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Nachricht vom 26.08.2026    

Altenkirchen: Spatenstich kündigt Mensa-Neubau an Erich-Kästner-Grundschule an

Der Neubau der Mensa an der Erich-Kästner-Grundschule in Altenkirchen hat nun auch offiziell begonnen, obwohl seit mehreren Wochen schon handwerkliche Aktivitäten auf dem auserkorenen Grundstück zu sehen sind. Der Spatenstich verlieh dem rund 3,6 Millionen Euro ausmachenden Projekt die amtliche Weihe.

Alekärch Schepp, Schepp: Sand flog anstelle von Kamellen beim Spatenstich an der zu bauenden Mensa der Erich-Kästner-Grundschule durch die Luft. (Foto: vh)

Altenkirchen. Es ist ein weiteres, teures Vorhaben, das die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld als Schulträger finanziell zu schultern hat. Sie lässt an der Erich-Kästner-Grundschule in der Kreisstadt eine Mensa für rund 3,6 Millionen Euro (mit einem Zuschuss aus dem Ganztagsförderprogramm des Bundes in Höhe von 953.000 Euro) bauen. Hintergrund ist der in Berlin verfügte Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder, die die Klassen eins bis vier besuchen. Der Spatenstich am frühen Mittwochnachmittag (26. August) markierte den offiziellen Beginn der Umsetzung, zuvor hatte es bereits die ersten Aktivitäten auf dem Grundstück an der Hochstraße, das die Stadt Altenkirchen der VG zur Verfügung gestellt hatte, gegeben. Mittelfristig sind weitere Sanierungen und Verbesserungen des Raumkonzeptes an der ehemaligen katholischen Volksschule vorgesehen. Dabei hat die VG insbesondere die älteren Gebäudeteile an der Siegener Straße mit dem roten Backsteinhaus und dem Verwaltungstrakt im Blick. An der „Kästner“ werden derzeit 350 Jungen und Mädchen in 15 Klassen unterrichtet. Perspektivisch wird davon ausgegangen, dass etwa 150 von ihnen die „betreuende Grundschule“ nutzen werden. Das Angebot umfasst die Früh- und Mittagsbetreuung, rund 20 Schüler können derzeit bis 16 Uhr beaufsichtigt werden. Der Neubau, mit einer Realisierung von rund einem Jahr geplant, ist darüber hinaus eine konkrete Antwort auf den wachsenden Bedarf an einer Ganztagsbetreuung. Er ist so geplant, dass er künftige Entwicklungen mittragen kann, da mit einer möglichen späteren Aufstockung zusätzlicher Raumbedarf ermöglicht wird. Dafür werden im Erdgeschoss die notwendigen Voraussetzungen für ein Treppenhaus, den Einbau eines Aufzugs und entsprechend dimensionierte Toiletten schon jetzt geschaffen. Rektorin Ingrid Loos versprach in ihrer Begrüßung mit einem Augenzwinkern den kommenden „Gästen“ im Speiseraum: „Es wird das beste Mittagessen, das Ihr Euch vorstellen könnt.“ Zudem hatte ein Chor aus Schülern der Klassen 2a und 2c mit den Lehrern Jutta Heuke und Dominik Bruchof (Gitarre) die zahlreichen Gäste mit dem Lied „Jetzt geht’s los“ und einem auf das Ereignis abgewandelten Text willkommen geheißen.

Moralische Verpflichtung
„Wir hatten eine gute Idee umzusetzen, nämlich die des Bundes, einen Ganztagsanspruch für Grundschüler einzurichten. Das ist etwas Gutes, das habe ich in verschiedenen Gremiensitzungen gesagt“, erklärte Fred Jüngerich als Bürgermeister der VG. Wenn man in Kinder und Jugend investiere, könne das nie falsch sein. Es habe nie Diskussionen zur Umsetzung des Projektes an dieser Stelle gegeben. „Es ist nur selbsterklärend, dass die Kinder mittags vernünftig verpflegt werden. Das ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung seitens des Schulträgers, das ist auch eine moralische“, ergänzte Jüngerich und ging kurz auf die Finanzierung ein: „Es bleibt ein nicht unerheblicher Betrag für den Schulträger übrig, der aus der kommunalen Gemeinschaft, sprich den Menschen, die hier leben, aus Realsteuern finanziert werden muss. Ob wir noch etwas vom Land bekommen, wissen wir nicht, das ist momentan noch der Blick in die Wundertüte. Wir lassen uns gerne überraschen.“



"Das Wesentliche sind unsere Kinder"
„Ich glaube, es ist gut, sich in diesen herausfordernden Zeiten darauf zu besinnen, was das eigentlich Wichtige ist. Das Wesentliche sind unsere Kinder. Wir haben den Auftrag, die Welt für unsere Kinder zu erschließen, eine Chance zu geben zur Teilhabe. Und das ist Bildung. Wir müssen Bildung ermöglichen“, merkte Jens Fleck, Schulrat für die Grundschulen im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis, an. Bildung sei der zentrale Auftrag der Schule. Jeder Euro, der in Bildung fließe, sei super. „Wenn aber dann noch der Betrag wirklich sinnvoll, zielgerichtet investiert wird und dann auch auf fruchtbaren Boden trifft, wie das hier auch der Fall ist, dann ist es ein Glücksfall“, betonte er. So lohne es sich, auf die Schule zu hören, „das, liebe Verbandsgemeinde, haben Sie getan. Deswegen stehen wir hier, weil Sie wissen, was die Schule braucht.“ Er könne allen Beteiligten nur gute Nerven wünschen, denn: „Wer als Schulleiter einmal Schulbaumaßnahmen betreut hat, dem kann ich nur stahlharte Nerven wünschen, denn es passiert eigentlich alles, womit man nicht rechnet.“

Grundriss komplett gespiegelt
Die BHP Architekten aus Koblenz hatten vor rund anderthalb Jahren den Auftrag zur Planung bekommen, rekapitulierte deren Geschäftsführer Peter Pesau. Es habe schon erste Ideen, erste Skizzen gegeben. Dank der Unterstützung der Schulleitung und der VG-Bauabteilung sei im weiteren Planungsprozess das Ganze noch einmal geschärft und schließlich sei der komplette Grundriss gespiegelt worden, um das Gebäude der Struktur des Geländes und des Schulalltages anzupassen. „Wir haben ein Raumprogramm bestehend aus zwei Räumen der betreuenden Grundschule, dem Speiseraum als Herzstück, der Zentralküche und natürlich weiteren Nebenräumen, was man so braucht“, ging Pesau ins Detail, „wir wollen ein Gebäude im Sinne der nachhaltigen Nutzung schaffen. Letztendlich ist es nachhaltig, wenn ich ein Gebäude so konzipiere, das in Zukunft einer flexiblen Nutzung unterliegt.“ So können die beiden Räume für die Betreuung und der Speisesaal dank mobiler Zwischenwände zu einem großen Raum von rund 240 Quadratmetern „zusammenwachsen“. Das Gebäude sei auch vor dem Hintergrund der energetischen Beschaffenheiten als sehr nachhaltig zu beurteilen. (vh)


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