Wählergruppe Käppele: Trauerspiel um Altenkirchener Ex-Klinik geht weiter
Die Wählergruppe Käppele, mit einem Sitz im Altenkirchener Kreistag präsent, hält das Thema rund um das ehemalige Krankenhaus in Altenkirchen weiter am Köcheln, nachdem die Kreisstadt durchs Raster für Regiokliniken gefallen ist, weil der Ex-DRK-Ableger nicht mehr im Krankenhausplan des Landes als Hospital geführt wird.
Altenkirchen. „Das Trauerspiel um den ehemaligen Standort eines Krankenhauses in Altenkirchen geht weiter.“ Das ist die Schlussfolgerung der Wählergruppe Käppele, die mit einem Sitz im Altenkirchener Kreistag vertreten ist, auf die Darstellung des Landes, das ehemalige Hospital in Altenkirchen nicht in den Kreis möglicher Regiokliniken aufzunehmen, da die Klinik laut Landeskrankenhausplan keine stationäre Heilstätte mehr ist. „Wir nehmen unseren Auftrag ernst und setzen der von Landrat Enders angemahnten ,Nüchternheit’ ein ,Jetzt erst recht’ entgegen“, bezieht sich der Namensgeber der Wählergruppe, Ralf Käppele, auf Äußerungen aus dem Kreishaus. „Wir möchten damit auch die langjährigen und engagierten Mitstreiter aus Verbandsgemeinde und Stadt zu einem gemeinsamen Handeln aufrufen. Mit den Verantwortlichen von Verbandsgemeinde und Stadt wurde bereits über eine gemeinsame Informationsveranstaltung zum Thema Regioklinik in Altenkirchen gesprochen, zu der auch die Diakonie Südwestfalen eingeladen werden soll“, ergänzt er. Diese Veranstaltung solle nun zügig angegangen werden, damit nicht der Eindruck entstehe, dass das dortige Engagement durch den Widerstand aus dem Kreishaus allmählich ermüde, „der graue Schleier des Nichtstuns sollte sich nicht von der Parkstraße 1 auf die Rathausstraße 13 und die Bahnhofstraße 28 in Altenkirchen ausbreiten“.
Angebot aus Hermeskeil
Käppele rekapituliert: „Nachdem von unserer Wählergruppe das Thema Regioklinik öffentlich dargestellt wurde, signalisierte Minister Hoch Gesprächsbereitschaft, der CDU-Kreisverband unterstützte dieses Ansinnen, und auch der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Andreras Hundhausen, sah eine Regioklinik in Altenkirchen als erstrebenswert an.“ Bei einer Stippvisite der Wählergruppe in der ersten und einzigen Regioklinik von Rheinland-Pfalz in Hermeskeil habe sich die dortige Leiterin des Controllings, Christina De Francesco-Kasper, bereit erklärt, in Altenkirchen über den Aufbau einer Regioklinik und den daraus gewonnenen Erfahrungen zu berichten. Gemeinsam mit VG und Stadt solle nunmehr eine Einladung zu einer Info-Veranstaltung ausgesprochen werden. Es mache auch keinen Sinn, „auf den Landrat zu warten“. Auf Kreisebene sei von Beginn an nichts, aber auch garnichts für den Standort in Altenkirchen getan worden. Das Haus sei sogar gegen die Fakten durch den Landrat schlecht geredet worden. „Von der eigenen Unzuständigkeit ist auch jetzt wieder die Rede. Wenn auch das Land und der Träger, die Diakonie, die Handlungsoptionen pro Regioklinik in den Händen haben, ist der Hinweis auf die Unzuständigkeit ein wirksames Argument, um die eigene Tatenlosigkeit zu kaschieren“, nimmt Käppele Enders ins Visier seiner Kritik. Warum solle Minister Hoch, der zum Thema Regioklinik Altenkirchen öffentlich Gesprächsbereitschaft signalisiert habe, von sich aus etwas unternehmen, wenn weder der Kreis noch der Träger diesen „Ball“ aufnähmen. Wenn der Landrat ausführe, dass das Thema in welchen politischen Gremien auch immer verschiedentlich andiskutiert, aber zu keinem Zeitpunkt konkretisiert bzw. gegenüber dem Land weiterverfolgt worden sei, könne das eigene „Nichtstun“ nicht besser beschrieben werden.
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„Worten sind keine Taten gefolgt“
„Von einem Konzept der Diakonie für das Haus in Altenkirchen ist außer der Kinder- und Jugendpsychiatrie auch nach einem Jahr der Übernahme nichts bekannt, aber die Aussage, dass das Wort Regioklinik dort nicht mehr gehört werden könne“, ergänzt Käppele. Sei aus dem Munde des Geschäftsführers der Diakonie zunächst zu hören gewesen, dass Altenkirchen das beste Haus habe und auch dieses wieder mit Leben gefüllt werden müsse, „sind diesen Worten keine Taten gefolgt. Im Gegenteil, die Schmerztagesklinik in Altenkirchen wurde auch noch geschlossen. In Lippenbekenntnissen ist von einer Stärkung des MVZ in Altenkirchen die Rede, Konkretes gibt es aber nicht“. Es sei sicherlich allen Bürgern und Akteuren klar, dass eine Regioklinik nicht das ehemalige Krankenhaus ersetze. Es wäre aber ein Mehr an medizinischer Versorgung zu dem, was derzeit noch von einem Krankenhaus übriggeblieben sei. „Im Übrigen ist es nicht zutreffend, dass Regiokliniken nur aus bestehenden Krankenhäusern entstehen können oder dürfen. Solche Aussagen von Kommunalpolitkern stehen im Widerspruch zu den Darstellungen aus dem Ministerium, die das Gesetz zutreffend wiedergeben. Wiederholt ist darauf hinzuweisen, dass eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung einen wichtigen Pfeiler der Infrastruktur einer Region darstellt. Dieser Pfeiler ist in Altenkirchen und Umgebung weggebrochen, was auch von der heimischen Wirtschaft angeprangert wurde und wird“, betont Käppele, „eine Regioklinik in Altenkirchen würde diese Not ein wenig lindern. Nach dem Motto von Laura B. Fortgang ,Wer nicht losgeht, wird nie ankommen’ wird die Wählergruppe im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Thema weiterverfolgen und sich nicht der allgemeinen Lethargie anschließen.“ (vh)
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
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