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Nachricht vom 01.03.2013    

Westerwald Bank: Stabile Zahlen trotz Krise (Video)

Stabile Zahlen auf hohem Niveau waren für das Jubiläumsjahr der Westerwald Bank vorrangig prägend. Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2012 und die der im selben Jahr durchgeführten Kundenbefragung stellte der Vorstand der Westerwald Bank im Rahmen ihrer Bilanzpressekonferenz am Freitagmorgen der Öffentlichkeit vor.

Vorstandssprecher Wilhelm Höser (links) und Bankvorstand Paul-Josef Schmitt erläuterten die aktuellen Daten der Westerwald Bank. Fotos: Helga Wienand-Schmidt Video: Ralf Steube

Hachenburg. Zur Bilanzpressekonferenz 2013 hatte der Vorstand der Westerwald Bank am Freitagmorgen in die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle in Hachenburg eingeladen, um der Öffentlichkeit das Ergebnis des Geschäftsjahres 2012 zu präsentieren.

„2012 war für unsere Bank ein ganz besonderes Jahr“, so Vorstandssprecher Wilhelm Höser mit Blick auf das im vergangenen Jahr gefeierte 150-jährige Bestehen der Westerwald Bank, das mit dem internationalen Genossenschaftsjahr einherging. Genossenschaften, geprägt durch den Urgenossen Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, seien für die Welt enorm wichtig geworden. „Die Welt ist klein geworden“, so Höser weiter und verwies darauf, das Informationen in Sekundenschnelle über den ganzen Kontinent verbreitet werden können.

Jedoch sehe man sich auch in der heutigen Zeit noch mit weiteren Problematiken konfrontiert, so mit der Finanzschuldenkrise. „Das prägende Moment 2012 war die Verschuldungskrise und ist es bis heute“, so der Vorstandssprecher weiter. Betrachte man einmal die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so sei der Schuldenstand der europäischen Länder mehrheitlich angestiegen, ebenso die Belastungen durch Sparprogramme. Ein Rückgang der Lohnstückkosten sorge für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, sei jedoch noch nicht in allen Ländern gegeben. Gleichzeitig, so Höser weiter, stelle die Arbeitslosigkeit, vor allem in Spanien und Griechenland ein großes Problem dar. Mit Blick auf die Konjunktur habe man 2012 ein Negativwachstum von minus 0,4 Prozent verzeichnen müssen und auch für 2013 sei ein teilweise negatives Ergebnis zu erwarten. In Deutschland habe das Bruttoinlandsprodukt 2012 0,7 Prozent betragen, wobei das Wachstum vorrangig durch den privaten Verbrauch und Export getragen worden seien. Die Verschuldungskrise habe zudem durch die von der Europäischen Zentralbank eingeleiteten Maßnahmen zu einer drastischen Reduzierung der Zinsen geführt, sodass diese sich auf historischen Tiefständen befinden, was sich voraussichtlich auch in den nächsten Jahren nicht auf die Schnelle ändern werde.

Da Deutschland eine große Einlagenbasis in Europa darstelle, werde der Einlagenzins durch den internationalen Wettbewerb um die deutschen Kundeneinlagen über dem Geldmarkt gehalten. Auch für 2013 gab Höser einen kurzen Ausblick. So gehe man von einer deutlichen Verbesserung der Wachstumserwartung für 2013 in Deutschland ab dem zweiten Quartal aus. Die aktuellen Beschäftigungszahlen in Deutschland liegen auf einem Rekordniveau. „Wir erwarten keine Veränderungen der Beschäftigtenzahlen“, so Höser. Zusätzlich werde Deutschland weiterhin von dem niedrigen Zinsniveau begleitet. „Unsere Wertung ist: Deutschland geht es gut“, so Höser und ging anschließend speziell auf die Lage in der Region ein. So sei 2012 ein Rückgang der Verbraucherinsolvenzen um minus 11,0 Prozent, ein Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um minus 36,0 Prozent in Rheinland-Pfalz zu verzeichnen gewesen. Dieser Rückgang spiegele sich teilweise auch in den Zahlen den hiesigen Landkreisen wider. Im Kreis Altenkirchen zählte man 2012 acht Unternehmensinsolvenzen (identisch mit 2011) und 49 Verbraucherinsolvenzen (plus eins im Vergleich zu 2011). Im Westerwaldkreis sind sowohl die Unternehmensinsolvenzen (13; minus drei im Vergleich zu 2011) und die Verbraucherinsolvenzen (38; minus sechs im Vergleich zu 2011) rückläufig. Der Kreis Neuwied weist mit 26 Unternehmensinsolvenzen (plus fünf im Vergleich zu 2011) und 45 Verbraucherinsolvenzen (minus acht im Vergleich zu 2011) ebenfalls eine gute Tendenz auf. Auch die Arbeitslosenquoten, vor allem die des Westerwaldkreises, seien vergleichsweise gering.

