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Nachricht vom 02.09.2026    

Dorfwettbewerb: Goldmedaille für Ziegenhain lebt bei Empfang erneut auf

„Aktion ist der Schlüssel zum Erfolg“: Das wusste nicht nur der spanische Maler Pablo Picasso, das wussten und wissen auch die Einwohner der Ortsgemeinde Ziegenhain, die sich im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ über eine Goldmedaille freuen durften. Das Super-Ergebnis würdigten nun auch der Kreis Altenkirchen und die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld.

In Altenkirchens Stadthalle hatten der Kreis und die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld die Ziegenhainer Bevölkerung zum Empfang gebeten. (Foto: vh)

Altenkirchen/Ziegenhain. Das Resultat schlug Anfang Juli „wie eine Bombe“ ein: Die Ortsgemeinde Ziegenhain gehörte zu den acht Kommunen Deutschlands, die im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ jeweils mit einer Goldmedaille belohnt wurden. Die Auszeichnung ist indes weit mehr als eine Plakette. Sie steht für das, was ein Dorf lebendig und zukunftsfähig macht: Engagement, Zusammenhalt, Ideenreichtum und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für die eigene Heimat zu übernehmen, Aspekte, die die Bundesjury bei der Stippvisite beeindruckten. Hinter den Feierlichkeiten in dem 176 Einwohner zählenden Flecken (Stichtag 4. August) wollten der Kreis Altenkirchen und die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld nicht zurückstehen. Der gemeinsam organisierte Empfang in der Stadthalle Altenkirchen am frühen Mittwochabend (2. September) rief auch per Videozusammenschnitt die spannenden Stunden mit der Visite der Finalkommission und des Wartens auf das Ergebnis noch einmal ins Gedächtnis zurück und belohnte zugleich für den immensen Einsatz. „Bundesgold ist keine Momentaufnahme. Es ist nicht der Erfolg einzelner Personen. Es ist das Ergebnis von Menschen, die sich über viele Jahre und Generationen für ihr Dorf eingesetzt haben“, analysierte Ortsbürgermeister Nicolas Ahrend, „es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Wenn wir heute etwas schaffen, dann schaffen wir es nicht für uns. Wir schaffen es für die nächste Generation.“ Ein kleines Dorf könne Großes erreichen, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung für ihr Heimat übernehmen würden. „Unser Bundesgold soll deshalb nicht bedeuten, dass wir besser sind als andere. Ganz im Gegenteil. Vielleicht kann unser Erfolg anderen Dörfern Mut machen und zeigen: Schaut genau hin, was Ihr selbst habt. Glaubt an Euer Dorf. Und macht gemeinsam etwas daraus“, fügte Ahrend an.

Titel des Wettbewerbs passt
„Bei diesem Wettbewerb geht es nicht allein um schöne Häuser, gepflegte Plätze oder eine attraktive Landschaft. Es geht um die Frage, wie ein Dorf mit seiner Geschichte umgeht, wie es seine Gegenwart gestaltet – und vor allem darum, ob es Ideen für seine Zukunft hat“, betonte Landrat Dr. Peter Enders. Und genau deshalb passe der Titel des Wettbewerbs so gut: Unser Dorf hat Zukunft.“ Ziegenhain habe diese Zukunft nicht irgendwo bestellt. „Die Menschen gestalten sie selbst. Das ist für mich die eigentliche Leistung hinter dieser Goldmedaille“, ergänzte er. Diese Goldmedaille gehöre deshalb nicht nur der Ortsgemeinde. Sie gehöre den vielen Menschen, die sich über Jahre und Jahrzehnte für ihren Ort eingesetzt hätten, denjenigen, die „organisieren, helfen, reparieren, gestalten, Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Herzlichen Glückwunsch zu dem, was hinter dieser Goldmedaille steht – zu einer Dorfgemeinschaft, die gezeigt hat, dass Zukunft dort entsteht, wo Menschen bereit sind, sie gemeinsam in die Hand zu nehmen“.

