Werbung

Nachricht vom 28.02.2013    

Notarielle Testamente können auch Kosten sparen

Mit seinem jüngsten Urteil bestätigt das Oberlandesgericht Hamm (Urteil vom 1. Oktober 2012 – Az.: I-31 U 55/12) erneut, dass Banken nicht grundsätzlich die Vorlage eines Erbscheins verlangen können, sondern der Erbe sich auch durch ein eröffnetes notarielles Testament legitimieren kann. Darüber informieren nun die Notare im Oberlandesgerichtsbezirk Koblenz.

Koblenz. Mit dem Tode eines Menschen geht dessen Vermögen auf seine Erben über. Allerdings ist für Außenstehende nicht ohne weiteres erkennbar, wer Erbe geworden ist. Denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob und wie viele Testamente der Verstorbene hinterlassen hat und wer alles zum Kreis gesetzlicher Erben zählt? Behörden, Banken und sonstige Nachlassschuldner verlangen deshalb regelmäßig einen Nachweis der Erbenstellung.
Als Nachweismöglichkeit steht in erster Linie der Erbschein zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um ein amtliches Zeugnis des Nachlassgerichts, das die Stellung des Erben als solchen ausweist. Das Verfahren zur Erlangung eines Erbscheins ist allerdings zeit- und kostenaufwendig. Es verwundert daher nicht, dass Alternativen zum Erbschein gesucht werden. „Hier hilft das notarielle Testament weiter“, erklärt Dr. Steffen Breßler, Geschäftsführer von der Notarkammer Koblenz. Als öffentliche Urkunde genügt es in Verbindung mit dem gerichtlichen Eröffnungsprotokoll regelmäßig als Erbnachweis gegenüber Grundbuchämtern, Registern und Behörden und, wie das Oberlandesgericht Hamm in Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshof (Urteil vom 07. Juni 2005 – Az.: XI ZR 311/04) erneut bestätigt hat, auch gegenüber Banken. Das notarielle Testament ersetzt damit den Erbschein. Für privatschriftliche (eigenhändige) Testamente gilt dies hingegen nicht.
Ein notarielles Testament kann vor jedem Notar errichtet werden. Dieser wird zunächst versuchen, in einem Gespräch mit dem Erblasser dessen individuellen Vorstellungen in Erfahrung zu bringen, um sie anschließend den Anforderungen des Gesetzes entsprechend zu formulieren. Ist der Erblasser mit dem Entwurf des Testaments einverstanden und sind etwaige Rückfragen beantwortet, wird das Testament dem Erblasser Wort für Wort vorgelesen und von ihm und dem Notar unterschrieben. Anschließend gibt der Notar das Testament in die amtliche Verwahrung und registriert es beim Zentralen Testamentsregister (www.testamentsregister.de). Dadurch wird sichergestellt, dass nach dem Tode auch sämtliche Verfügungen eröffnet werden.
„Im Vergleich zur Beantragung eines Erbscheins kann die Errichtung eines notariellen Testaments für den Erblasser sogar günstiger sein“, weiß Dr. Breßler. Ein Testament kostet bei einem Vermögen von 100.000 Euro etwa 207 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Auslagen). Für den Erbscheinsantrag und die Erteilung des Erbscheins werden bei gleichem Nachlasswert insgesamt zwei Gebühren von jeweils 207 Euro fällig. Somit fallen für den Erbschein fast doppelt so hohe Gebühren an.



Kommentare zu: Notarielle Testamente können auch Kosten sparen

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Neues Leben für das Markt-Zentrum: Petz Markt in Hamm öffnet Pforten

Für Bürgermeister Dietmar Henrich ist es eine „ganz entscheidende Etappe zur Veränderung des Marktzentrums“: Nach rund einem Jahr Bauzeit hat der Petz Markt in Hamm seine Pforten geöffnet. Zwar musste eine glanzvolle Eröffnungsparty wegen Corona ausfallen, Marktleiter Kurt-Rainer Becker und sein Team konnten sich aber trotzdem über viele gut aufgelegte Kunden freuen, die die Einkaufsmöglichkeit schon heiß ersehnt haben.


Corona im AK-Land: Zwei Neuinfektionen, Inzidenz unverändert

4902 laborbestätigte Infektionen und damit zwei mehr als am Donnerstag verzeichnet der Kreis Altenkirchen seit Pandemiebeginn. Bei insgesamt vier Personen wurde die indische Delta-Variante nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Kreis liegt laut Landesuntersuchungsamt (LUA) Koblenz wie am Vortag unverändert bei 21,7.


