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Nachricht vom 17.01.2013    

Landrat Michael Lieber: Den Blick nach vorne richten

Beim Neujahrsempfang des Landrates für die Ortsbürgermeister des Landkreises stand die desolate Haushaltsentwicklung, die zur Erhöhung der Kreisumlage führt und zur Neuverschuldung beiträgt, im Mittelpunkt. Den Gastvortrag zum Thema "Regionalmarketing" hielt Professor Hanna Schramm-Klein von der Uni Siegen.

Neujahrsempfang im Kreishaus: Landrat Michael Lieber, Gastreferentin Prof. Hanna Schramm-Klein, die Beigeordneten Dr. Heike Johannes und Konrad Schwan (von links). Fotos: Helga Wienand-Schmidt

Altenkirchen. Der Empfang für die Ortsbürgermeister des Landkreises zu Beginn eines Jahres in der Kreisverwaltung hat Tradition. Landrat Michael Lieber begrüßte seine "kommunale Familie" und ging auf die am Tag zuvor stattgefundene Kreistagssitzung ein. Dabei stand das Haushaltsdefizit von 10 Millionen Euro in den Betrachtungen im Mittelpunkt.

Die Erhöhung der Kreisumlage sei unumgänglich gewesen, denn der Kreis sei doppelt bestraft, die Finanzaufsicht hätte mitzureden und die Neuregelung zum kommunalen Finanzausgleich komme erst 2014. Lieber beleuchtet die Schieflage des Haushaltes an Zahlenbeispielen. So liegen die Aufwendungen im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe bei rund 71,8 Millionen Euro, mit rund 24,4 Millionen Euro schlagen die Kindergartenpersonalkosten zu Buche. Mit rund 18,9 Millionen Euro sind die Aufwendungen für Aufwendungen für den Straßenbau, die Gebäudeunterhaltung und Bewirtschaftung sowie die Schülerbeförderung veranschlagt.

Die Kreisumlage beträgt 43,7 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisung des Landes rund 20.9 Millionen und die Zweckzuweisungen des Landes rund 22,7 Millionen Euro. Die Sozialerträge belaufen sich auf rund 33,1 Millionen Euro.

"Die Schere zwischen den Erträgen und Aufwendungen der sozialen Sicherung geht immer weiter auseinander und dies trotz der erhöhten Bundesbeteiligung an den Kosten der Grundsicherung im Alter und bei der Erwerbsminderung", sagte Lieber.

Lieber forderte dazu auf, den Blick nach vorne zu richten und nicht zu pessimistisch in die Zukunft zu schauen. Viele Beschlüsse des Kreistages seien einmütig gefasst worden, es gelte den Blick auf die gemeinsame Arbeit zu richten. Es ginge darum den Landkreis lebenswert zu erhalten und die Herausforderungen anzunehmen. Der Regionalentwicklungsprozess "Zukunftskreis Altenkirchen" sei gestartet, um sich den wichtigen Zukunftsfragen zu stellen.

Als Gastreferentin war Professor Hanna Schramm-Klein von der Uni Siegen mit dem Thema "Regionalmarketing in Zeiten des demografischen Wandels" geladen. Anknüpfend an die Vorstellung des Konzeptes "Zukunftskreis Altenkirchen" gab sie den Einblick in erfolgreiches Regionalmarketing. Dabei warnte sie vor leeren Phrasen und nichtssagenden allgemeingültigen Aussagen die jede Region für sich in Anspruch nehme. Die demografische Entwicklung des Kreises, die Pendleraktivitäten und die Insolvenzen hatte sie näher beleuchtet. Schramm-Klein empfahl die Zusammenarbeit und die Kooperation in der Region und eine klare Positionierung sowie die Definition der Zielgruppen, die man erreichen will.

Jedes Dorf, jede Stadt betreibe Standortmarketing, da entstehe ein Flickwerk, anstatt die Region als Besonderheit nach vorne zu bringen. Die Professorin warb für die regionale Zusammenarbeit über den Tellerrand hinaus um erfolgreich mitten in Europa zu sein.

