Geruch und sichtbarer Dampf ausfallen, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem das verwendete Material, die Zusammensetzung von Liquids oder Extrakten, die gewählte Temperatur sowie die Luftzirkulation.
Unabhängig von der Vielfalt der Geräte beschäftigen sich Forschungseinrichtungen und Gesundheitsbehörden weiterhin intensiv mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Vapens. Als gesichert gilt inzwischen, dass Vapes keine gesundheitlich unbedenklichen Produkte sind. Das beim Verdampfen entstehende Aerosol kann – abhängig vom Gerät, der Temperatur und den verwendeten Inhaltsstoffen – gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Studien bringen den regelmäßigen Konsum unter anderem mit Beeinträchtigungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems in Verbindung. Aktuelle Labor- und Tierstudien beschreiben zudem zelluläre Veränderungen und biologische Mechanismen, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht werden. Da sich E-Zigaretten und andere Vapes erst seit vergleichsweise wenigen Jahren in größerem Umfang verbreitet haben, laufen Langzeitstudien am Menschen weiter, um das langfristige Erkrankungsrisiko und mögliche Zusammenhänge mit verschiedenen Erkrankungen belastbar einzuordnen.
Wohin sich der Markt entwickelt
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie dynamisch sich der Vape-Markt verändert. Neue Bauformen, unterschiedliche Einsatzbereiche und sich wandelnde gesetzliche Vorgaben haben zu einer vielfältigen Produktlandschaft geführt, die sich regional zum Teil erheblich unterscheidet. Während einzelne Staaten den Verkauf bestimmter Produkte einschränken oder Einweggeräte aus dem Sortiment nehmen, investieren Hersteller verstärkt in wiederaufladbare Systeme und weiterentwickelte Verdampferkonzepte.
Auch auf europäischer Ebene dürfte sich der regulatorische Rahmen weiter verändern. Die Europäische Union arbeitet an einer Überarbeitung ihrer Vorschriften für Tabak- und verwandte Erzeugnisse, zudem überprüfen mehrere Mitgliedstaaten ihre nationalen Regelungen. Damit bleibt der Markt in Bewegung. Während sich technische Entwicklungen in den vergangenen Jahren oft schneller vollzogen als neue gesetzliche Vorgaben, dürfte die weitere Entwicklung künftig stärker von ihrem Zusammenspiel abhängen. Welche Geräte sich langfristig behaupten, entscheidet sich daher nicht allein an ihrer Technik, sondern ebenso an den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Ergebnissen der laufenden Forschung. (prm)

























