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Nachricht vom 30.04.2013    

Traditionelles 1.-Mai-Gespräch mit vielen Themen

Das 1.-Mai-Gespräch in Daaden gibt es seit den 70er Jahren und findet immer im Vorfeld zum Tag der Arbeit statt. Aber auch hier ist die Beteiligung rückläufig. Es gab viele Themen, darunter auch die Verluste weitere Arbeitsplätze. Gastreferent war der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Betzdorf, Claif Schminke.

Claif Schminke referierte beim 1. Mai-Gespräch in Daaden, vorne rechts VG-Bürgermeister Wolfgang Schneider. Foto: anna

Daaden. Vor mehr als 100 Jahren wurde durch Gewerkschaftsbewegungen der „Tag der Arbeit“ initiiert und seit den 1970er Jahren ist es in Daaden gute Tradition, im Vorfeld dieses Tages seitens des Bürgermeisters zum 1.-Mai-Gespräch einzuladen.

VG-Bürgermeister Wolfgang Schneider hatte auch diesmal wieder die Betriebs- und Personalräte der Betriebe, Unternehmen und Verwaltungen der Verbandsgemeinde, sowie Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen zur Wilhelm-Fischbach-Hütte eingeladen. Das Interesse der Arbeitnehmervertreter an dieser Veranstaltung geht aber auch im Daadener Land zurück, denn die Schar der Teilnehmer war doch sehr überschaubar.
Schneider begrüßte den Referenten des Tages, Claif Schminke, den ersten Bevollmächtigten der IG Metall Verwaltungsstelle Betzdorf. Vieles habe sich im Verlauf der Jahre geändert, so Schneider. War der 1. Mai noch vor 20 Jahren ein Kampftag, so sei er heute zunehmend ein Feiertag geworden. Früher habe es an diesem Tag in allen großen Kommunen des Kreises Veranstaltungen gegeben, heute findet nur noch eine zentrale Veranstaltung für den gesamten Kreis statt.

Schneider berichtete, das gerade vor kurzem in Derschen bei der Firma Heyko 65 Arbeitsplätze verloren gegangen wären und auch Nisterberg zum Ende des Jahres den Verlust eines Betriebes verkraften müsse. Dies seien harte Schicksalsschläge für die Menschen und auch für die Kommunen sehr unerfreulich. Auch von der Schließung des Truppenübungsplatzes würden 120 Arbeitskräfte betroffen, davon gehen etwa die Hälfte in Rente die anderen müssen künftig zu weiter entfernten Standorten fahren. Daher sei es wichtig eine gute Lösung für die weitere Nutzung des Geländes zu finden. Es gäbe gute Modelle aber auch konträre Ansichten.

Claif Schminke sprach hinsichtlich der Daadener 1.-Mai-Gespräche von einer guten und wichtigen Traditionspflege. Mit Einstieg in sein Referat begann er mit einer düsteren Zukunftsaussicht. Die Energiekosten werden weiter steigen. Schon jetzt müssen 20 Prozent der Bevölkerung 13 Prozent ihres Einkommens für Energiekosten aufwenden. Obwohl die Bezugspreise für Strom an den Börsen deutlich gesunken wären, würde dies nicht an die Verbraucher weiter gegeben. Die steigenden Energiekosten verursachten auch steigende Betriebskosten was wiederum eine Einsparung der Unternehmen bei den Löhnen und Gehältern zur Folge habe.

Etwas Positives hatte Schminke dann aber auch zu vermelden. Deutsche Firmen fliehen kaum noch ins Ausland. Gründe seien die schwindenden Vorteile und die schlechte Qualität. Deutsche Belegschaften könnten mit der guten Qualität ihrer Produkte und der Treue zu den Unternehmen auftrumpfen. Doch immer mehr Menschen kämen mit ihrem Lohn nicht mehr über die Runden. Dies schaffe gravierende Probleme, es müsse vom Amt aufgestockt werden und da stelle sich die Frage: „Wer subventioniert wen im Land“?
Benachbarte EU-Länder beklagten sich zunehmend über die deutschen Niedriglöhne. Schminke beklagte die Mitnahmementalität im Land. Alles sei knallhart durchgerechnet, die Arbeiter wären nur so lange gute Arbeiter, wie sie ihre Leistung bringen könnten. Dies sei kein gutes System. Positiv daraus leitet sich das 3,5 prozentige Exportwachstum ab, welches der Bundesverband der deutschen Industrie prognostiziert.

Schminke übte auch Kritik am Bausektor. Dort seien die Strukturen kaputt, Mindestlöhne unbedingt erforderlich. Seitens der Gewerkschaft vertrete man die Meinung, dass Geld genug im Land wäre, es müsse nur anders verteilt werden.
In der anschließenden Diskussion wurde seitens der Betriebsräte bestätigt, dass es heute in den Unternehmen keine Arbeitsplätze mehr für Mitarbeiter gäbe, die nicht in der Lage wären volle Leistung zu erbringen. (anna)


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