Werbung

Region | - keine Angabe -


Nachricht vom 26.10.2012    

Minijobs führen geradewegs in die Altersarmut

Der DGB sieht die Anhebung der Minijobgrenze als Irrweg. In einer Pressemitteilung macht Gabi Weber, DGB Koblenz, für den Kreis Altenkirchen deutlich, dass mehr als 80 Prozent der Minijobber keine Alterssicherung betreiben können.

Kreis Altenkirchen. Die vorgesehene Anhebung der Einkommensgrenzen für Minijobber wird die Probleme am Arbeitsmarkt weiter verschärfen. Noch mehr Menschen geraten in die Minijobfalle mit den Folgen, dass sie nur wenig verdienen und nicht für ihr Alter vorsorgen können.
Die Koalitionsparteien von CDU/CSU und FDP haben beschlossen, die Einkommensgrenze für die geringfügige Beschäftigung von heute 400 Euro auf 450 Euro anzuheben. "Wir erwarten, dass sich die Bundestagsabgeordneten von Fakten und nicht von Ideologie leiten lassen. Das Minijobsystem hat sich als Irrweg erwiesen, und auf Irrwegen sollte man nicht weiter gehen, sondern lieber umkehren", bekräftigt die DGB¬Regionsvorsitzende Gabi Weber.

Der DGB hat Reformvorschläge entwickelt und erwartet, dass sich die Abgeordneten mit den Argumenten auseinandersetzen. Anstatt die Einkommensgrenze anzuheben, sollten die Beschäftigten im Minijob in den regulären Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Dann haben alle Beschäftigen ab dem ersten Euro den vollen Schutz der Sozialen Sicherung und eine bessere Alterssicherung.

Allerdings sollen im unteren Einkommensbereich die Sozialversicherungsbeiträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht paritätisch finanziert werden. Der DGB schlägt vielmehr vor, die Gleitzone, die heute zwischen 400 Euro bis 800 Euro besteht, nach vorne zu verlängern. Der Anteil an den Beiträgen würde also für die Beschäftigten bis 800 Euro langsam ansteigen und für die Arbeitgeber abnehmen. „Hierdurch entstehen vor allem für die Arbeitgeber Anreize, die Beschäftigung auszuweiten, was von vielen Beschäftigten gewünscht werde“, betont Gabi Weber.

"Aus Befragungen wissen wir, dass zwei Drittel der Minijobberinnen und Minijobber ihre Arbeitszeit gerne ausweiten würden. Das gilt vor allem auch für junge Frauen mit Kindern, die vielfach Angst haben, im Minijob den beruflichen Anschluss zu verlieren", führt Weber aus.

Minijobs konzentrieren sich sehr stark auf wenige Branchen, die zudem stark von Frauen besetzt sind. Wenn zum Beispiel – wie im Hotel und Gaststättengewerbe im Kreis Altenkirchen – auf zwei reguläre Stellen drei Minijobber kommen, dann ist ersichtlich, dass hier Fehlentwicklungen vorliegen und die Beschäftigung in dieser Branche immer unattraktiver wird, meint der DGB.

„Minijobber werden zudem extrem schlecht bezahlt. Über 80 Prozent der Minijobber sind dem Niedriglohnsektor zuzuordnen“, sagte Gabi Weber. Die Redewendung „Brutto für netto“ ist faktisch falsch, da die ausgezahlten Löhne in ihrer Höhe gar keine Anteile für eine Altersicherung enthalten. Die Vorteile dieser Beschäftigung liegen überwiegend bei den Arbeitgebern. Diese Benachteiligung will der DGB nicht länger hinnehmen, weil die fehlende soziale Sicherung vor allem die Altersarmut verstärkt.

Im Kreis Altenkirchen gibt es insgesamt 13.855 Minijobberinnen und Minijobber. Demgegenüber stehen 33.552 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Von den Minijobbern haben 9.621 ausschließlich einen Minijob, während 4.234 den Minijob als Nebenbeschäftigung ausüben.



Kommentare zu: Minijobs führen geradewegs in die Altersarmut

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Leerstand in Altenkirchen zeigt Wandel des Einzelhandels

Der Blick in viele Einkaufsstraßen deutscher Städte und Gemeinden macht deutlich: Die steigende Zahl leer stehender Geschäfte ist ein Indikator, dass sich ein Wandel vollzieht. Geht der Trend weiter in Richtung Shopping-Zentren vor den Toren der Kommunen oder übernimmt der Internet-Handel immer mehr Anteile am Umsatz? Noch kann sich Altenkirchen glücklich schätzen. Nicht viele Ladenlokale in der Innenstadt sind verwaist.


