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Nachricht vom 29.01.2008    

Vorbild für Fotografen-Generationen

Ab Mitte Februar ist im Kreishaus in Altenkirchen eine große August-Sander-Ausstellung - Menschen und Landschaften zwischen Sieg und Westerwald" - zu sehen. Neben der Ausstellung gibt es noch etliche Sonderaktionen. Unter anderem werden der Bildhauer Erwin Wortelkamp und der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil den großen Fotografen, der in Herdorf geboren wurde, würdigen.

jungbauern von A, Sander

Altenkirchen. Ab Mitte Februar präsentiert die Kreisverwaltung mit der Foto-Ausstellung "August Sander - Menschen und Landschaften zwischen Sieg und Westerwald" einen kulturellen Höhepunkt des Jahres. Neben zahlreichen fachkundigen Führungen werden heimische Künstler mit eigenen Beiträgen das Werk des weltberühmten Herdorfer Ehrenbürgers August Sander würdigen.
Wenn der Herdorfer Künstler Gerhard Junglas am 24. Februar im Altenkirchener Kreishaus (11 Uhr) seine Übersetzung eines Kapitels von "Three farmers on their way to a dance" vom US-Autor Richard Powers lesen wird, dann wird August Sanders (1876 - 1964) weltberühmte Photographie "Jungbauern" aus dem Jahr 1914 im Mittelpunkt stehen. Es zeigt drei junge Bauern, die er auf ihrem Weg zum sonntäglichen Tanz traf. Zwölf Jahre später porträtierte er erneut drei Jungbauern, die mit dem Fahrrad unterwegs waren. Es sind nur zwei von 120 Photographien des gebürtigen Herdorfers, die als Neuabzüge von den originalen Glasnegativplatten gefertigt wurden und vom Sonntag, 17. Februar, 11 Uhr, bis zum Sonntag, 4. Mai, im Kreishaus im Rahmen der Ausstellung "August Sander - Menschen und Landschaften zwischen Sieg und Westerwald" gezeigt werden. Die Lesung mit Junglas, der selber auch fotografisch tätig ist, bildet den Auftakt einer Reihe von begleitenden Veranstaltungen zur August-Sander-Ausstellung, die das Kulturbüro des Landkreises gemeinsam mit der Photographischen Sammlung Köln/SK Stiftung Kultur in Köln durchführt.
"Gerade im Zeitalter der Globalisierung ist es wichtig, sich auf seine Wurzeln zu besinnen", sagt Landrat Michael Lieber. Abseits des Zeitgeistes sei die Beschäftigung mit dem Werk Sanders, das den Menschen ohne Maske zeige, dazu bestens geeignet. Seine Motive sind Alltagssituationen wie die Bauern auf dem Weg zum Tanz, das Kartenspiel in der Dorfwirtschaft, Familienfeste, Straßenbauarbeiter. Sander, ohne dessen außergewöhnliche Leistungen auch heute keine Fotographiegeschichte auskommt, wird bis in die Gegenwart für seine direkte und klare Bildsprache gewürdigt und gilt als Vorbild für folgende Fotografengenerationen. "Nichts schien mir geeigneter zu sein, als durch die Photographie in absoluter Naturtreue ein Zeitbild unserer Zeit zu geben“, so Sander 1927 über seine Darstellungen.
Die Ausstellungsmacher wollen dabei auch den Menschen August Sander zeigen. So lädt am 9. März (11 Uhr) die Kreismusikschule zu einer Konzert-Matinée zum Thema "August Sander und seine musikalischen Vorlieben" ein. Am 2. April steht dann ein Besuch der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Sanders Wahlheimat Köln auf dem Programm. Die Stiftung hat 1992 den Nachlass von August Sander erworben und ist seitdem damit betraut, sein Werk weltweit durch Ausstellungen und Publikationen der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Hierbei können Interessierte noch mehr Werke Sanders kennen lernen, unter anderem Arbeiten mit Motiven aus anderen Teilen Deutschlands.
Von Köln aus, wo Sander seit 1911 lebte und sich bereits damals einen Namen in Kunst und Fotographie gemacht hatte, ging es jedoch immer wieder in den Westerwald, wohin er in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges schließlich ganz zurückkehrte und sich in Kuchhausen ansiedelte. Die bei vielen Reisen gefertigten Aufnahmen der Westerwälder wurden später Teil seines Portraitwerkes "Menschen des 20. Jahrhunderts". Viele typische Orts- und Landschaftsaufnahmen sind in seinem heute so berühmten Gesamtwerk zu finden, die die Region treffend charakterisieren. Davon angesteckt, begeisterte sich über Jahrzehnte auch der heimische Bildhauer Erwin Wortelkamp für Sanders Werk. Schließlich entstand das "Haus für August Sander" inmitten von Wortelkamps Skulpturenlandschaft "Im Tal" in Hasselbach/Werkhausen mit den von ihm zusammengetragenen Sander-Originalen. "August Sander in Hasselbach" ist daher auch der Titel von Wortelkamps Vortrag am 5. April im "Haus für die Kunst" (17 Uhr). Für den 18. Mai lädt er im Rahmen der Sander-Ausstellung noch einmal ein zu einem Rundgang "Im Tal" (15 Uhr).
Mit Professor Hanns-Josef Ortheil würdigt schließlich noch ein weiterer Künstler mit Westerwälder Wurzeln die Arbeit von August Sander. Am 20. April (11 Uhr) liest der unter anderem mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnete Schriftsteller und Hochschullehrer im Kreishaus einen eigenen literarischen Beitrag mit dem Titel "August Sander und der Westerwald".
Die Ausstellung kann an Wochentagen während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung besucht werden, außerdem ist sie sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Kreisvolkshochschule bietet außerdem über 20 fachkundige Führungen an, jeweils sonntags um 14 Uhr und 15.30 Uhr. Der begleitende Ausstellungskatalog mit 50 Photographien ist beim Info-Punkt der Kreisverwaltung zum Preis von 15 Euro erhältlich und wird im örtlichen Buchhandel sowie in den Geschäftsstellen der Kreissparkasse verkauft, die die Sander-Ausstellung aus Anlass ihres 150-jährigen Jubiläums mitfinanziert. Weitere Informationen zur Ausstellung und den einzelnen Veranstaltungen gibt es beim Kulturbüro des Kreises Altenkirchen (Tel.: 02681/ 81-2015 oder E-mail: kulturbuero@kreis-ak.de).
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Foto: Jungbauern, 1914. © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, 2008


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