Nerzwelpen auf dem Weg nach Estland
Fünf junge Europäische Nerze aus dem Zoo Neuwied haben kürzlich ihre Reise in den Zoo Tallinn angetreten. Dort sollen sie Teil eines wichtigen Wiederansiedlungsprojekts werden, das zur Rettung dieser bedrohten Tierart beiträgt.
Neuwied. In den letzten Monaten war im Gehege der Europäischen Nerze im Zoo Neuwied viel los. Fünf Jungtiere - drei männliche und zwei weibliche - sind vor ein paar Tagen in den Zoo Tallinn in Estland umgezogen. Ziel ist es, die Population der vom Aussterben bedrohten Europäischen Nerze durch ein koordiniertes Wiederansiedlungsprojekt zu sichern und zu stärken.
Der Europäische Nerz gilt laut IUCN seit 2011 als vom Aussterben bedroht. Gründe dafür sind vor allem der Verlust von Lebensräumen und nicht nachhaltige Nutzung, wie übermäßige Bejagung oder Gewässerverschmutzung. Eine große Bedrohung stellt auch die Konkurrenz durch den Amerikanischen Nerz dar, der aus Pelzfarmen entkam oder freigelassen wurde und nun mit dem Europäischen Nerz um Nahrung und Lebensraum konkurriert.
Estland bietet für die Wiederansiedlung geeignete Lebensräume mit zahlreichen Gewässern und naturnahen Gebieten. Besonders die isolierten Inseln vor der estnischen Küste sind ideal, da sich der invasive Amerikanische Nerz dort leichter kontrollieren lässt. Die Trennung der Inseln vom Festland verhindert eine einfache Ausbreitung der Amerikanischen Nerze, was den Europäischen Nerzen bessere Chancen gibt, eine stabile Population aufzubauen.
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Zucht und Artenschutz
Für den Zoo Neuwied ist der Zuchterfolg eine Bestätigung des Engagements im Artenschutz. Die erfolgreiche Nachzucht ist Teil eines Rotationssystems, das von EuroNerz e. V. und dem Zoo Tallinn entwickelt wurde. Der Zoo Neuwied unterstützt dies, indem er Eltern- und Jungtiere pflegt und aufzieht. EuroNerz e. V. koordiniert die Zucht und Auswilderung mit dem Ziel, die in Deutschland ausgestorbene Art wieder anzusiedeln.
Die Tierpflegerin Petra Becker erklärt: "Bei der Fütterung der Nerze achten wir darauf, einen gewissen Abstand zu den jungen Nerzen zu halten, da sie ansonsten menschenbezogen und somit zutraulich werden könnten. Von uns bekommen sie Nagetiere und häufig auch Süßwasserfische." Sie fügt hinzu, dass in Estland lebende Beute angeboten wird, um den Jagdtrieb der Tiere zu fördern.
Ende August verließen die fünf Welpen den Zoo Neuwied und wurden nach Estland transportiert. Während die Welpen und die Fähe nun in Tallinn sind, hat der Zoo Neuwied einen neuen Rüden aufgenommen, der bereits aktiv die Anlage erkundet. Er bleibt bis zum Frühjahr, wenn erneut eine gedeckte Fähe kommt, um das Zuchtprogramm fortzusetzen. Red
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