Im Anschluss ging Vorstandssprecher Wilhelm Höser auf die wirtschaftliche Situation der Westerwald Bank en. So habe man bei der Bilanzsumme einen Zuwachs von 0,2 Prozent auf 2,124 Milliarden Euro verzeichnen können. Bei den Krediten betrage der Zuwachs 1,3 Prozent und sei auf 1,324 Milliarden Euro angestiegen. Während das Volumen der Kreditzusagen 2012 leicht rückläufig gewesen sei, sei die Stückzahl der Kreditzusagen insgesamt jedoch angestiegen. Die Entwicklung der Einlagen sei im Verlauf des Jahres 2012 sehr unterschiedlich gewesen. Dennoch habe man 2012 mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent auf 1,755 Milliarden Euro abschließen können. Das Kundenvolumen in der genossenschaftlichen Finanzgruppe sei um 0,6 Prozent auf 4,104 Milliarden Euro angestiegen. Im Dienstleistungsgeschäft habe sich die Stückzahl ebenfalls leicht erhöht, ging jedoch mit einem leicht rückläufigen Volumen einher. Bei der Ertragslage können man, so Höser, von einem guten und stabilen Ergebnis auf Basis der normalen Geschäftstätigkeit sprechen, können man hier doch einen Anstieg um 3,6 Prozent verzeichnen.

Insgesamt betreute die Westerwald Bank im Jahr 2012 143.330 Kunden und 264.118 Konten, mit einem über Transaktionen abgewickelten Umsatz von rund 19.600.000.000 Euro. Auch die Anzahl der Mitglieder habe sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt und sei um 2,2 Prozent auf 72.715 Mitglieder angestiegen. Auch die Immobilien Gesellschaft der Westerwald Bank mbH habe sich mit einem vermittelten Volumen von insgesamt 17,7 Millionen Euro, basierend auf der Vermittlung von 148 Objekten und Grundstücken und acht Vermietungen, gut entwickelt.

