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Nachricht vom 28.08.2026    

Modernisierte und erweiterte Kläranlage Mehrbachtal wurde eingeweiht

Großer Bahnhof zur Eröffnung der erweiterten und modernisierten Kläranlage Mehrbachtal: Selbst die rheinland-pfälzische Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, Christine Schneider, überzeugte sich von dem Großprojekt in der Nähe von Mehren, das unter dem Strich rund 13 Millionen Euro kostete.

Bei der offiziellen Einweihung wurde auch dieser Plan der Kläranlage Mehrbachtal enthüllt. (Foto: vh)

Hirz-Maulsbach/Altenkirchen. Gut Ding will Weile haben: Rund achteinhalb Jahre waren erforderlich, um ein wichtiges Vorhaben der Abwasserwirtschaft innerhalb der Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld zu realisieren. Mit der Einweihung der erweiterten und modernisierten Kläranlage Mehrbachtal (Inbetriebnahme im Jahr 2000) in der Nähe der Ortsgemeinde Mehren am späten Freitagvormittag (28. August) wurde ein Strich und das Projekt gezogen, das seit Januar 2018 geplant und gebaut worden war. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Reinigungseinheit während des laufenden Betriebs zu vergrößern und parallel die bisherigen Einzugsgebiete der Anlagen Hasselbach und Mehrbachtal zusammenzuführen. Zudem wurden die Teichkläranlage in Hasselbach zu einem Regenrückhaltebecken (es bleiben noch wenige Restarbeiten) mit einem Fassungsvermögen von 3500 Kubikmetern umgebaut, eine neue Pumpstation in der Nähe des Sportplatzes in Mehren errichtet und der Verbindungssammler zwischen Hasselbach und Mehren auf einer Länge von 400 Metern ausgedehnt. Weitere neue Bauwerke und Anlagen zur Ableitung und Behandlung des Abwassers nahmen den Betrieb auf. Die Gesamtinvestitionskosten beliefen sich auf rund 13 Millionen Euro, rund sieben Millionen Euro (60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten) schoss das Land zu. Damit zählt die Verwirklichung zu den größten Einzelmaßnahmen der drittgrößten VG im Land, die vor knapp einem Jahr das neue Hallenbad auf der Altenkirchener Glockenspitze für einen Betrag von rund 21 Millionen Euro seiner Bestimmung übergeben hatte. Der idyllisch gelegene Komplex auf dem Gebiet von Niedermaulsbach, dem Ortsteil von Hirz-Maulsbach, an der überaus maroden Kreisstraße 24 ist für eine Kapazität von 7850 Einwohnerwerten (ehemals 2900 EW) ausgelegt und verfügt über moderne Technik für eine leistungsfähige und zukunftssichere Abwasserreinigung. Durch die Zusammenlegung der Einzugsgebiete steht einer effizienten Abwasserbehandlung langfristig nichts mehr im Wege. Sie trägt zum Schutz des Mehrbachs (Vorflut) und der umliegenden Gewässer bei.

Abwasserbehandlung aus einem Guss
„Wir wollten eine Abwasserbehandlung aus einem Guss erreichen, und ich denke, dass wir das auch erreicht haben“, sagte Fred Jüngerich als Bürgermeister und oberster Bauherr, „wir haben hier etwas ganz Besonderes entstehen lassen, das sich auch von der Kapazität her mehr als verdoppelt hat. Wir wollten die Schmutzfracht reduzieren, wir wollten eine deutlich bessere Reinigungsleistung erzielen, und ich glaube, das haben wir auch erreicht. Wir haben natürlich auch in den nachhaltigen Umweltschutz investiert, denn alles das, was nicht in den Mehrbach fließt, das fließt nicht in die Wied, und das fließt auch nicht in den Rhein und so weiter.“ Es sei nicht nur das Anliegen, eine kommunale Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung, nämlich Abwasserbeseitigung zu betreiben, sondern gleichermaßen auch einer moralischen Generationenverpflichtung nachzukommen, die da heiße, nachhaltigen Umweltschutz zu betreiben.

Sanierungsauflagen von der SGD
Ausgangspunkt aller Gedankenspiele waren Sanierungsauflagen für die Kläranlage Hasselbach, die die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Montabaur gefordert hatte. Statt zwei Anlagen getrennt weiterzuentwickeln. wurde durch die Verbandsgemeindewerke geprüft, ob eine gemeinsame Lösung technisch, ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine Machbarkeitsstudie untersuchte deshalb die Möglichkeit zur Überleitung der Abwässer von der Kläranlage Hasselbach in die „Mehrbachtaler“. Das Ergebnis ist die Grundlage für ein neues Gesamtkonzept. Die Abwasserbehandlung wird an einem Standort gebündelt, während im Netz zusätzliche Speicher- und Rückhaltekapazitäten geschaffen wurden. Bei der Planung wurden die wasserrechtlichen Anforderungen gemäß des Landeswassergesetzes sowie technische Vorgaben berücksichtigt. Dazu gehören insbesondere die Anforderungen an die Wasserqualität im Ablauf der Kläranlage sowie die Reduzierung der hydraulischen Gewässerbelastung.



Schutz der Gewässer und Umwelt
„Wir haben in Rheinland-Pfalz rund 660 kommunale Kläranlagen, die täglich einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer und Umwelt leisten“, erklärte Schneider, „wie zuverlässig die Abwasserentsorgung ist, wird uns manchmal als Bürgerin und Bürger gar nicht so klar. Es ist eine Selbstverständlichkeit, und Selbstverständlichkeiten werden im Alltag gar nicht so wahr genommen – eigentlich nur dann, wenn sie nicht funktionieren.“ Kläranlagen seien da, um „unsere Gesundheit zu schützen, um unseren Gewässerschutz zu gewährleisten und damit auch unsere Lebensgrundlage, denn sie sind eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung in unseren Kommunen und natürlich auch in unserer Wirtschaft“. Deshalb müsse es regelmäßig auch Investitionen geben, kontinuierliche Modernisierungen seien notwendig, damit diese Infrastruktur auch zuverlässig funktioniere. Künftig könne Abwasser noch moderner und leistungsfähiger gereinigt werden. Dadurch werde der Eintrag von Nährstoffen in den Mehrbach und auch in das Einzugsgebiet der Wied stark reduziert. Es sei wichtig, dass die Einleitungen von den Kläranlagen mit Blickrichtung Belastungen so gering wie möglich gehalten würden. „Für die Kommunen sind das Investitionen in Millionenhöhe in einer angespannten finanziellen Lage“, fügte Schneider an, „und deshalb sind Investitionen in Millionenhöhe natürlich eine riesige Herausforderung . Deshalb ist es uns wichtig, dass das Land die Kommunen bei solchen wichtigen und notwendigen Maßnahmen unterstützt.“

Tag der offenen Tür
Die Kläranlage Mehrbachtal öffnet am Sonntag, 30. August, von 10 bis 18 Uhr ihre Türen für Interessierte. Es besteht die Möglichkeit, die erweiterte Anlage kennenzulernen, moderne Technik aus nächster Nähe zu erleben und einen Blick hinter die Kulissen der Abwasserreinigung zu werfen. Bei Führungen und verschiedenen Informationsangeboten wird anschaulich erklärt, wie Abwasser gereinigt wird und welche technischen Abläufe dafür notwendig sind. Gleichzeitig gibt es ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Örtliche Vereine übernehmen die Bewirtung. Zudem soll der Spaß mit Hüpfburg, Schminken für Kinder und weiteren Aktionen nicht zu kurz kommen. (vh)


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