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Nachricht vom 25.05.2013    

Vereine intensivieren die Zusammenarbeit

Der eine Verein berät und unterstützt Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen im Alltag, der andere bietet Pflege und Beratung. Nun wollen der Hiba e.V. in Wissen und die Fauna e.V. in Altenkirchen ihre inzwischen 18-jährige Zusammenarbeit intensivieren. Anlass dazu gibt das Pflege-Neuausrichtungsgesetz. Der Vorteil für die zu betreuenden Menschen beider Vereine: Mit einem Ansprechpartner kann das komplette Feld der Sozialgesetzgebung genutzt werden.

In Zukunft arbeiten Schwester Ludmilla Hripin (Pflegedienstleitung Fauna), Sonja Müßig, Marco Laux (beide Fachleitung Ambulante Hilfen des Hiba) und Mike Löbel (Leitungsteam Fauna) noch enger zusammen. Foto: Maja Wagner

Altenkirchen/Wissen. Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz, das am 1. Januar in Kraft trat, bringt einige Veränderungen im Sozial- und Pflegebereich. So sollen zum Beispiel Pflegedienste in Zukunft für die Betreuung von Senioren neben festgelegten Pauschalen für Hilfen wie Waschen oder Anziehen auch Stundensätze abrechnen können. Damit geht der Gesetzgeber unter anderem auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ein, die neben der Pflege Unterstützung im Alltag brauchen. Auch pflegende Angehörige sollen stärker entlastet werden, wofür mehr Betreuungszeit zur Verfügung stehen soll.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, arbeiten der Hiba aus Wissen und die Fauna aus Altenkirchen in Zukunft noch intensiver zusammen als bisher schon.
Schon 1995, als die Soziale Pflegeversicherung in Kraft trat, taten sich die beiden Vereine Hiba und Fauna zusammen. Beide sind Mitglieder im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Den Menschen, um die es geht, die bestmögliche Unterstützung zukommen lassen – diese Grundhaltung verbindet die beiden Vereine.

Wie der Hiba entstand die Fauna aus einer Privatinitiative heraus. Als "Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe" 1988 in Altenkirchen gegründet, besaß die Fauna dank ihrer Initiatorin, Altenpflegerin Doris Weide, von Beginn an einen Pflegeschwerpunkt, berichtet Helga Schlaak, erste Vorsitzende der Fauna. Inzwischen betreuen 45 Fachkräfte zirka 140 Patienten und deren Angehörige. Dabei erbringen die Mitarbeiter alle Leistungen der Pflegeversicherung, also neben Pflege auch Hauswirtschaftliche Leistungen und Betreuungsleistungen, sowie teilweise Leistungen des Krankenversicherungsgesetzes wie die häusliche Krankenpflege. Zudem berät der Verein unter anderem in den Bereichen der Pflege, der Leistungsangebote der Kranken- und Pflegekassen und hilft bei Anträgen.

Auch den Hiba gründete eine Gruppe von engagierten Menschen, darunter auch das Vorstandsmitglied Ernst Röhrig, 1986 aus privatem Engagement heraus. Bereits zehn Jahre zuvor beteiligte sich Ernst Röhrig mit Christof Weller, einem anderen Vorstandsmitglied des Hiba, gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen an Freizeiten an den Wochenenden und in den Sommerferien. Dabei wurde klar, dass Menschen mit Behinderung und deren Familien im Alltag kontinuierliche Unterstützung gut brauchen können.

Um diese Unterstützung verlässlich und individuell geben zu können, wurde der Hiba ins Leben gerufen. Heute sorgt der Verein neben zum Beispiel der ambulanten Betreuung von Menschen mit Behinderung dafür, dass Kinder mit Behinderung Regelkindergärten und -schulen besuchen können. Er begleitet Kinder, Jugendliche und Familien mit psychischen Beeinträchtigungen, berät Familien und Institutionen im gesamten Kreis und leistet Schulsozialarbeit. Auch Freizeiten veranstaltet der Hiba nach wie vor.



Die gemeinsame Arbeit der beiden Vereine hat für die durch den Hiba begleiteten Menschen den Vorteil, dass dank der Fauna Leistungen im Rahmen der Pflegekasse erbracht werden können. Zugleich können pädagogische Leistungen über Jugendhilfe und Eingliederungshilfen des Sozialamtes – also die Leistungen, die eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen – vom Hiba übernommen werden, weiß Marco Laux. Der Hiba-Fachbereichsleiter Ambulante Dienste führt aus: "Aus diesem Grund kann ein einziger Mitarbeiter die Betreuung übernehmen. Das bedeutet, dass die Bezugsperson nur selten wechselt. So entstehen Vertrautheit und Kontinuität für den betreuten Menschen, was insbesondere für Demenzkranke wichtig ist."

Fachkollegin Sonja Müßig ergänzt: "Kurz gesagt können wir mit der Fauna zusammen alles anbieten, was ambulant im Tagesbereich möglich ist. Für unsere Klienten bedeutet das, sie haben einen Ansprechpartner für alles."
"Auch die Menschen mit Behinderung, die nun alt werden, können neue Berührungspunkt für die Zusammenarbeit sein," erklärt Mike Löbel von der Fauna. Die bisherigen Betätigungsfelder von Fauna und Hiba seien sehr verschieden, denn der Altenkirchener Verein setzt seinen Schwerpunkt in die Pflege von älteren Menschen. Regional werde ausschließlich der Raum Altenkirchen abgedeckt. Dank der Kooperation mit dem Hiba könne aber tatsächlich das ganze Feld der Sozialgesetzgebung genutzt werden.
Darunter fällt unter anderem auch die so genannte "Verhinderungspflege". Dabei sorgen die Fachkräfte nach Bedarf für den zu betreuenden Menschen und begleiten ihn auch in der Freizeit, während der pflegende Angehörige sich eine Auszeit nehmen kann. Gerade hier verstärkt das Pflege-Neuausrichtungsgesetz die bisherigen Möglichkeiten: Der einzelne Mensch steht noch mehr im Vordergrund.

Zeitlich genau vorgegebene Handgriffe wie Waschen oder Anziehen werden durch mehr frei verwendbare Zeiten ergänzt, in denen die Handgriffe eben nicht vorgeschrieben sind. Auch Menschen mit Pflegestufe 0 erhalten nun diese Leistungen. Die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen sollen so erfüllt werden. Damit genau das bestmöglich umgesetzt wird, arbeiten der Hiba und die Fauna in Zukunft noch enger zusammen.
Leider steht vor der praktischen Umsetzung der Ziele des neuen Gesetzes noch der Abschluss von Verhandlungen über die Finanzierung einiger der neuen Leistungen. Der Hiba und die Fauna freuen sich darüber, dass sie dann bereits ihre Angebote gemeinsam darauf vorbereitet haben.


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