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Nachricht vom 14.01.2008 - 14:26 Uhr    

2007 war ein Jahr neuer Chancen

Als "ein Jahr neuer Chancen für den Mittelstand" bezeichneten die Präsidenten von Handwerkskammer und IHK, Karl-Heinz Scherhag und Manfred Sattler, das Jahr 2007 beim Empfang der Wirtschaft im Koblenzer Kurfürstlichen Schloss.

empfang hwk und ihk

Empfang der Wirtschaft von Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer Koblenz im Kurfürstlichen Schloss
Region. "Das Jahr 2007 war in der Wirtschaft ein Jahr neuer Wege und Möglichkeiten. Starten wir mit Zuversicht in das neue Jahr", begrüßte Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, zusammen mit IHK-Präsident Manfred Sattler die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Ehrenamt, Wissenschaft, Bundeswehr und Gesellschaft zum traditionellen Neujahrsempfang der Wirtschaft im Koblenzer Kurfürstlichen Schloss. Der Einladung von IHK und HwK Koblenz - letztere verantwortete 2008 die Ausrichtung des Empfanges - waren unter anderem Justizminister Dr. Heinz Georg Bamberger, Finanzminister Prof. Dr. Ingolf Deubel, die Staatssekretäre Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Dr. Carsten Kühl, Staatssekretär Roger Lewentz und Staatssekretärin Beate Reich, die Landräte Albert Berg-Winters, Rainer Kaul, Günter Kern, Michael Lieber und Manfred Schnur, der Landtagsvizepräsident Hans-Artur Bauckhage, Dr. Werner Langen, MdEP, und mehrere Abgeordnete des Bundes- wie auch Landtages gefolgt. Mit ihrem Kommen gaben die Generalkonsule Sri Lankas, Buddhi Keerthi Athuad, der Türkei in Rheinland-Pfalz, Yamancan Aydan, der Sozialistischen Republik Vietnams, Huu Trang Nguyen und Rumäniens, Dr. Vlad Vasiliu, dem Koblenzer Empfang eine internationale Note und wurden neben den Präsidenten der beiden Kammern auch durch deren Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert (HwK) und Hans-Jürgen Podzun (IHK) begrüßt.
Einen besonderen Glückwunsch sprach HwK-Präsident Scherhag vor mehr als 800 Gästen den frisch gekürten Ehrennadelträgern der Handwerkskammer Koblenz aus. Die höchste Auszeichnung der Kammer wurde Ehrenobermeister Heribert Blähser (Elektroinstallateurmeister), Hermann-Josef Diekmann (Klempnermeister, Gas- und Wasserinstallateurmeister und Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister), Kurt Ruth (Gold- und Silberschmiedemeister) sowie dem Vizepräsidenten der HwK Koblenz und Ehrenkreishandwerksmeister Werner Wittlich (Elektroinstallateurmeister) verliehen (der AK-Kurier berichtete).
"2007 war ein Jahr neuer Chancen für den Mittelstand", waren sich die Präsidenten der beiden Koblenzer Wirtschaftskammern einig und lobten die angegangenen Reformen, so bei der Unternehmenssteuer, auch wenn es noch Nachbesserungsbedarf gebe. "Einige Forderungen nimmt der Mittelstand mit ins neue Jahr, so bei der Umsetzung der Novellierung der Erbschaftssteuer", nannte HwK-Präsident Scherhag in seiner Rede Handlungsbedarf. In vielen Bereichen seien die mittelständischen Unternehmen im vergangenen Jahr Flexibilität, Engagement und offensives Handeln am Markt nicht schuldig geblieben. Scherhag lobte das Ausbildungsengagement, die Wahrnehmung von Chancen, die sich in internationalen Märkten böten. "Mit dem Klimaschutzprogramm sehen wir langfristig eine große Chance für das Handwerk, Aufträge bei der Umsetzung dieses Programms zu sichern. Hier gibt es deutliche Impulse durch die Politik." Doch Scherhag nannte auch Bereiche, wo die Wirtschaft auf eine entschlossene Politik setzt, wo Kammern und Politik gemeinsam mehr erreichen können, so beim Bürokratieabbau. Scherhag geht von einer Erweiterung des bisher genannten Landeskonzeptes in diesem Punkt aus.
"Für die IHK ist 2008 in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr", unterstrich IHK-Präsident Manfred Sattler und wies auf das 175-jährige Jubiläum der Industrie- und Handelskammer hin.
Wie auch die Handwerkskammer, könne die IHK auf einen kräftigen Zuwachs bei der Zahl neuer Lehrstellen verweisen. "Hier haben unsere Unternehmen 2007 einen neuen Rekord erreicht und alle Vorgaben des Ausbildungspaktes mit der Landesregierung erfüllt." Trotz dieser Entwicklung sei es bedenklich, wenn der öffentliche Bereich ein Minus von 6,5 Prozent beisteuere. "Hier sind Land und Kommunen gefordert, auch ihren Beitrag zu leisten."