Einzigartige Geselligkeit
Auch Fred Jüngerich als Bürgermeister der VG Altenkirchen-Flammersfeld lobte: „Eine Goldmedaille beim Wettbewerb ,Unser Dorf hat Zukunft’ ist etwas ganz Besonderes. Ihr seid einzigartig, und ich bin sehr dankbar und stolz darauf, Euch als einzigartige Ortsgemeinde in unserer Verbandsgemeinde zu wissen.“ Im Dorf herrschten eine einzigartige Geselligkeit, nannte Jüngerich einen von mehreren Gründen für das hervorragende Abschneiden, und ein Zusammenhalt, der durch solch einen Wettbewerb noch einmal beflügelt worden sei. Es müsse auch immer wieder Menschen geben, die vorangingen und die breite Masse mitnehmen würden, „das habt Ihr mit Bravour gemacht, und dazu dürft Ihr Euch selbst gerne gratulieren.“ Dörfer würden sich nicht durch ihre Baugebiete unterscheiden (die ja alles gleich seien), sondern durch die Ortskerne und was in ihnen gelebt würde. „Und Ihr habt vor allem interessante Menschen im Dorf“, stellte Jüngerich fest und bedankte sich für das „Wahnsinnsengagement, das Ihr in den zurückliegenden Jahren betrieben habt. Das ist einzigartig.“ Neben den vielen lobenden Worten gab es auch handfeste Geschenke: ein Buch über Fachwerkhäuser im Kreis Altenkirchen (Kreis), einen Gutschein für einen noch zu pflanzenden Baum (Kreis/VG), einen Roman über Friedrich Wilhelm Raiffeisen („Restlos solidarisch“) und ein Geldpräsent über 1000 Euro (jeweils VG).




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Die Sicht des Veranstalters
Die Internetpräsenz des Veranstalters beschreibt den kleinen Ort: „Ziegenhain zeichnet sich durch das große ehrenamtliche Engagement seiner Einwohnerinnen und Einwohner aus. Die Dorfgemeinschaft legt großen Wert darauf, eine lebendige, generationen übergreifende Heimat zu gestalten und ökologisch nachhaltig in die Zukunft zu gehen. Projekte wie der von Kindern eigenständig initiierte Abenteuerwald, die ,Energiewende on a Budget’ oder der neue Gemeinschaftsacker zeigen eindrucksvoll, wie das Dorf aktuelle Herausforderungen aus eigener Kraft meistert. ,Unser Dorf ist ein Verein’ lautet das passende Motto der Gemeinschaft. Eine wichtige Station im Dorfleben ist das in Eigenleistung ausgebaute Bürgerhaus. Es bildet zusammen mit dem stetig erweiterten Mehrgenerationenplatz den zentralen Mittelpunkt des Lebens, an dem generationsübergreifend gearbeitet, gefeiert und die Zukunft geplant wird.“

Rund 1200 Dörfer nahmen teil
Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ unter der Obhut des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat würdigt außergewöhnliches Engagement in Dörfern. Ausgezeichnet werden Initiativen, die mit Ideenreichtum, Tatkraft und Gemeinschaftssinn ihr Lebensumfeld aktiv gestalten und zukunftsfähig weiterentwickeln. Der Wettbewerb setzt gezielt Impulse, insbesondere für kleinere Dorfgemeinschaften, ihre Heimat aus eigener Kraft nachhaltig, attraktiv und lebenswert zu machen. Die aus rund 1200 Teilnehmerdörfern hervorgegangenen 26 Sieger der 13 Landeswettbewerbe wurden im Bundesentscheid erneut bewertet. Die acht Goldmedaillengewinner erhalten jeweils ein Preisgeld von 15.000 Euro. Darüber hinaus wurden 12 Dörfer mit Silber (10.000 Euro) und sechs Orte mit Bronze (5000 Euro) geehrt. Neben Ziegenhain standen auf der höchsten Stufe: Backemoor (Ortsteil der Gemeinde Rhauderfehn im Landkreis Leer/Ostfriesland), Darup (Ortsteil der Gemeinde Nottuln im Kreis Coesfeld), Dörgenhausen (Ortsteil der Stadt Hoyerswerda in der sächsischen Lausitz), Helberhausen (Stadtteil von Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein), Oberkrumbach (Teil der Gemeinde Kirchensittenbach im Landkreis Nürnberger Land), Ruppendorf (Ortsteil der sächsischen Gemeinde Klingenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Spora (Ortschaft der Gemeinde Elsteraue im Burgenlandkreis/Sachsen-Anhalt). Die Siegerehrung des Dorfwettbewerbs findet am 22. Januar 2027 während der Grünen Woche im City Cube in Berlin im Rahmen eines großen Dorffestes statt. Am 2. Februar 2027 empfängt der Bundespräsident Delegationen aus den ausgezeichneten Dörfern und die Bundesbewertungskommission. (vh)


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