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Nachricht vom 19.04.2013    

Elternrat will Aufklärung

Der Elternrat der Kindertagesstätte "Lummerland" will Öffentlichkeit und Aufklärung. Es geht um Auftragsvergabe an die Küche des Siegtalbades, die zukünftig das Essen für die Kinder liefern wird. In einem "offenen Brief" an den Rat stellt der Elternrat Forderungen.

Wissen. Der Elternrat der Kindertagesstätte "Lummerland" in Wissen macht sich Sorgen um die gesunde Ernährung der Kinder. Denn es werde nicht mehr in der Kita gekocht sondern das Essen aus der Großküche des Siegtalbades geliefert. In einem offenen Brief an den Stadtrat verlangt der Elternrat Aufklärung.
Der AK-Kurier veröffentlicht den Brief im Wortlaut:

"Sehr verehrte Damen und Herren,

die Entscheidung ist schon gefallen, Die Kita „Lummerland“ wird in Zukunft durch die Großküche des Schwimmbades beliefert. Wir als Eltern können dies nicht unkommentiert hinnehmen.
In Rheinland-Pfalz, auch hier im Westerwald sind wir stolz auf unsere Koch- und Essenskultur. Unsere Kinder sollen kindgerecht und gesund ernährt werden. Fast jede Woche wird in den Medien aufgezeigt, was die heutige Ökotrophologie und Kindermedizin darunter versteht, eine ausgewogene aus frischen Produkten hergestellte Ernährung, Verzicht von Geschmacksverstärkern, Hefeextrakten, überzuckerten Obstprodukten, Fleisch und Fisch im richtigen Verhältnis zu Gemüse und Rohkost.
Wir können verstehen, dass unausgelastete städtische Betriebe, wie die Schwimmbadküche in die Rentabilität geführt werden sollen.
Wie aber sollen unsere Kinder an eine gesunde Esskultur herangeführt werden?

In der Kindertagesstätte werden die Mahlzeiten der Großküche ausgeteilt. Es erinnert an die Gegebenheiten der früheren “Kinderverwahranstalten“. Fleischgerichte, die nicht kindgerecht sind, Soßen aus Industriefertigung mit Purin förderndem Hefeextrakt und Geschmacksverstärker sowie gesundheitsschädlichem Glutamat.
Industriell hergestellte Nachspeisen enthalten in der Regel ein vielfaches der von der WHO empfohlenen Menge an Zucker.
Nach der Kita kommt das Essen in der Schule aus der gleichen Großküche, dann folgt die Kantine und endet mit Essen auf Rädern.

Können wir nicht im sozialen Wohnungsbau die Küchen auf Kaffeeautomaten, Mikrowelle und einen übergroßen Abfalleimer reduzieren. Hier lässt sich wirklich Geld einsparen.
In dieser jetzigen Entscheidung sind wir machtlos. Aber wir wollen trotzdem etwas für unsere Kinder tun.
In der Politik und in der Verwaltung wird seit Jahren von Transparenz geredet, auch von Ihnen meine Damen und Herrn.
Diese Transparenz fordern wir nun ein.

Wir fordern einen wöchentlichen Speiseplan unter Angabe der verwendeten Konvenienz-Produkte, Kenntlichmachung von Zusatzstoffen, Farbstoffen, besonders von Geschmacksverstärkern, Aromen und Konservierungsstoffen.

Wir werden die Speisepläne durch einen unabhängigen Ökotrophologen/-in prüfen lassen. Wir behalten uns vor, jederzeit auf sachlicher Ebene Behörden, Institutionen und Medien um Unterstützung zu bitten,
In zwanzig Jahren werden uns unsere Kinder fragen, was wir 2013 für sie getan haben. Wir wollen antworten können.

Der Elternrat Lummerland"


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Kommentare zu: Elternrat will Aufklärung

3 Kommentare
am besten noch ein Sternekoch für die Bauernkinder. Liebe Eltern, holt eure Kinder früher ab und kocht selbst. Oder bezahlt selber ein Catering. Geht wahrscheinlich nicht, sonst reicht es nur noch zum Leben im sozialen Wohnungsbau. Dann gibt es auch nur Fast Food aus der Mikrowelle.
#3 von T.Heller , am 20.04.2013 um 07:32 Uhr
Liebe Eltern, liebe/r Herr/Frau Eichhorn, das ist ja nun ebenso unsachlich wie billig – und obendrein auch noch polemisch, was die Auseinandersetzung auf sachlicher Ebene erschwert. Die Essensausstattung in den Wissener Kitas hat weder etwas mit Kinderverwahranstalten zu tun noch droht hier die Verwahrlosung der Esskultur. Wenn diese in Gefahr ist, dann mögen sich Familien angesprochen fühlen! Wenn Kinder ein gemeinsames Kocherlebnis haben sollen, dann mögen sich die Familien angesprochen fühlen.

Bemerkenswert ist zudem, dass ein Vertreter der Wissener Gastronomie hier als Wortführer auftritt und ein anderes Wissener Gastronomieunternehmen kritisiert. Wer zielt hier eigentlich auf wen und wer soll getroffen werden? Mich lässt der Verdacht nicht los, dass man hier das Kindeswohl instrumentalisiert für diverse persönliche Zwecke.

Das Siegtalbad hat einen hervorragenden Ruf - und das liegt insbesondere auch an seinem Restaurant. Es sei jedem einzelnen Kritiker empfohlen zu beobachten, mit welch enormem Aufwand und mit welcher Detailtreue und -kenntnis die Essen für die Kinder in den Kitas zubereitet werden. Dabei werden Allergien, Unverträglichkeiten, religiös bedingte Nahrungsgewohnheiten bis ins Kleinste berücksichtigt und nach einem ausgeklügelten Plan hergerichtet. Ich bin sicher, dass manches Miraculix-und-Co-Produkt im elterlichen Heim weit weniger frisch und „gesund“ bewertet wird als dies im Siegtalbad der Fall sein wird! Und wenn die Eltern Aufklräung wollen: Erst informieren, argumentieren, dann demonstrieren!
#2 von Maxima Riege, am 20.04.2013 um 07:32 Uhr
Sehr geehrter Elterrat Lummerland,
ich selbst habe keine Kinder, muss Ihnen aber in jedem Punkt absolut zustimmen. Wie sollen unsere Kinder eine gesunde Ernährung erlernen, wenn man es Ihnen nicht vormacht. Es kann nicht sein, dass die Ernährung unserer Esskultur auf das Niveau von McD.. und Co. zurückgeschraubt wird. Überall gibt es Projekte, oft von angesehenen Sterneköchen ins Leben gerufen, die versuchen eine gesunde Küche zu vermitteln. Nur hier gehen wir genau den umgekehrten Weg. Welch eine Ironie.
Ich hoffe Sie haben irgendwann doch noch Erfolg mit Ihrem Einspruch.
Viel Erfolg.
A. Eichhorn
#1 von A.Eichhorn, am 19.04.2013 um 13:30 Uhr

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