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Nachricht vom 27.10.2026    

Verkehrssicherheit in Rosenheim: Wenn der Schulweg zur Sorge wird

Von Regina Morkramer

Enge Gehwege, unübersichtliche Straßenabschnitte und die Angst vor zu schnell fahrenden Autos beschäftigen Anwohner in Rosenheim. Ein Familienvater fordert eine erneute Überprüfung der Verkehrssituation. Dabei ist das Problem längst bekannt.

Der Bürgersteig ist schmal, die Autofahrer rasen - das macht den Weg gefährlich. (Fotos: privat)

Rosenheim. Für viele Kinder gehört der Weg zur Bushaltestelle ganz selbstverständlich zum Schulalltag. Doch was eigentlich Routine sein sollte, ist für manche Familien in Rosenheim mit einem unguten Gefühl verbunden. Besonders in der Ortsmitte, im Bereich der Bushaltestellen, des Kindergartens sowie an mehreren Engstellen sehen Anwohner seit Jahren Probleme für die Sicherheit von Fußgängern. In jüngster Vergangenheit haben sie wieder verstärkt den Eindruck, dass Fahrzeuge teilweise mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit durch den Ort fahren.

Einer der Betroffenen ist Familienvater und Anwohner Björn S. Seine Tochter besucht die Grundschule und fährt eigentlich mit dem Schulbus. Was ihn besonders beschäftigt, ist eine Schilderung seiner Tochter nach dem Heimweg: Ein Auto sei so schnell und so nah an ihr vorbeigefahren, dass sie Angst bekommen habe. Für den Vater war dies ein weiterer Anlass, die Verkehrssituation öffentlich anzusprechen. Inzwischen bringt er seine Tochter morgens selbst mit dem Auto zur Schule. Früher gingen beide gemeinsam zur Bushaltestelle, doch schon damals habe er sich an einigen Stellen nicht wohlgefühlt. "Wenn Gehwege schmal sind, Fahrzeuge sehr nah vorbeifahren und gleichzeitig die Sicht eingeschränkt ist, muss man selbst als Erwachsener ausgesprochen aufmerksam sein. Und wenn ich mich dort schon als Erwachsener teilweise unwohl fühle, frage ich mich zwangsläufig, wie sich ein Kind oder ein älterer Mensch an diesen Stellen fühlt", beschreibt er seine Sorge.

"An manchen Stellen an der Straße sind die Bürgersteige zwischen Fahrbahn und Mauern so schmal, dass teilweise nur wenige Pflasterreihen als Gehfläche bleiben. Dort müssen auch Kinder entlanggehen, während unmittelbar daneben der Verkehr vorbeifährt", schildert Björn S. die konkrete Situation. "Ein Weg zwischen den Häusern führt vom Kindergarten direkt zur Hauptstraße. Dort fehlt aus meiner Sicht eine wirksame Sicherung, die verhindert, dass Kinder unmittelbar auf die Fahrbahn laufen. Nach meiner Beobachtung kommt es vor, dass kleine Kinder diesen Weg hinunterrennen und dabei auch auf die Straße gelangen. Wir sprechen hier ausdrücklich von Kindergartenkindern, die solche Gefahren noch nicht zuverlässig einschätzen können." Durch die Kurven und die Bebauung seien herannahende Fahrer für Kinder teilweise erst spät zu erkennen. Das betrifft auch die Kinder an der Bushaltestelle", führt Björn S. aus. "Die Situation sollte deshalb auch aus Fahrerperspektive und auf Augenhöhe eines Kindes betrachtet werden."

Ein Problem, das seit Jahren bekannt ist
Neu sind die Diskussionen um die Verkehrssicherheit in Rosenheim nicht. Bereits im Jahr 2023 hatten sich Anwohner wegen der Querungssituation und der Sicherheit von Schülerinnen und Schülern an die Verbandsgemeindeverwaltung Betzdorf-Gebhardshain gewandt. Dort nahm man die Sorgen durchaus ernst und damals konnte die Situation nach Gesprächen mit den Busunternehmen und der Polizei vorerst entschärft werden. Die Busse fuhren die Bushaltestellen anders an als bisher, Engstellen und Straßenquerungen konnten somit zum Teil vermieden werden. Zudem wurde bereits 2023 geprüft, wo gegebenenfalls ein Fußgängerüberweg angelegt werden könnte.

