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Pressemitteilung vom 09.09.2026    

Waldfriedhof Wissen: Neues Konzept für Grabarten und Bestattungsformen

Die städtischen Ausschüsse in Wissen planen eine Modernisierung des Waldfriedhofs. Künftig sollen neue Grabarten wie ein Generationenbaum, Sternenkinderfelder und Aschestreuungen angeboten werden. Gleichzeitig zielt der Plan auf eine wirtschaftliche Stabilisierung ab.

Bei einer gemeinsamen Begehung informierten sich die beiden Ausschüsse über die geplante Neuausrichtung des Waldfriedhofs Wissen. (Foto: Berno Neuhoff)

Wissen. In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Bauen, Infrastruktur und Umwelt sowie des Haupt- und Finanzausschusses, Wirtschaft und Soziales der Stadt Wissen wurde ein zukunftsweisendes Konzept für den Waldfriedhof vorgestellt. Zu den zentralen Neuerungen zählt die Option, künftig einen "Generationenbaum" zu erwerben. Vorgesehen sind außerdem ein spezielles Grabfeld für "Sternenkinder" sowie ein einheitlich gestaltetes Areal für Erdwiesengräber im Grabkammersystem.

Neue Bestattungsformen nach Gesetzesänderung
Anlass für die Neuausrichtung bietet das im September 2025 in Kraft getretene Bestattungsgesetz des Landes Rheinland-Pfalz, welches erweiterte Bestattungsarten gestattet. Dazu gehört ein Aschestreufeld, das nach aktuellen Plänen als kostengünstige Variante ab 200 Euro realisiert werden soll. Künftig sind zudem Tuchbestattungen unabhängig von religiösen Motiven zulässig. Bürgermeister Berno Neuhoff verwies auf die besonderen Potenziale der Anlage für Wissen sowie die Region Wisserland. Der naturnahe und parkartige Charakter solle gewahrt bleiben. Neuhoff erläuterte, dass eine verstärkte Vermarktung und mehr Attraktivität Kernbestandteile des Konzepts seien, wodurch Bürger frühzeitig vorsorgen und ihre Bestattungsform bestimmen könnten. Am äußersten Rand des Areals ist mit separatem Zugang ein Bereich für Tierbestattungen angedacht. Dort sollen Urnen von Tieren für eine Liegezeit von drei Jahren beigesetzt werden können, inklusive einer sogenannten "Taschengeldbestattung" für kleinere Heimtiere.

Wirtschaftliche Neukalkulation und planerische Umsetzung
Die Konzeption entstand in rund einjähriger Vorarbeit der Fachabteilungen für Bauamt, Friedhofsverwaltung, Bauhof sowie Finanzen. Neben den Angeboten wurden die Gebühren betriebswirtschaftlich geprüft und neu kalkuliert, was Christina Kipping aus dem Referat Finanzen in der Sitzung darlegte. Den Entwurf des Pflanzenhofs Schürg passte Garten- und Landschaftsarchitektin Andrea Pithan an die neuen Anforderungen an und skizzierte die Lage der künftigen Grabfelder. Die bauliche Umsetzung übernimmt schrittweise der Bauhof der Verbandsgemeinde Wissen in Eigenregie. Stefan Weidenbruch, stellvertretender Bauhofleiter und Fachgruppenleiter für Friedhöfe, präsentierte Baumpflanzungen sowie Perspektiven für Baumbestattungen.




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Gestaltung der Grabfelder und finanzielle Zielsetzung
Für neu angelegte Grabfelder findet eine einheitliche Friedhofsplatte Verwendung. Dies betrifft auch den Urnenhain "Habermannsches Dreieck" unterhalb der Friedhofshalle, der wegen seiner Lage eine besondere Gestaltung erfährt. Die Ausschüsse erteilten der Verwaltung den Auftrag, Kostenschätzungen für den Urnenhain und die Wiesengräber vorzulegen. Für die Grabstätten gilt eine Liegezeit von 20 Jahren. An den Planungen wirkten neben der benachbarten Baumschule auch ein externes Bestattungsunternehmen mit. Abhängig vom Zuspruch entstehen zusätzliche Sitzmöglichkeiten für ältere Menschen, während die Parkatmosphäre den Friedhof als generationenübergreifenden Begegnungsort erhalten soll. Wirtschaftlich strebt die Verwaltung eine Steigerung des Deckungsbeitrags und sinkende Kosten an, da die Anlage aktuell jährliche Aufwendungen von rund 70.000 Euro verursacht.

Einstimmiges Votum und Einbindung des Migrationsbeirats
Beide Ausschüsse stimmten dem Verwaltungsvorschlag einstimmig zu. Die finale Abstimmung erfolgt am 24. September 2026 im Stadtrat. Wegen der künftig konfessionsunabhängigen Tuchbestattungen wird zudem der kommunale Migrationsbeirat in das weitere Verfahren eingebunden. (PM/KI/Red)


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