Werbung

Nachricht vom 02.06.2013    

Inklusion war Thema im Christlichen Jugenddorf

Die Umsetzung der Inklusion in Rheinland-Pfalz war Thema einer bildungspolitischen Veranstaltung mit Staatssekretär Hans Beckmann aus dem Mainzer Bildungsministerium zu dem MdL Thorsten Wehner eingeladen hatte. Dabei ging es in erster Linie um die Schulen, die behinderten und nicht behinderten Kindern offen stehen.

Staatssekretär Hans Beckmann (links) und MdL Thorsten Wehner im CJD Wissen. Foto: pr

Kreisgebiet. Zu einem erneuten bildungspolitischen Gedankenaustausch hatte der Landtagsabgeordnete Thorsten Wehner in das Christliche Jugenddorf geladen. Der Einladung waren zahlreiche Interessierte aus den Bereichen Schule und Bildung gefolgt.
Das Thema des Abends war die Umsetzung der Inklusion in Rheinland-Pfalz. Thorsten Wehner konnte als Gastredner den Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Hans Beckmann begrüßen.
Zu Beginn stellte der Ausbildungsleiter im CJD Wissen den Gästen die Einrichtung und die Arbeit des CJD vor und betonte, dass – getreu dem Motto des CJD „Keiner darf verloren gehen – auch die Schwächsten sollen eine Chance haben“ das CJD sich täglich der Integration und Inklusion stellt.

Staatssekretär Hans Beckmann stellte in seinen Ausführungen klar, dass Rheinland-Pfalz zu den Zielsetzungen der im Jahr 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention stehe – und zwar ohne wenn und aber. Die UN-Konvention fordert Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Dies gilt im Besonderen für den Bereich der Bildung.

Beckmann ging in der Folge auf das im Januar durch den Ministerrat beschlossene Konzept zur Weiterentwicklung der Inklusion im schulischen Bereich ein. Eine wichtige Säule bilden dabei die Schwerpunktschulen. Den Plänen der Landesregierung zufolge sollen die 255 Schwerpunktschulen, an denen behinderte mit nicht behinderten Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, ausgebaut werden. Die Zahl der beeinträchtigten Kinder an herkömmlichen Schulen soll bis 2016 um rund 3.000 steigen. Für das ehrgeizige Ziel zum Ausbau der Schwerpunktschulen, sollen 200 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden.

Beckmann lobte in diesem Zusammenhang das Engagement im Kreis Altenkirchen, so werden acht Schwerpunktschulen im Primarstufenbereich und vier Schwerpunktschulen im Bereich der Realschule plus vorgehalten und auch zwei Integrierte Gesamtschulen sind Schwerpunktschule.

Unterstützung sollen die Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schüler von ausgewählten Förderschulen erhalten, die zu „Förder- und Beratungszentren“ – der zweiten wichtigen Säule im Konzept - umgebaut werden sollen. „Es ist nicht geplant, eine der 138 Förderschulen zu schließen“, betonte Staatssekretär Beckmann, „jedoch eine Bestandsgarantie für jede Förderschule gibt es nicht.“ Der Umbau soll in einem geordneten Verfahren (mit Antrag, Konzept…) stattfinden – ähnlich dem Ausbau der Ganztagsschule.

Zudem sollen Eltern vom Schuljahr 2014/2015 das Wahlrecht erhalten, ihr beeinträchtigtes Kind auf eine Regelschule oder eine Förderschule zu schicken.
Thorsten Wehner unterstrich diesen Aspekt und betonte, dass aus Sicht der SPD-Landtagsfraktion es immer wichtig sei, den Menschen nicht etwas überzustülpen. Daher unterstützt die SPD-Fraktion auch die Wahlfreiheit für die Eltern.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Aushilfe im Gruppendienst auf geringfügiger Basis (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Pädagogische Fachkraft (m/w/d) für die Tagesförderstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Hauswirtschaftskraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Landwirtschaftlicher Helfer (m/w/d)

Herpter Hof
57610 Gieleroth

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Staatssekretär Beckmann berichtete, dass auch der Blick für behinderte Menschen auf den Übergang von Schule in die Berufswelt gelenkt werden muss. Hier ist die Zusammenarbeit zwischen Regelschule und den Berufsbildenden Schulen ein wichtiger Bestandsteil. Auch das Personal in der Berufspädagogik soll hierfür ausgebaut werden.

In der anschließenden Diskussion bewerteten die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Schulen das Inklusionskonzept als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sei es ohne ausreichende Lehrerversorgung nicht möglich.
200 zusätzliche Lehrerstellen reichen ihrer Ansicht nach nicht aus, um die Integration behinderter Schüler umzusetzen.