"Die Verkehrssituation in Rosenheim ist aufgrund der topografischen Situation nicht gänzlich unproblematisch, jedoch auch seit Jahrzehnten weitgehend unverändert", gibt die Verbandsgemeindeverwaltung Betzdorf-Gebhardshain aktuell auf Anfrage an. Die Unfallzahlen in diesem Bereich seien seit vielen Jahren unauffällig. Seit dem Jahr 2016 gelte im Bereich des Kindergartens in der Wissener Straße eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer. "Eine räumliche Ausweitung des Bereiches wurde seinerzeit von der Verbandsgemeindeverwaltung zwar angeordnet, musste jedoch wegen Rechtswidrigkeit auf Anordnung der Aufsichtsbehörde zurückgenommen werden. Bis heute erfolgten immer wieder Maßnahmen, wie etwa eine Änderung der Busanfahrten, was dazu führte, dass keine Querung der Fahrbahn durch Fußgänger mehr im Bereich der Bushaltestellen erfolgen muss."




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Neue Bewertung der Verkehrssituation
Die Verbandsgemeindeverwaltung betätigt, dass aufgrund des Antrags eines Anliegers derzeit wiederholt eine Bewertung der Verkehrssituation im Ort erfolge, "inklusive einer rechtlichen Würdigung der Maßnahmen. Dieser geht eine Messung der gefahrenen Geschwindigkeiten voraus." Björn S. wünscht sich jedoch "Geschwindigkeitskontrollen zu den Zeiten, zu denen tatsächlich viel Verkehr herrscht. Die letzte Kontrolle, die ich persönlich von meinem Wohnhaus aus beobachten konnte, fand zu einer vergleichsweise verkehrsarmen Zeit statt." Aussagekräftiger seien aus seiner Sicht Kontrollen während des morgendlichen Schul- und Berufsverkehrs, zu den relevanten Buszeiten, am Nachmittag und teilweise auch am frühen Abend. "Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Autofahrer zu bestrafen", betont Björn S. "Es geht darum, ein realistisches Bild davon zu erhalten, wie schnell zu den tatsächlich relevanten Zeiten gefahren wird."

Auch wenn die Verbandsgemeinde aktuell offensichtlich nicht viel mehr tun kann, nimmt sie das Problem weiterhin ernst. Doch: "Die Möglichkeiten, effektiv und rechtlich einwandfrei einzugreifen, sind schon aufgrund der Topografie beschränkt", heißt es dazu von der Verwaltung. So bestehen demnach zum Teil nur eingeschränkt Sichtweiten oder Gehwege, was eine sichere Weiterleitung von Fußgängern teilweise unmöglich mache. "Alle Möglichkeiten sind jedoch Teil einer erneuten Prüfung der Situation, die auch mit allen Beteiligten, wie etwa der Polizei oder dem Straßenbaulastträger, abgestimmt werden muss, um auch erfolgversprechend zu sein."

Grundsätzlich seien sowohl bauliche als auch verkehrsrechtliche Maßnahmen denkbar, bei all diesen Maßnahmen seien zunächst die rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen. So sind etwa bei der Installation von Ampeln die Voraussetzungen der Straßenverkehrsordnung, der Richtlinie für Lichtsignalanlagen sowie die Richtlinien für Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen zu beachten. Darüber hinaus spielen etwa auch bauliche Vorschriften, wie etwa die Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen, bei der Bewertung eine Rolle, genau wie die Verkehrszahlen und die gefahrenen Geschwindigkeiten. "Darüber hinaus müssen auch die örtlichen Voraussetzungen stimmen", führt die Verwaltung aus. "So macht ein Fußgängerüberweg zum Beispiel keinen Sinn, wenn er nur weit abgerückt von der Stelle angelegt werden kann, wo Fußgänger die Fahrbahn queren. Weiterhin müssen bestimmte Sichtweiten eingehalten werden." Bauliche Maßnahmen seien stets eine Maßnahme des Straßenbaulastträgers. "Hier können etwa Querungshilfen durch die Verbandsgemeinde als Untere Straßenverkehrsbehörde lediglich angeregt werden."

Björn S. hofft, dass zeitnah mehr Bewegung in die Sache kommt. "Mein wichtigstes Anliegen ist eigentlich ganz einfach", so der Familienvater. "Es sollte möglichst gehandelt werden, bevor etwas passiert. Wenn irgendwann ein Kind, ein älterer Mensch oder irgendein anderer Fußgänger verletzt wird, ist es für vorbeugende Maßnahmen leider zu spät".


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