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Nachricht vom 23.10.2012    

Land droht dramatischer Ärztemangel

Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel weist darauf hin, dass das Land Rheinland-Pfalz auf einen dramatischen Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zusteuert. Für das Jahr 2030 wird prognostiziert, dass bereits jede zweite Stelle im Gesundheitswesen unbesetzt ist.

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Einen massiven Personalmangel im Gesundheitswesen prognostiziert das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewatherhouseCoopers (PwC) in einer Studie „112 – und niemand hilft“. Darauf macht der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel aufmerksam und fordert von der Landesregierung endlich ein überzeugendes Gegensteuer. „Kein Bundesland ist dramatischer betroffen als Rheinland-Pfalz“, so Rüddel.

Wenn Deutschland das augenblickliche Versorgungsniveau aufrechterhält, bleiben danach im Jahr 2020 rund 33.000 Arzt-Vollzeitstellen unbesetzt, 2030 sind bereits 76.000 Vollzeitstellen vakant, das entspricht einem Bundesdurchschnitt von 23,7 Prozent der Stellen. Bis zum Jahr 2030 fehlen laut der Studie 106.000 Ärzte.

Auch der Pflegenotstand wird sich laut der Studie weiter verschärfen. 2020 fehlen danach 212.000 Pflegekräfte, im Jahr 2030 328.000. Besonders dramatisch
wird die Situation in der Altenpflege: Hier bleiben 2030 rund 33 Prozent der Stellen unbesetzt. Insgesamt fehlen bis 2030 ca. 575.000 Pflegekräfte. Allerdings ist die regionale Verteilung des Mangels bei Ärzten und Pflegekräften laut PwC sehr unterschiedlich. So prognostiziert die Studie für 2020 für Berlin mit 1,2 Prozent unbesetzter Stellen einen geringen Ärztemangel, für Rheinland-Pfalz dagegen eine dramatische Quote von 43,3 Prozent vakanter Arzt-Vollzeitstellen.

Besonders betroffen werden von der Entwicklung die ländlichen Regionen sein befürchtet der CDU-Abgeordnete, der selbst im Westerwald lebt. „Bund und Land, aber auch die Standesorganisationen der Ärzte sind gefordert, hier gegenzusteuern. Gerade das Land muss diese Entwicklung endlich ernster nehmen.“

Der Bund habe mit dem Versorgungsstrukturgesetz bereits erste Maßnahmen ergriffen. Wesentliches Ziel des Gesetzes sei es, die Tätigkeit als Landarzt attraktiver zu machen. Die Patienten sollen auch in Zukunft in ihrer Nähe einen Arzt finden und nicht zu lange auf eine Behandlung warten müssen. Dazu erhalten die Ärzte eine Reihe finanzieller Anreize, um sich in dünn besiedelten Regionen niederzulassen. Aber auch bürokratische und organisatorische Hürden sollen gerade für Landärzte abgebaut werden. Angesichts der wachsenden Überalterung der Ärzteschaft und der Unterversorgung in einigen Regionen zielt das vor allem auch auf junge Ärzte.

Experten warnen bereits seit längerem vor einem drohenden Ärztemangel auf dem Land. Schon heute finden viele Landärzte keinen Nachfolger für ihre Praxis. Auch Krankenhäuser haben für Arztstellen immer weniger Bewerber.

Der Bundestag hat gleichzeitig die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen beauftragt, neue Versorgungsstandards zu definieren, die eine ordentliche medizinische Präsenz auch in ländlichen Regionen garantieren. Gefordert ist jetzt das Land, diese Standards zügig mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) umzusetzen. „Auch brauchen wir mehr Studienplätze für Medizin und kreativere Zulassungsverfahren, die nicht allein von der Note abhängig sind. Der neue Gesundheitsminister in Mainz muss diese Herausforderung im Januar zur Chefsache erklären.“

„Auch für die Pflegeberufe steht Handlungsbedarf an. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Arbeit den Fachkräften wieder mehr Freude macht“, erklärt Erwin Rüddel, der sich für eine Vereinheitlichung der Ausbildung von Kranken- und Altenpflege einsetzt. Auch müsse über die Möglichkeit der Rotation – etwa zwischen Pflege und Bürotätigkeit – diskutiert werden. Die Vereinbarung von Familie und Beruf müsse ebenso gefördert werden, etwa durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, bessere Kinderbetreuung, mehr Weiterbildung und durch neue Aufgaben im Job. Die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte sei als Mittel zwar populär, werde das Problem des Mangels allein allerdings nicht lösen können. Es mangele noch an der Vergleichbarkeit der ausländischen Ausbildung und auch den zugewanderten Fachkräften missfalle die mangelnde Attraktivität des Arbeitsplatzes.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel plädiert dafür, vor allem im Interesse der Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum, neue Versorgungsangebote zu fördern. „Dazu zählt neben der Telemedizin vor allem die Delegation ärztlicher Leistungen. Gerade in ländlichen Regionen brauchen wir Versorgungsstrukturen, die dem steigenden Behandlungsbedarf einer älter werdenden Gesellschaft Rechnung tragen.“



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