Pressemitteilung vom 12.09.2026 
Gedenken an Justus Krämer: Stolperstein in Kirchen gereinigt
In Kirchen fand die jährliche Reinigung des Stolpersteins für Justus Krämer statt. Die Veranstaltung begann mit einem nachdenklichen Zitat von Erich Kästner und bot Raum für mahnende Worte angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen.
Kirchen. "An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern," mit diesem eindringlichen Zitat von Erich Kästner wurde die diesjährige Reinigung des Stolpersteins für Justus Krämer vor der Villa Krämer eingeleitet. Der Stolperstein erinnert an den Kirchener Bürger Justus Krämer, der am 28. Juli 1943 in der Heilanstalt Eglfing-Haar ums Leben kam. Er wurde 2021 auf Initiative des Heimatvereins Kirchen verlegt und ist Teil der europaweiten Gedenkaktion des Künstlers Gunter Demnig.
Für die Tagesgäste und Betreuer der Tagesförderstätte Mittelhof ist es eine besondere Aufgabe, sich im Rahmen ihrer arbeitsweltbezogenen Angebote an der Pflege der Erinnerungsorte zu beteiligen. Vor der Reinigung hielten Dr. Johannes Pfeifer vom Heimatverein Kirchen, Bürgermeister Andreas Hundhausen, Bettina Grothe vom Vorstand der Lebenshilfe e.V., Gesa Frerichs-Matrisch, Leiterin der Tagesförderstätte Mittelhof, und Michael Blachut, Geschäftsführer der Lebenshilfe GmbH, Ansprachen.
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Die Redner äußerten besorgt, dass die aktuellen politischen Entwicklungen, insbesondere die hohen Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt, daran erinnern, wohin eine Gesellschaft gelangen kann, wenn sie die Würde einzelner Menschen infrage stellt. Diese Sorge entsteht nicht, weil Geschichte sich wiederholt, sondern weil Ausgrenzung und Abwertung wieder mehr Raum im öffentlichen Diskurs bekommen. Der Stolperstein mahnt, dass es in der Hand der heutigen Gesellschaft liegt, dem entgegenzutreten - durch Respekt, Solidarität und das entschiedene Eintreten für die Rechte aller Menschen. (PM/KI/Red)
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