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Nachricht vom 25.04.2013    

Möglicher Windpark braucht Bürgerbeteiligung

Die CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Peter Enders und Michael Wäschenbach hatten kürzlich ein Gespräch mit den heimischen Energie-Gesellschaften darüber, wie die Windenergie den Naturschutz am Stegskopf mitfinanzieren könnte.

Diskutierten über die energetischen Nutzungsmöglichkeiten des Stegskopfes: (von links) die CDU Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach und Dr. Peter Enders sowie Peter Müller, Vorstand der maxwäll Energie-Genossenschaft eG, und Karl-Heinz Groß von der Alternative Energie Kroppacher Schweiz GmbH & Co. KG (AEKS). (Foto: pr)

Kreis Altenkirchen/Stegskopf. Die Zukunft des früheren Truppenübungsplatzes Stegskopf stand im Mittelpunkt eines Gedankenaustauschs der heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Peter Enders (Eichen) und Michael Wäschenbach (Wallmenroth) mit Peter Müller, Vorstand der maxwäll Energie Genossenschaft eG mit Sitz in Altenkirchen und Karl-Heinz Groß von der Alternative Energie Kroppacher Schweiz GmbH & Co. KG (AEKS) mit Sitz in Heimborn. Konkret ging es um die Nutzung des Areals für die Erzeugung von Windenergie.

Dem Stegskopf kommt nach Bewertung von Müller und Groß besondere Bedeutung zu, weil das Areal einer der besten Standorte für Wind-Energie-Anlagen (WEA) im gesamten Westerwald sei. Gleichwohl gelte es auch, die Belange des Naturschutzes zu respektieren. Deshalb setzen sie auf die Nutzung von Top-Standorten wie dem Stegskopf, weil hier der Ertrag pro Anlage bei geringerem Flächenverbrauch doppelt so hoch sei wie derjenige an weniger guten Standorten. „Der Stegskopf hat mit rund acht Metern pro Sekunden die höchste durchschnittliche Jahreswindgeschwindigkeit aller noch verfügbaren WEA-Standorte im Westerwald. Solche Standorte bewirken, dass eine fast durchgehende Stromerzeugung möglich ist“, so Müller und Groß - und eine günstige zudem: Der durch die gute Jahreswindgeschwindigkeit bedingte Ertrag macht es möglich. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fällt die Einspeisevergütung beispielsweise am Stegskopf schon nach wenigen Jahren von 8,93 Cent pro Kilowattstunde auf 4,87 Cent, der Strom würde billiger als der aus Kohle- oder Atomproduktion. Bei einem Standort mit einer Windgeschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunden dagegen zahle der Stromkunde die hohe Einspeisevergütung von 8,93 Cent 20 Jahre lang über die EEG-Umlage.

Müller und Groß stellten den Unions-Politikern Berechnungen vor, wonach sie im westlichen Bereich des Stegskopfes Potenzial für ungefähr zehn Anlagen sehen, die den nötigen Abstand von 800 bis 1000 Metern zur Wohnbebauung einhalten und auch die Interessen des Naturschutzes berücksichtigen. Der Flächenbedarf läge bei etwa zehn der insgesamt 2000 Hektar großen Fläche. Fast alle Anlagen könnte man über vorhandene Wege erreichen. „Über 90 Prozent der Fläche blieben unbeeinträchtigt und könnten größtenteils Naturschutzfläche werden“, so Müller. Windenergie-Produktion und damit die Stromerzeugung für bis zu 45.000 Haushalte und Naturschutz gingen hier Hand in Hand, die Population von Schwarzstörchen und Milanen sei nicht gefährdet. Einnahmen aus der Windenergie-Erzeugung könnten dabei sogar die Belange des Natur- und Artenschutzes sowie das von BUND und NABU beworbene Grobkonzept eines „Natur- und Kulturzentrum Stegskopf“ mitfinanzieren. Diese Argumente haben die beiden Energie-Unternehmen auch in einem offenen Brief an die politisch Verantwortlichen im Land und in der Region zusammengefasst.



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Voraussetzung für die energetische Nutzung des Stegskopfes ist jedoch, dass für das im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befindliche Areal eine Lösung gefunden wird, die die regionalen Akteure und ihre Möglichkeiten berücksichtigt und die vor allem Akzeptanz bei den Bürgern genießen. „Das Ziel sollte sein, am Stegskopf Windenergie-Anlagen unter Beteiligung der Kommunen und der Bürgerinnen und Bürger sowie der Naturschutzverbände zu etablieren“, so das Resümee von MdL Dr. Peter Enders. „Wenn eine Beteiligung beispielsweise über eine Genossenschaft und eines regionalen Zweckverbandes möglich würde, schafft das Akzeptanz bei der Bevölkerung und auch mehr Transparenz“, so sein Landtagskollege Michael Wäschenbach.

Die beiden Abgeordneten wollen sich weiterhin für eine sinnvolle konzentrierte Nutzung von Windenergie im Kreis Altenkirchen einsetzen, und da sei - wie bereits im verschiedenen CDU-Gremien beschlossen - ein Teilbereich des Stegskopf geeigneter als andere diskutierte Flächen im Kreis. Eine Zerspargelung des engen Siegtales und die Zerstörung des Landschaftsbildes auf dem Giebelwald komme für ihn überhaupt nicht in Frage, so Wäschenbach.

Die beiden Abgeordneten werden sich weiter für ein Verfahren einsetzen, in dem die lokale Energiewende in Bürgerhand bleibt und in dem nicht ein anonymer Finanzinvestor aus Übersee Nutznießer der Einnahmen aus der Windenergie-Erzeugung am Stegskopf werde, sondern die heimischen Stromkunden und die Region selbst. Die BImA beispielsweise könne das Areal an einen Zweckverband verpachten, die Energie-Genossenschaften aus der Region könnten ihr fachliches Knowhow einbringen, so die gemeinsame Vorstellung von Enders, Wäschenbach, Müller und Groß.



Kommentare zu: Möglicher Windpark braucht Bürgerbeteiligung

1 Kommentar
es ist doch klar das der Abgeordnete keine Windräder in seinem Bereich haben will. Lieber woanders die Landschaft verschandeln. Im Bereich Stegskopf/Hoher Westerwald stehen schon genügend Windräder z.b. bei Fuchskaute, Hof, Rennerod, Bad Marienberg. Die bestehenden sollten lieber erweitert werden, oder besser ein großer Windpark wie in den USA. Der Wind ist dort überall optimal.
#1 von T. Heller, am 28.04.2013 um 07:27 Uhr

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