Drogenhandel, Körperverletzung, sexuelle Nötigung: Ehefrau sagt gegen 37-Jährigen Betzdorfer aus

Hat ein 37-Jähriger aus der Region Betzdorf/Kirchen mit Drogen gedealt, Frauen sexuell genötigt und eine Geiselnahme und schwere Körperverletzungen begangen? Vor dem Landgericht Koblenz läuft gerade der Prozess gegen den afghanischen Staatsbürger. Nun hat seine Ehefrau gegen ihn ausgesagt: Sie berichtet von jahrelangen schweren Misshandlungen in ihrer Ehe.


Rauchentwicklung an LKW - Leitstelle alarmierte mehrere Feuerwehren

Die Leitstelle Montabaur alarmierte am Freitag, 11. Juni, gegen 9.15 Uhr die freiwilligen Feuerwehren Altenkirchen, Oberdreis und Puderbach. Alarmstichwort war „Fahrzeugbrand groß“. Der Einsatzort befand sich in Rodenbach, so dass die benachbarte Einheit Oberdreis sehr schnell vor Ort war.


Wolfsnachweise: Weitere Nutztierrisse im Westerwald

Im April und Mai wurden im Westerwald Nutztiere vom Wolf gerissen. Darüber informiert das Landes-Umweltministerium – und betont dabei die Wichtigkeit von Schutzmaßnahen. Denn laut dem Ministerium gab es hier bei allen von ihm genannten Rissen Defizite.




Aktuelle Artikel aus Region


Raderlebnis Westerwald startet mit der 1. Tour

Region. Bei der ersten Auflage haben die Radler schon viele positive Erfahrungen gemacht: Die erfahrenen und ortskundigen ...

Windeck: Cannabisplantage in Wohnhaus entdeckt

Windeck. Im Haus wurde allerdings niemand angetroffen. Auf richterlichen Beschluss wurde das Haus durchsucht. Die Beamten ...

Erste reale Stadtführung nach Corona-Zwangspause mit „Nachtwächter“ Günter Imhäuser

Altenkirchen. „Hört, ihr Leut‘ und lasst euch sagen: unsre Glock hat neun geschlagen!“ Wenn der Altenkirchener Nachtwächter ...

Drogenhandel, Körperverletzung, sexuelle Nötigung: Ehefrau sagt gegen 37-Jährigen Betzdorfer aus

Betzdorf / Koblenz. Der AK-Kurier berichtete schon einmal von dem Prozess, der zurzeit vor der 6. Strafkammer des Landgerichts ...

Regionales Einkaufen als Erlebnis: "Marktschwärmerei" weiterhin erfolgreich

Windeck/Rosbach. Jeweils donnerstags öffnet die Marktschwärmerei auf dem Gelände der Baum- und Gartenschule Ückertseifen ...

Der Abfallwirtschaftsbetrieb informiert: Elektroschrott richtig entsorgen

Kreis Altenkirchen. Zum Elektro- und Elektronikschrott zählen Waschmaschinen, Herde, Kühlgeräte, Mikrowellen, Kaffeemaschinen, ...

Weitere Artikel


Jahresversammlung der Stiftung Bahn-Sozialwerk

Altenkirchen. Zur Jahresversammlung der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW) Ortsstelle Altenkirchen konnte der Vorsitzende Dirk ...

Sanitätscontainer offiziell übergeben

Wissen. Seit geraumer Zeit steht der Sanitätscontainer am Kulturwerk zwar schon, aber nun wurde er offiziell übergeben und ...

Themenabend informiert zur Lebensmittelverschwendung

Neuwied/Kreisgebiet. Der CDU-Bundestagsabgeordnete, Erwin Rüddel, lädt ein zum Themenabend gegen Lebensmittelverschwendung. ...

DRK präsentiert Bildungsprogramm 2013

Altenkirchen. Das Rote Kreuz ist seit Jahrzehnten ein kompetenter Partner im Bereich der Bildung. Dies stellt der DRK-Kreisverband ...

Wehner für Fachschulklassen an DLR Standorten

Kreis Altenkirchen. Thorsten Wehner, agrarpolitischer Sprecher der SPD- Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz begrüßt die Bereitschaft ...

Der Arbeitsmarkt zeigt noch winterliche Verhältnisse

Neuwied. Der Winter kam spät und blieb dafür ein bisschen länger: Was sich in der Natur beobachten lässt, prägt auch aktuell ...

Werbung