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Nachricht vom 23.10.2012    

Daadener FDP für "Dreiklang" der Stegskopf-Nutzung

Die Mischnutzung Naturschutzflächen - Gewerbegebiet - Windkraftflächen favorisiert die Daadener FDP. Die Liberalen wollen keine "grüne Fremdbestimmung" aus Mainz. So jedenfalls das Fazit der Oktoberversammlung.

Daaden/Friedewald. Einziger Tagesordnungspunkt beim Oktoberstammtisch der Daadener FDP war die zukünftige Nutzung des in zwei Jahren wohl verlassenen Truppenübungsplatzes Stegskopf. Im Beisein des Vorsitzenden der FDP-Kreistagsfraktion, Volker Marenbach, und dem ehemaligen RLP-Wirtschaftsministers Hans-Artur Bauckhage berichtete Bürgermeister Wolfgang Schneider über den aktuellen Stand der Lage und den bisherigen, gemeinsamen Verhandlungen der Verbandsgemeinde-Verwaltung Daaden sowie den ebenfalls betroffenen Verbandsgemeinden Bad Marienberg und Rennerod mit der Nachlass verwaltenden BIMA.
Während die Naturschutzverbände eine völlige Unternaturschutzstellung des gesamten Truppenübungsplatzes fordern, möchten die regionalen Verbandgemeinden eine Mischnutzung – und zwar die Überplanung der Fläche durch einen Zweckverband.

Eigentümer der Fläche, dass stellte Schneider dar, wolle jedenfalls der Bund bleiben, welchen Verwendungen die Flächen zukünftig erfahren, darauf möchte die BIMA keinen Einfluss nehmen – sprich: darüber müssen sich die Anrainer selbst einig werden zusätzlich mit der Landesregierung.
Die an den Truppenübungsplatz angrenzenden Gemeinden hätten durch die Bundeswehr „einiges zu ertragen“ gehabt. Nun wäre es an der Zeit, dass die Randgemeinden über die Nutzung der Flächen zu entscheiden hätten, war die Meinung in der Runde.
Ganz klar spricht sich die Daadener FDP für eine gemischte Nutzung des Geländes aus. Während sicher der weitaus größte Teil der Fläche dem Naturschutz „gehöre“, so sei doch kaum eine Fläche im Westerwald geeigneter für die Windenergie-Nutzung (ohne Störung der angrenzenden Gemeinden).

Wenn man die Energiewende wolle, so der Tenor, müsse man die dezentrale Stromerzeugung an den Orten realisieren, die sich dafür eignen. Auf Unverständnis stößt bei der FDP die radikale Forderung des BUND, die gesamte Fläche unter Schutz zu stellen, zumal in dem entsprechenden Konzept des Verbandes eine Windkraft-Nutzung ausdrücklich erwähnt wird.
Schließlich, so die einhellige Meinung der Daadener FDP, eignet sich das Lager mit Kasernen und vielerlei Nutzgebäuden zu allem anderen, aber nicht als Naturschutzfläche. Hier sollte ein Gewerbegebiet geplant werden, zumal von dort eine hervorragende Anbindung über die B 54 an die Autobahnen A 45 in Haiger und A 3 in Limburg besteht.

Für die Daadener FDP stellt sich die Lage klar: man möchte eine Aufteilung des Truppenübungsplatzes Stegskopf in Naturschutzflächen, Nutzung für die Windenergie und für das Gewerbe – immer dort, wo es sinnvoll ist. Der Daadener Verwaltungschef bekam die breite Unterstützung der Runde. Gleichzeitig möchte man auch im Kreistag auf entsprechende Unterstützung drängen und mit den übrigen Parteien gemeinsam bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung für diese Ziel kämpfen.
Die heimischen Abgeordneten der großen Parteien sieht man mit im Boot, fordert von ihnen jedoch, sich mit Nachdruck in Mainz gegen eine „grüne Fremdbestimmung“ von dort zur Wehr zu setzen.


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Kommentare zu: Daadener FDP für "Dreiklang" der Stegskopf-Nutzung

1 Kommentar
Wir hatten also "Einiges zu ertragen"?
Ich Persönlich werde die Zeit vermissen, wo "da oben" noch geschossen wurde, wenn die Schließung dann vollzogen ist. Wenn man die Baracken weiter nutzen würde und vermietet, ließen sich da wahrscheinlich einige Touristen anlocken. Das wäre für den Umkreis des Stegskopf eine Bereicherung.
Heutzutage ist es ja leider so, dass die schönen Baracken ca. 1 Jahr nach schließung dem Vandalismus in fortgeschrittenem Maße zum Opfer gefallen wären. Ein "Bundeswehrurlaub" für Leute, die das nicht kennen oder sich noch einmal an ihr Soldatendasein erinnern wollen, wäre in meinen Augen eine sinnvolle Alternative zum Naturschutz.
Am liebsten wäre mir jedoch, der Truppenübungsplatz bliebe erhalten, denn es wird mir fehlen, wenn man im Dorf keine Schüsse hören und keine Leuchtmunition mehr sehen würde.
#1 von Philipp, am 25.10.2012 um 15:50 Uhr

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