Viele Lehrerinnen und Lehrer kämen an ihre Grenzen. Sie fühlen sich durch die steigende Belastung im Regelbetrieb schon stark gefordert. Mehrere Schulleiter äußerten Bedenken, das Thema Inklusion mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und dem Personal an ihren Schulen wirklich gut umsetzen zu können.

Aus Sicht der Schulleitungen, stelle dabei die Pauschalierung und die damit verbundene Verkürzung von Lehrerwochenstunden ein Problem dar. „Die Kinder benötigen einfach mehr Zeit!“, waren sich alle einig.

Die Schulleiter betonten im Gespräch, dass man die Förderschullehrer mit Ihren Erfahrungen benötige. Sie regten an, der Überforderung der Lehrkräfte in den Regelschulen mit einem größeren Einsatz von Förderschulkräften zu begegnen, die aber dann auch mehr Koordinations- und Beratungsaufgaben für die Kolleginnen und Kollegen in den Regelschulen übernehmen könnten.

Aus Sicht des größten Schulträgers im Kreis mahnte ein Vertreter auch die Beachtung der Inklusion in den Rahmenbaurichtlinien für die Realschulen plus an. So müssten mehr spezielle Räume für die Aufnahme von Kindern mit Beeinträchtigungen Berücksichtigung finden.

Der Staatssekretär nahm die Kritikpunkte gerne auf und versprach sie in der weiteren gesetzgeberischen Diskussion in Mainz mit einzubringen. Abschließend betonte Thorsten Wehner, dass die Inklusion eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe sei. „Wir müssen Inklusion auch als einen Prozess verstehen, der aufwändig ist und einen großen Zeitraum benötigt. Vor allem müssen hier auch Barrieren in den Köpfen überwunden werden“, so der Abgeordnete. Wehner berichtete auch von einer Reise des Arbeitskreises Bildung der SPD-Landtagsfraktion nach Schleswig-Holstein, wo schon eine Inklusionsquote von 60 Prozent im Schulsystem erreicht ist.

„Im Sinne aller Betroffener sollten wir uns die Zeit nehmen, die Inklusion gut umzusetzen und die Diskussion sachlich und ohne politische Grabenkämpfe führen“, so der SPD-Politiker abschließend.


Lokales: Wissen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Still Collins feiert 30-jähriges Jubiläum im Kulturwerk Wissen

Im Kulturwerk Wissen wird am 25. September 2026 ein Jubiläums-Konzert stattfinden. Die Tributeband Still ...

Heimat shoppen 2026: Stärkung der Innenstädte im IHK-Bezirk Koblenz

Am Wochenende des 11. und 12. September 2026 stehen die Innenstädte im IHK-Bezirk Koblenz ganz im Zeichen ...

Rehkitz beim Mähen getötet: Amtsgericht Montabaur spricht Landwirt frei

Ein Landwirt aus dem Westerwaldkreis stand vor dem Amtsgericht Montabaur, weil er beim Mähen einer Wiese ...

Natur hautnah erleben: Exkursion der LEADER-Region Westerwald-Sieg

Die LEADER-Region Westerwald-Sieg lädt am 26. September 2026 zu einer Exkursion ein, die sich dem Thema ...

Hochwertiges Pedelec in Mudersbach gestohlen

In Mudersbach wurde ein teures Pedelec entwendet. Der Vorfall ereignete sich zwischen Mittwoch und Donnerstag. ...

Neues Sozialmobil für die Betreuungsvereine der AWO im Landkreis Altenkirchen

Am Dienstag (1. September 2026) wurde das neue Sozialmobil der AWO Betreuungsvereine im Landkreis Altenkirchen ...

Weitere Artikel


Schüler erwanderten 5.000 Euro für außergewöhnliches Projekt

Die Marion-Dönhoff-Realschule plus startet am 20. Juni ein einzigartiges Projekt. Die "Young Americans" ...

Sabine Friedrich erzählt "Wer wir sind"

Anlässlich der Westerwälder Literaturtage stellt Sabine Friedrich am Donnerstag, 13. Juni, um 19 Uhr ...

Ina Schenk erneut Schützenkönigin in Marenbach

Ina Schenk hat als Schützenkönigin in der Vergangenheit bereits Erfahrung sammeln können. In diesem Jahr ...

Mukoviszidose-Verein erhielt Spende

Beim Brunnenfest in Niederfischbach engagierten sich die Praxis "Barfuß" und das Akustikatelier für ...

Franziska Stahl ist Landesmeisterin

Seit rund einem Jahr trainiert die zehnjährige Franziska Stahl beim Schützenverein Elkhausen/Katzwinkel. ...

Bollnbacher Musikverein feiert großes Jubiläumsfest

125 Jahre gibt es den Bollnbacher Musikverein in Herdorf. Anlass für eine mehrtägige Feier, die alle ...

Werbung