Zwei kleine Stadtstraßen in Altenkirchen rücken ins Sanierungsvisier
Diese beiden Stadtstraßen sind keine der Hauptachsen Altenkirchens und damit auch nicht annähernd so stark befahren wie beispielsweise Siegener- oder Wiedstraße. Teilweise eng und ohne Bürgersteig sowie für den Durchgangsverkehr gesperrt sollen sie ausgebaut werden, wenn es Geld vom Land gibt.
Altenkirchen. Der Bekanntheitsgrad dieser beiden Straßen im Altenkirchener Stadtteil Leuzbach ist bestimmt nicht so hoch wie der der großen Brüder, über die wohl der meiste Verkehr das Mittelzentrum erreicht und auch wieder verlässt. Doch auch „Schützenweg“ und „Almersbacher Straße“ sind in die Jahre gekommen, wie an einigen Stellen deutlich ins Auge fällt. Vor diesem Hintergrund wurden sie in die Sanierungsrangliste für Stadtstraßen aufgenommen und sind nun an der Reihe, ausgebaut zu werden. Ohne Widerspruch stimmte der Umwelt- und Bauausschuss des Stadtrates Altenkirchen in seiner Zusammenkunft (teils parallel mit dem Stadtentwicklungsausschuss) am späten Donnerstagnachmittag (3. September) den von Planer Ulf Heinemann vom Ingenieurbüro Heinemann (Altenkirchen) vorlegten Ideen zur Neugestaltung zu, so dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 30. September sein endgültiges Okay geben kann. „Wir finden sehr beengte Verhältnisse vor, wobei die Bebauung teilweise bis an den Straßenrand reicht. Die Oberfläche ist angegriffen, große Schäden sind erkennbar“, skizzierte Heinemann den aktuellen Zustand, „somit ergeben sich bauliche Zwänge.“ In einigen Abschnitten sei es erst gar nicht machbar, eine vorgegebene Mindestbreite für Straßen von 4,10 Meter zu erreichen, so dass es wie bislang nicht möglich werde, dass zwei Autos aneinander vorbeifahren könnten. Auch müsse in vielen Abschnitten ob der geringen Ausdehnungsmöglichkeit auf Gehwege verzichtet werden. Darüber hinaus gelte es auf Basis des Hochwasser- und Sturzflutenkonzeptes, den Flutweg des Wassers zu sichern. „Wir sehen keine Spielereien vor und wollen eine funktionale Straße schaffen“, sagte Heinemann. Realisiert werden soll die Sanierung, wenn Mittel aus dem Investitionsstock des Landes zugesichert sind. Mit der Bewilligung wird erst im kommenden Jahr gerechnet. Erst dann wird der Auftrag vergeben, wobei die Verbandsgemeindewerke zunächst teils die Wasserleitung erneuern und Abschnitte des Abwassersystems instand setzen.
So soll ausgebaut werden
Die Erneuerung des Schützenwegs beginnt an der Einmündung in die Wiedstraße und endet auf der Höhe des Hauses Nr. 26 (kurz vor dem Damm, über den die B 256 führt). Die Ausbaulänge beträgt circa 250 Meter. Zusätzlich werden zwei Nebenstränge „angepackt“: ein östlicher Anschluss zur Helmenzer Straße (Ausbaulänge circa 65 Meter) und ein westlicher in Schleifenform (Ausbaulänge circa 53 Meter). Der Einmündungsbereich des Tannenwegs wird neugestaltet. Der Abschnitt zwischen Kreuzung mit dem Tannenweg und Haus Nr. 26 erhält anstelle des Gehweges einen 1,42 Meter breiten, gepflasterten Mehrzweckstreifen an der östlichen Seite. Die Straße wird beidseitig durch Rundbordsteine sowie eine Läuferzeile beziehungsweise eine zweizeilige Entwässerungsrinne begrenzt. Die vollständige Erneuerung der Straßenbeleuchtung ist vorgesehen. Die Umgestaltung der Almersbacher Straße auf einer Länge von 120 Metern startet an der Einmündung in die Raiffeisen- und schließt an der Einmündung in die Wiedstraße ab. Ein Nebenstrang zu den Häusern Nr. 4 und Nr. 6 auf einer Länge von rund 20 Metern wird ebenfalls, genau wie die Straßenbeleuchtung, auf Vordermann gebracht. Die Straße wird beidseitig durch Rundbordsteine sowie eine Läuferzeile beziehungsweise eine zweizeilige Entwässerungsrinne begrenzt.
Bänke und Pflanzbeete
Aufenthaltscharakter soll die Fläche erhalten, auf der einst das inzwischen abgerissene Haus der Bäckerei Schumacher in der Wilhelmstraße stand. Vorgesehen auf einem noch aufzubringenden Bodenbelag sind zwei Bänke und zwei Pflanzbeete, die an der noch zu sanierenden Häuserwand des linken Gebäudes (Draufsicht vom Bürgersteig aus) jeweils ihren Platz und rechtwinklig zum Gehweg finden sollen. Geländer sorgen dafür, dass die Sicherheit auf der Bodenplatte gewährleistet wird. Zur Auflockerung des Areals könnte ein historisches Foto auf eine Spannwand aufgezogen und angebracht werden. Nach derzeitigen Überlegungen könnten Kosten in Höhe von rund 70.000 Euro entstehen. Weiterhin mit einem Mitgliedsbeitrag in Höhe von 5000 Euro pro Jahr wird die Stadt den Aktionskreis Altenkirchen unterstützen – wenn auch der Stadtrat nichts dagegen hat. Die Summe wurde ohne Widerspruch bewilligt, obwohl sie in der Vergangenheit in erster Linie für das Auf- und Abhängen der Weihnachtsbeleuchtung diente, die Kommune aber diesen Part inzwischen übernommen hat. Der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wird wie im Vorjahr noch nach bekanntem Ablauf über die Bühne gehen (Baustelle Schlossplatz muss berücksichtigt werden), in 2027 soll ein neues Konzept greifen, wenn die Sanierung (neben Schlossplatz noch obere Wilhelmstraße), so die derzeitige Planung, abgeschlossen und auch eine neue Weihnachtsbeleuchtung – mit oder ohne Zuschuss – angeschafft worden sind. Einstimmig sprach sich das Gremium jeweils für den Austausch der Beleuchtung am Fußgängerüberweg in der Wiedstraße für 7854 Euro und für die Lampenköpfe am Parkplatz im Innenhof des ehemaligen Postgebäudes für 8568 Euro aus. Beide Aufträge gingen an die EAM Netz GmbH (Wissen). (vh)
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