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Nachricht vom 31.01.2013    

Koffer gepackt und Heimat vorgestellt

Die Begegnungen junger Menschen zwischen Ost und West steht im Mittelpunkt des Projektes: "Hin und Weg - Ich packe meinen Koffer und zeige dir meine Heimat". Jugendliche aus Betzdorf waren nun zu Gast in Mecklenburg-Vorpommern und stellten ihre Heimat vor. Sie erlebten eine etwas andere Welt und kamen mit neuen Eindrücken zurück.

Kennenlernen, Vorurteile abbauen - all dies fand beim Jugendaustausch statt. Fotos: pr

Betzdorf. Nachdem eine Jugendgruppe aus dem vogtländischen Auerbach in Sachsen im November zu Besuch in der Verbandsgemeinde Betzdorf war, wurden die Jugendlichen für ein Wochenende im Januar nach Mecklenburg-Vorpommern eingeladen. Die Jugendpflege sowie das Jugendrotkreuz der Verbandsgemeinde Betzdorf hatten sich im vergangenen Jahr für die Teilnahme am Austauschprojekt „Hin und Weg – Ich packe meinen Koffer und zeig dir meine Heimat“ beworben und waren ausgelost worden.
Es handelt sich um ein Jugendprogramm der Stiftung "Demokratische Jugend" und wird durch die Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ unterstützt. Ziel der Aktion ist es, Jugendlichen aus dem ländlichen Raum die Möglichkeit zu geben, Gleichaltrige aus anderen Bundesländern und deren Lebensumfeld kennen zu lernen sowie das eigene vorzustellen.
Die Gruppe aus dem Kreis Altenkirchen machte sich schon früh morgens an einem Freitag auf den langen Weg bis fast an die polnische Grenze in der Nähe von Stettin. Untergebracht wurden die Reisenden im Kinder- und Jugendhaus Strasburg, einem großzügigen Gebäude mit allen Beschäftigungsmöglichkeiten, die ein Jugendlicher sich in einem Jugendclub wünschen kann. Vom Billardtisch über Kicker, Spielekonsolen sowie einem Raum zum Boxen und Tanzen war alles zu finden. So kamen sich die beiden Jugendgruppen über die verschiedenen Aktivitäten schnell näher.
Am Samstag wurde neben der Stadt auch das Strasburger Museum erkundet. Dort konnten die Mädchen und Jungen nicht nur ein altes Schulzimmer sowie die einzige Strohuhr der Welt anschauen, sondern auch eine Ausstellung zu Max Schmeling, dem berühmten Boxer, der seine Wurzeln vor Ort hatte. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Aktion: Die Besucher erzählten anhand verschiedener Gegenstände und Bilder aus und von Betzdorf von ihrer Heimat. Dabei wurde schnell klar, dass sich die beiden Gemeinden in der Infrastruktur stark voneinander unterscheiden.

Auch den mitgereisten Betreuern wurde klar: in Betzdorf ist unheimlich vieles neu: Neben St. Barbaratunnel, S-Forum, Tierklinik, Expert Klein, Schwimmbad und einem großen Kreisverkehr im Zentrum kann Betzdorf auch mit einer neu modernisierten Stadthalle inklusive Gastronomie sowie dem renovierten Polizei- und Amtsgerichtsgebäude aufwarten.

Von der Größe her ist die Strasburg mit Betzdorf vergleichbar, denn bis Anfang der 90er Jahre lebten in und um die Stadt ca. 16.000 Einwohner. Dem entsprechend war auch die Infrastruktur. Heute hat Strasburg nur noch 5000 Einwohner. Dies spiegelt sich auch im Stadtbild wider. Zum einen gibt es schön hergerichtete Häuser und direkt daneben nagt der Zahn der Zeit am Haus und der Verputz fällt ab, bzw. Fenster sind eingeworfen oder einige Häuser sogar unbewohnbar. Selbst vor öffentlichen Gebäuden macht dieser Verfall nicht Halt. So steht eine nicht mehr benötigte Berufsschule (für ca. 1200 Schüler) leer und ist dem Verfall freigegeben. Wer hier auf eine weiterführende Schule gehen möchte, hat täglich eine lange Fahrtzeit auf sich zu nehmen, denn vor Ort gibt es nur noch eine Grundschule (früher 600 Schüler, heute 150 Schüler) und eine Regionale Schule.

Den Teilnehmern aus Betzdorf wurde klar, wie gut entwickelt das heimische Betzdorf ist und dass man hier eine Vielzahl an schulischen, beruflichen und Freizeitmöglichkeiten hat. Zwar gibt es auch bei uns viele Pendler, aber mehrere Städte wie Siegen oder Köln sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der Gruppe wurde bewusst, wie gut es um Betzdorf und Umgebung steht und oft auf einem „hohen Niveau“ gemeckert wird. Denn eine offizielle Arbeitslosenquote von über 20 Prozent wie in Strasburg ist erschreckend, und zeigt wie schwierig es für die Jugendlichen ist, einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz zu finden.
Nachdem es am ersten Abend für die Jugendlichen noch schwierig war, miteinander ins Gespräch zu kommen, wurde dagegen am zweiten Abend gemeinsam gespielt und viele Facebookaccounts ausgetauscht, um auf dem Weg der virtuellen Netzwerke in Verbindung zu bleiben.
Auf dem Rückweg am Sonntag machte die Gruppe in Berlin Halt und schaute sich noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit der Bundeshauptstadt an. Schon auf der Rückfahrt sprachen sich die Jugendlichen dafür aus, sich auch in 2013 wieder beim Projekt zu bewerben, denn es ist sehr interessant, andere Regionen mit seinen Eigenheiten und gleichaltrigen Menschen kennen zu lernen.



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