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Nachricht vom 08.12.2012    

Aktionswoche für Menschen mit Handicap

Die Agentur für Arbeit rückte mit einer Aktionswoche die Menschen mit einem Handicap in den Mittelpunkt, um mit Vorurteilen aufzuräumen und auf das Fachkräftepotenzial aufmerksam zu machen. Reha-Spezialisten beraten die Unternehmen.

Thomas Fritsch ist Reha-Spezialist für den Kreis Altenkirchen. Foto AA

Kreis Altenkirchen. Die Bundesagentur für Arbeit rief in der vergangenen Woche zum zweiten Mal zu einer Aktionswoche auf, die Menschen mit Handicap in den Mittelpunkt stellte. Mitarbeiter und Führungskräfte warben für mehr Inklusion im Arbeitsleben, Vermittler sprachen gezielt mit Arbeitgebern.

„Nach wie vor haben noch immer viele Unternehmen Vorurteile und Befürchtungen gegenüber der Einstellung Schwerbehinderter Menschen: Weniger leistungsfähig, auf teure Hilfsmittel angewiesen und kaum wieder loszuwerden lauten nur einige dieser Vorbehalte. Mit der Realität hat das in aller Regel nichts zu tun“, weiß Mario Görgens, Teamleiter der Reha-Beratung der Agentur für Arbeit Neuwied.

„Tatsächlich sind viele Schwerbehinderte Menschen hoch motovierte Fachkräfte, deren Handicaps im Berufsalltag kaum ins Gewicht fallen, wenn Kollegen und Betriebsleitung bereit sind, ein wenig Rücksicht zu nehmen“, so Görgens.
Gesetzlich sind alle Betriebe, die im Jahresdurchschnitt mehr als 20 Arbeitsplätze haben, verpflichtet, fünf Prozent dieser Stellen mit schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu besetzen. Wer dem nicht nachkommt, muss die so genannte Ausgleichsabgabe zahlen, die für jeden unbesetzten Pflichtplatz bis zu 260 Euro pro Monat kosten kann.

Im Bezirk der Neuwieder Arbeitsagentur fielen im vergangenen Jahr 535 Unternehmen unter diese Regelung, davon kamen 395 dieser Verpflichtung nach. 140 Arbeitgeber sind eher bereit diese Ausgleichsabgabe zu zahlen, als einen schwerbehinderten Kollegen einzustellen. Im Gesamtbezirk der Neuwieder Arbeitsagentur waren im November 526 Schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

„Wir möchten insbesondere die Unternehmen ansprechen, die bisher noch gar keine schwerbehinderten Mitarbeiter beschäftigen. Diese Firmen wollen wir unterstützen und sie in allen Fragen rund um diese Thematik beraten“, erklärt Görgens. In der Neuwieder Arbeitsagentur stehen eigens hierfür sogenannte Reha-Spezialisten den Arbeitgebern zur Seite.

Die Reha-Spezialisten sind eine kompetente „Schnittstelle“ zwischen den Reha-Betreuern, also den direkten Ansprechpartnern der schwerbehinderten Kunden, und dem Arbeitgeberservice (AGS). Sie arbeiten eng mit den technischen Beratern zusammen, die das Unternehmen im Hinblick auf technische Fragen rund um die Arbeitsplatzgestaltung speziell für Mitarbeiter mit Handicap beraten.

Arbeitgeber, die Fragen zur Beschäftigung behinderter Menschen haben, können sich direkt mit dem Reha-Spezialisten der Agentur für Arbeit Neuwied in Verbindung setzen.
Für den Landkreis Altenkirchen: Thomas Fritsch: (02681) 9557 37
Für den Landkreis Neuwied: Dietrich Rockenfeller: (02631) 891 261



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