Berufsschüler muss Schule wegen nicht entschuldigter Fehlzeiten verlassen

Die Entscheidung des Schulleiters einer Berufsbildenden Schule, das Schulverhältnis mit einem Schüler, der mindestens zehn Tage unentschuldigt gefehlt hat, zu beenden, ist nicht zu beanstanden. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden.


560.000 Euro Fördermittel für die Wissener Stadtentwicklung

Aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“ wurde der Stadt Wissen eine Zuwendung in Höhe von 560.000 Euro bewilligt. Die Nachricht erhielt jetzt der Landtagsabgeordnete Heijo Höfer auf Nachfrage von Innenminister Roger Lewentz.


Bürgermeister Gibhardt: „In Altenkirchen bewegt sich etwas“

Von der Dauer der Amtszeit seines Vorgängers ist er noch Lichtjahre entfernt: War Heijo Höfer beinahe 27,5 Jahre Stadtbürgermeister in Altenkirchen, ist Nachfolger Matthias Gibhardt gerade einmal sechs Monate "an der Macht". Angekommen in der neuen Position sei er allemal, betont er, "aber ich brauche doch mehr als dieses halbe Jahr für die Einarbeitung."


WKB in Wissen: Weiter keine Einigung – Sitzung wurde vertagt

Erneut kam der Wissener Haupt- und Finanzausschuss zum Thema Straßenausbaubeiträge zusammen. Fast drei Stunden wurde getagt, informiert, beraten und gefragt. Am Ende sprachen sich die Grünen der Stadt Wissen schon jetzt gegen die Einführung der Wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge (WKB) aus und nach einer Sitzungsunterbrechung wurde der weitere Verlauf der Sitzung vertagt.




Aktuelle Artikel aus Region


Berufsschüler muss Schule wegen nicht entschuldigter Fehlzeiten verlassen

Koblenz. Der 1999 geborene Kläger besuchte seit dem Schuljahr 2018/2019 eine Berufsbildende Schule der höheren Berufsfachschule ...

Leerstand in Altenkirchen zeigt Wandel des Einzelhandels

Altenkirchen. Ein Spaziergang durch die Altenkirchener Innenstadt von Fußgängerzone (Wilhelmstraße) über Bahnhof-, Quengel- ...

1. Selbacher Dialog: Vereinsleben ist Ehrensache

Selbach. So unterschiedlich wie die Tätigkeitsfelder in den verschiedenen Vereinen sind auch die Menschen, die ihre Fähigkeiten ...

Bürgermeister Gibhardt: „In Altenkirchen bewegt sich etwas“

Altenkirchen. Weiß getünchte Wände, großflächige und ohne Gardinen ausstaffierte Fenster, die einen Blick auf einen Teil ...

Unbekannte brechen ins Kirchener Bowling-Center ein

Kirchen. Nachdem die Täter sich durch das ach Aufhebeln von zwei Türen Zugang zum Bowling-Center verschafft hatten, hebelten ...

560.000 Euro Fördermittel für die Wissener Stadtentwicklung

Wissen. Wie Höfer dazu mitteilt, werden mit dem Programm bauliche Maßnahmen in den Innenstädten von Ober- und Mittelzentren ...

Weitere Artikel


Mittelstand will dezentrale Energieversorgung

Siegen/Region Westerwald. „Die Stromkosten für Verbraucher und mittelständische Unternehmen sind in den vergangenen zehn ...

SSV Weyerbusch wurde Oktoberfest-Fußballturniersieger

Pracht-Niederhausen. Seit bereits neun Jahren veranstaltet die Alt-Herren-Abteilung der Sportgemeinschaft (SG) Niederhausen-Birkenbeul ...

"Speed-Day" für zukünftige Profis

Betzdorf/Kirchen. "Speed-Day" für zukünftige Profis an der BBS Betzdorf-Kirchen: An diesem Tag wurden die Auszubildenden ...

Uhr der Grundschule wird repariert

Wissen. Im Jahr 1906 baute die Firma J.F. Weule aus Bokenem/Harz in der Wissener Schule das mechanische Uhrwerk und die ...

Leistungswettbewerb des Handwerks: 17 Sieger in der Region

Der Bundeswettbewerb im November findet an verschiedenen Orten Deutschlands statt. Bundessieger haben es in der Vergangenheit ...

Pilotprojekt: Holzbrücke für Schwerlastverkehr eingeweiht

Wissen-Stöcken. Wir schreiben das Jahr 2012 n. Chr. In ganz Rheinland-Pfalz, nicht nur im Wisserland gibt es unzählige marode ...

Werbung