Vorstandsmitglied Paul-Josef Schmitt knüpfte im Anschluss mit weiteren Fakten und Eindrücken aus dem Jahr 2012 an den Vortrag von Vorstandssprecher Wilhelm Höser an. So stelle das genossenschaftliche Denken ein wichtiges Merkmal der Westerwald Bank da, so Schmitt und ging auf das Jubiläumsjahr „2x150 Jahr Westerwald Bank eG“ ein, im Rahmen dessen mehr als 10.000 Mitglieder und Kunden an 19 Aktionstagen in den Geschäftsstellen veranstaltet worden seien. Neben einer Jubiläumsausstellung, einer Chronik und diversen Jubiläumsprodukten habe es im Jahr 2012 auch ein Jubiläumsgewinnspiel gegeben, dessen Hauptpreis, ein nagelneuer VW-Kleinwagen, kürzlich der Gewinnerin übergeben wurde. Durch die Zahlung von Steuern, Investitionen, Löhnen und Gehältern und Dividenden leiste die Westerwald Bank einen Beitrag für die Region, der sich 2012 auf rund 20.191.000 Euro belief. Die Investitionen in Gebäude und Ausstattung haben sich auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen. „Wir helfen, wo es für die Region wichtig ist“, so Schmitt weiter mit Blick auf das getätigten Spenden- und Fördervolumen, dass im Jahr 2012 rund 398.000 Euro betrug, wovon 77.000 Euro als Jubiläumsspenden Kindergärten der Region zugute kamen und 35.000 Euro in das Bewerbertraining investiert wurde. Nachhaltigkeit werde bei der Westerwald Bank groß geschrieben. So habe sich auch die Tradition des Bäume-Pflanzens, welches durch die Auszubildenden abgewickelt wurde, fortgesetzt. Dabei werde für jedes neue Mitglied ein Baum gesetzt.
Ferner habe man sich weiterhin an einem Entwicklungsprojekt in Peru beteiligt, wobei dem südamerikanischen Land Gelder zur Verbesserung der Lebenssituation, der Schulbildung wie auch des Gesundheitswesens zur Verfügung gestellt wurden. Ziel des Projektes sei es auch, die Einkommen der Familien, die die Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen um etwa 25 Prozent zu erhöhen. Auch nachhaltige Personalarbeit werde bei der Westerwald Bank großgeschrieben. „Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“, so Schmitt und erklärte, dass man gewillt sei, etwas dafür zu tun, diese Mitarbeiter auch zu halten.
So hat die Westerwald Bank rund 500 Mitarbeiter in den drei Landkreisen, davon 396 in Vollzeit.
So werde das Angebot im Gesundheitsmanagement, das 2012 eine Vielzahl von Kursen, Vorträgen und Seminaren bereithielt, von rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten zu können, haben man konkrete Maßnahmen umgesetzt, so etwa flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitstellen (rund 40 Prozent), ebenso wie frühzeitige Rückkehrgespräche mit Kolleginnen in Elternzeit. Auch das soziale Engagement der Mitarbeiter wird durch Spenden der Westerwald Bank weiter gefördert.

Die Investitionen in Fort- und Weiterbildung seien 2012 um 6,5 Prozent auf 691.000 Euro angestiegen. Außerdem präsentiere sich die Westerwald Bank innerhalb der Arbeitsgeberbewertungsplattform kununu, wo man erfreulicherweise 4,18 von 5,00 möglichen Punkten in der Bewertung durch die Mitarbeiter erzielt habe.
Da liegt die Westerwald Bank auf Platz 2 in Rheinland-Pfalz als Arbeitgeber.

Zudem sehe sich die Westerwald Bank auch gegenüber den Kunden in der Verantwortungen, wobei die Anzahl der unterschiedlichen Kundengruppen immer größer werde. „In jeder Kundengruppe müssen wir eine individuelle Beratungsphilosophie haben“, so Schmitt. Daher sei man darauf bedacht, das Beratungsangebot stets weiterzuentwickeln. „Wir wollen natürlich wissen: was halten die Kunden von uns“, so Schmitt und erläuterte im Anschluss die Ergebnisse der Kundenbefragung 2012.

So seien 96 Prozent der Befragten mit der Zusammenarbeit „zufrieden“ bis „ausgesprochen zufrieden“. Rund 87 Prozent aller Kunden würden die Westerwald Bank aufgrund ihrer Erfahrung weiterempfehlen. Zudem sei hervorzuheben, dass partnerschaftliche Zusammenarbeit den Kunden besonders wichtig sei. Für Privatkunden stehe vor allem eine ausreichende Zeit für Beratungen, freundliche und zuvorkommende Bedienung sowie zügige Bearbeitung von Reklamationen im Vordergrund. Firmenkunden fordern vor allem Unterstützung auch in kritischen Situationen, schnelle und reibungslose Abwicklung des Zahlungsverkehrs sowie Flexibilität bei Konditionen und Gebühren.
Die Ziele für 2013 seien daher zum einen die Umsetzung der Ergebnisse der Kundenbefragung, ferner die Weiterentwicklung der Vertriebskanäle im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung, zum anderen auch die Ausrichtung der Bankorganisation auf Einflüsse aus dem Niedrigzinsumfeld, so Schmitt anschließend.

Im Anschluss wurde die Möglichkeit geboten Fragen zu stellen, die von den Medienvertretern intensiv genutzt wurde. (bk)


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