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Nachricht vom 21.01.2013    

125 Jahre Volksbank Gebhardshain gefeiert

Aus dem ehemaligen Darlehnskassenverein des Jahres 1888 wurde die Volksbank Gebhardshain. Das 125-jährige Jubiläum wurde gebührend gefeiert, mit Ehrengästen, Jubilaren und den geladenen Vertretern aus Politik, Kirche und Wirtschaft. Dabei stand der historische Rückblick ebenso im Mittelpunkt wie die Verwurzelung in der Region.

Das Wappen des Kreises Altenkirchen überreichte Landrat Michael Lieber an die Vorstände Stefan Kronimus und Richard Theis. Fotos: anna

Gebhardshain/Rosenheim. Am 8. Januar 1888, also vor 125 Jahren, gründeten im damaligen Kotzenroth Lehrer und Pfarrer einen Darlehnskassenverein, ein Verein, der Hilfe zur Selbsthilfe geben wollte, um so den Menschen des Dorfes und der Region zu einem besseren Leben zu verhelfen. Aus diesem Darlehnskassenverein, der bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts auch noch Warengeschäfte tätigte, ging die heutige Volksbank Gebhardshain hervor. Beiden Einrichtungen liegt der Genossenschaftsgedanke von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu Grunde, einem Mann aus der Region.

Im Bürgerhaus Rosenheim feierte die Volksbank Gebhardshain nun dieses 125-jährige Bestehen in großem Rahmen. Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Koch begrüßte unter den Gästen die geladenen Mitglieder, Vertreter aus Wirtschaft, Politik, die Ortsbürgermeister der Verbandsgemeinde, Vertreter der Schulen und Kirchen, der Nachbarkommunen und Geschäftspartner. Namentlich grüßte Koch den Landrat Michael Lieber, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konrad Schwan, den Ortsbürgermeister von Rosenheim Bernd Mockenhaupt, das ehemalige Vorstandsmitglied Dietmar Gütig und Hans Josef Heuter vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband.
Koch bezeichnete die Genossenschaften als Erfolgsstory und man sei stolz, dass diese ihren Ursprung in der Region hätten. Die Volksbank Gebhardshain habe in 125 Jahren Erfolge und Rückschläge erfahren müssen, doch sei man heute auch dank eines gut qualifizierten Teams auf einem guten Weg.
Vorstandsmitglied Stefan Kronimus berichtete den Gästen, dass es im Bereich der IHK Koblenz in diesem Jahr nur drei Unternehmen gäbe, die ihr 125-jähriges Bestehen feiern könnten und die Volksbank Gebhardshain sei eines davon. Die Volksbank sei in der Region fest verwurzelt, was sich auch im Programm des Tages niederschlage.

Für die musikalische Unterhaltung sorge der MGV Rosenheim, sowie die junge Formation „rythmicBRASS“, deren Mitglieder alle aus der Region kommen und über „Das Gebhardshainer Land im 19. Jahrhundert“ referierte Konrad Schwan. Dieser begrüßte seinerseits die Gäste und freute sich schelmisch, dass er nun auch endlich einmal „liebe Genossinnen und Genossen“ sagen könne. An den Vorstand gerichtet versicherte Schwan auch keine Honorarrechnung zu schicken, vielmehr verstehe er sein Referat als ganz persönliches Geschenk an die Volksbank Gebhardshain.
Das Geschenk fiel dann auch recht ausführlich aus, beginnend im Jahr 1800. Schwan erzählte von der Neuordnung des Landes, zurückgehend auf den Wiener Kongress im Jahr 1816. Die Menschen der Region lebten überwiegend von der Landwirtschaft litten unter Hungersnöten und Armut. Es gab eine große Auswanderungswelle, vorwiegend nach Amerika. Die Ankunft der Eisenbahn 1862 in Betzdorf war im Gebhardshainer Land wenig spürbar. Erst die Errichtung einer Schmalspurbahn in den 1870er Jahren brachte einen kleinen Aufschwung zumindest in den Gruben der Region die damals in Hand der Familie Krupp waren. Es gründeten sich erste Vereine und neue Berufe siedelten sich an.
Das Gründerjahr des „Darlehnskassenvereins“ 1888 ging als das „Drei-Kaiser-Jahr“ in die Geschichte ein. Mit dem Fazit, dass die Entwicklung einer Region ohne die entsprechende Infrastruktur nicht möglich sei, schloss Schwan sein Referat.

Vorstand Richard Theis widmete sich anschließend der Geschichte des Darlehnskassenvereins, der sich im Verlauf der Jahre zur Volksbank Gebhardshain entwickelte. Im Jahre 1970 fand die erste gemeinsame Generalversammlung der Volksbank Gebhardshain mit ihren Filialen Rosenheim, Elkenroth und Steinebach statt. Bis dahin hatte die Bank zwei Weltkriege überstanden, zwei Währungsreformen durch gemacht und die Wirtschaftswunderjahre erlebt. Das Ziel, den Mitgliedern und Kunden immer ein zuverlässiger Partner zu sein, habe man nie aus den Augen verloren.

Landrat Lieber gratulierte und sprach den Mitarbeitern der Bank Dank und Anerkennung für das Geleistete aus. Heuter berichtete, dass sich die Genossenschaften heute weltweit als krisenfest bewiesen hätten. Die Volksbank sei nicht in die Jahre gekommen, sondern erwachsen geworden.
Mockenhaupt meinte, dass das Ergebnis der Volksbank sich nicht nur in Euro, sondern in zahlreichen Hilfestellungen für Schulen, Kindergärten und Orte messen ließe.
Den Rahmen der Geburtstagsfeier nutzten die Vorstände der Bank um langjährige Mitglieder zu ehren. Seit 50 Jahren gehören Hugo Bäcker (Gebhardshain), Eberhard Heiber (Rosenheim), Cäcilia Hoechtlen (Elkenroth), Hermann Kirchfeld (Fensdorf), Rudi Krah (Weitefeld), Werner Robert Schneider (Weitefeld), Paul Schupp (Kausen), Alois Schwenk (Molzhain), Meinhard Weidenbruch (Gebhardshain) und Otto Weller (Gebhardshain) an.
Seit 60 Jahren sind Hermann Arndt (Nauroth) und Walter Dormann (Gebhardshain) Mitglieder der Bank. In seinem Schlusswort sprach Kronimus davon, dass die Volksbank Gebhardshain immer ein Garant für Kundennähe sei. Ganz nach ihrem Leitspruch: „Ihre Bank mit Herz und Verstand“ stehe der Mensch im Mittelpunkt. (anna)


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