Beide Wirtschaftskammern sprachen sich dafür aus, das neue Konzept der Landesregierung "Realschule Plus" mitzugestalten. Manfred Sattler: "Wir werden es konstruktiv und kritisch begleiten. Es kommt darauf an, dass die Ausbildungsreife der Jugendlichen verbessert wird und nicht neue Etiketten erfunden werden." Der IHK-Präsident wies nochmals darauf hin, "dass mittelständische Betriebe überfordert sind, wenn sie jetzt auch noch Hilfslehrer werden sollen. Hier müssen Schule, Eltern und Gesellschaft ihren Beitrag leisten." Mit Blick auf das Jubiläumsjahr kündigte Sattler zahlreiche Fachveranstaltungen an. So werde zum Festakt im Juni der DIHK-Vorstand erwartet und auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos habe sein Kommen angekündigt.
Trotz der konstruktiven und positiven Zusammenarbeit mit der Landesregierung hatte Sattler auch Punkte der Kritik. "Ich denke da an das Thema Gesetzlicher Mindestlohn, bei dem die Landesregierung im Bundesrat eine Vorreiterrolle spielt oder auch das unsinnige und bürokratische Tariftreue-Gesetz, sagte Sattler. Weiterhin beobachte er, dass die Bürokratie von Tag zu Tag zu- statt abnehme.
"Der viel zitierte Aufschwung ist nicht nur an vielen Bürgern, sondern auch an den kleinen und mittelständischen Betrieben vorbeigegangen", stellte der IHK-Präsident fest. Er kritisierte auch die weiteren Erhöhungen der öffentlichen Haushalte und schlug vor, den Haushalt zehn Jahre lang einzufrieren, was einem Schulendabbau von 20 bis 30 Prozent entspräche. Sattler appellierte auch an die Eigenverantwortung der Wirtschaft: "Wir Unternehmer können nicht auf die Politik warten, wir müssen selbst handeln, wenn wir Erfolg haben wollen."
Nicht nur auf nationaler Ebene spiele der deutsche Mittelstand eine Rolle, sondern habe längst auch auf internationaler Bühne einen wichtigen Part. Für die Handwerkskammer Koblenz, das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz und in ganz Deutschland nannte Karl-Heinz Scherhag die Höherstufung der Meisterqualifikation im EU-System der Berufsanerkennungen. "In Europa gilt der Meister, gilt die berufliche Bildung im Verhältnis zu den sonst überwiegend schulischen Bildungsabschlüssen. Nicht ohne Stolz möchte ich erwähnen, dass an diesem Ergebnis in Brüssel die Handwerkskammer Koblenz nicht ganz unbeteiligt war." Mit Blick durch die internationale Brille wies Scherhag auch auf die Aufgaben vor der Haustür hin. "Wir setzen uns besonders für junge Menschen mit Migrationshintergrund ein, so mit dem Projekt „Handwerk fördert die Migranten“ und tragen so dazu bei, dass diese Jugendlichen nicht Ausländer in unserem Lande bleiben, sondern Teil unseres Bildungs- und Beschäftigungssystems werden." Mit Blick auf die demografische Entwicklung wies Karl-Heinz Scherhag nochmals auf die künftige Entwicklung am Ausbildungsmarkt hin: "Wir brauchen die jungen Migranten als Gesellen und Handwerksmeister von morgen. Ihnen kommt eine wichtige Rolle in der Wirtschaft zu – das ist Verantwortung und Chance zugleich. Also laden wir sie bereits heute ein, diesen Weg mit uns gemeinsam zu gestalten."
Scherhag und Sattler forderten die Partner aus Politik und Wirtschaft, aus Bundeswehr, Wissenschaft und Gesellschaft auf, zusammen mit den Kammern das Jahr 2008 aktiv zu gestalten. "Der Jahresempfang der Wirtschaft bietet dazu eine gute Gelegenheit. Nutzen wir sie als Grundlage für anregende Gespräche."
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Politik und Wirtschaft im Gespräch beim Neujahrsempfamg der Wirtschaft: Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Podzun (IHK), Präsident Karl-Heinz Scherhag (HwK), Justizminister Dr. Heinz Georg Bamberger, Finanzminister Professor Dr. Ingolf Deubel, Präsident Manfred Sattler (IHK), Hauptgeschäftsführer Karl-Jürgen Wilbert (HwK) sowie die Staatssekretäre Dr. Carsten Kühl und Roger Lewentz (von links). Foto: Piel media



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