Die musikalische Begleitung gelang Nina Selbach und Sebastian Pattberg von der Kreismusikschule. Die Formation "Soulcreek" war wegen Krankheit und Abiturarbeiten auf die beiden jungen Musiker zusammengeschrumpft, sie meisterten ihren Part vortrefflich. (hws)


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Kommentare zu: Landrat Michael Lieber: Den Blick nach vorne richten

5 Kommentare
Auch die leeren Worthülsen und Phrasen des Landrates bringen den Kreis nicht einen Zentimeter nach vorne! Soll es das gewesen sein? Der Landkreis Altenkirchen als Freizeiteldorado für Erholungssuchende aus den angrenzenden Ballungsräumen? Wo sind die zukunfstweisenden Ideen und Konzepte der Mehrheitsfraktion im Kreistag? Sollen wir den Blick nach vorne richten, damit wie die Fehler aus Vergangenheit und Gegegnwart nicht sehen?
#5 von Volker, am 01.08.2013 um 09:09 Uhr
Pah, von wegen DSL! Formulieren Sie das mal lieber so wie es ist! Alle Augen warten auf die liebe WFG, die sich hinter der nicht erfolgten Landesförderung versteckt hat - woher soll es auch kommen?! Nun hat niemand Highspeed-Internet, dass man sich darauf beschränkt, auszuzählen, wer kein Geld hat, wie es ja bereits geschieht. Warum sind aber bei diesem Thema einige schneller (Betzdorf, Daaden, Etzbach, Hamm?) und andere verpassen offensichtlich den Sprung auf den Zug? Hat das auch etwas mit der Wahrnehmung von tatsächlichen Problemen innerhalb der Räte zu tun?
#4 von Günter Bröhl, am 18.01.2013 um 10:55 Uhr
Wirklich positiv finde ich, dass die Probleme im Kreis offen angesprochen wurden: Der demografische Wandel wie auch die magere Finanzsituation. Beides wird sich wohl in Zukunft weiter verschärfen. Leider habe ich die Befürchtung, dass die lokale Politik mal wieder keine echten, wirksamen Handlungen daraus ableitet. Mal hier eine Studie, mal dort ein Vortrag. Erinnert mich irgendwie an das, vorsichtig formuliert "nicht besonders erfolgreiche Agieren" beim Thema DSL-Ausbau.
Leider steht sich die Lokalpolitik bei der Lösung der Probleme oft selbst im Weg. Das habe ich beim DSL-Ausbau selbst erfahren. Welches Parteibuch ein Bürgermeister hat, oder wen er nicht leiden kann, spielt im Kreis leider immer noch eine sehr große Rolle. Professor Hanna Schramm-Klein hat das auch angesprochen (Stichwort Flickwerk). Und genau hier sehe ich eine wichtige Aufgabe des Landrats. Leider konnte ich von diesem bisher kein parteiübergreifendes Handeln erkennen.
#3 von Markus Bläser, am 18.01.2013 um 10:05 Uhr
@ 1: Tja, was will man von einer Kreispolitik erwarten, die noch nicht einmal bei der Einrichtung einer Müllumladestation den Abschied vom Kirchtumrdenken auf die Reihe bekommt? Politisches Klein-Klein an allen Ecken und Enden! Es gibt viele Gründe, warum der Kreis schrumpft. Und dazu gehört auch die Unbeweglichkeit in den Köpfen der so genannten politischen Entscheider. Ausnahmen betsätigen natürlich die Regel ...
#2 von Paul Somborn, am 18.01.2013 um 09:24 Uhr
Jetzt also Regionalmarketing. Auch ein schickes Stichwort, aber wer füllt es mit Leben?! Ach ja, der Herr Neuhoff hat ja einen Job … Der CDU-Kreisvorsitzende Josef Rosenbauer hat beim Kreisparteitag Ende April 2012 auch so was von sich gegeben: Man müsse sich als Region positionieren, den Lebens- und Freizeitwert unweit der Ballungsgebiete als Stärke definieren und verkaufen – sinngemäß. Schon recht. Aber erstens müsste man das dann tatsächlich mal tun – auch von der Union kommt da nix! -, denn zweitens ist unsere schöne Region nicht die erste, die auf genau diese Idee kommt. Da gibt es einige Gegenden, die an die Speckgürtel grenzen, die sind dem Kreis Altenkirchen Lichtjahre voraus in Sachen Regionalvermarktung!! Hier allerdings braucht es wieder einmal die professorale Erleuchtung. Taten werden auch diesmal nicht folgen, so meine Befürchtung!
#1 von Paola Schall, am 18.01.2013 um 07:49 Uhr

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