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Nachricht vom 17.07.2013    

Kinder und Hunde können Partner werden

Die Wolfswinkeler Hundetage, die vom 6. bis 8. September in Wissen stattfinden, behandeln in diesem Jahr auch das heikle Thema "Kind und Hund" und wollen zeigen, dass die beiden Individuen als Partner agieren können, sofern die Grundvoraussetzungen stimmen.

Bei den Wolfswinkler Hundetagen geht es in diesem Jahr unter anderem auch um das Thema "Kind und Hund". (Fotos: ulrich-schulze.de)

Wissen. Die Wolfswinkeler Hundetage, die sich in diesem Jahr mit der Rolle des Hundes als Helfer des Menschen beschäftigen, wollen auf der Veranstaltung auch eine heikle Frage aufgreifen. Viele Familien mit Kindern haben einen Hund oder überlegen, einen Hund ins Haus zu holen. Gleichzeitig melden die Medien immer mal wieder von Zwischenfällen in Familien, wo Hunde Kinder gebissen haben. Kann ein Hund überhaupt ein geeigneter Sozialpartner für Kinder werden und was ist in einem Sozialverband, in dem neben erwachsenen Menschen auch Kinder und Hunde leben, zu beachten?

Jemand, der sich mit dieser Frage intensiv beschäftigt hat ist Manuela van Schewick. Sie ist staatlich geprüfte Erzieherin und arbeitet seit mehr als 37 Jahren mit Tieren in der Erziehung. Sie hat eine eigene Hundeschule in Meckenheim (Rheinland) bei Bonn und ist Buchautorin. Van Schewicks Schwerpunkt ist die Ausbildung von Hunden und Menschen. Dabei hilft ihr eine langjährige Erfahrung in der tierbegleitenden Erziehung. Auf den Wolfswinkeler Hundetagen ist sie Referentin zum Thema "Kind und Hund".

Der Wunsch, einen Hund in die Familie zu integrieren geht häufig von Kindern aus. "Für viele Kinder ist ein Hund so viel mehr, als die meisten Erwachsenen es sich vorstellen können", sagt Manuela van Schewick. "Kinder wünschen sich einen Kumpel, auf den sie sich verlassen können, mit dem sie gemeinsam unterwegs sein und toben können, der mit ihnen kuschelt und ihre Geheimnisse nicht weitererzählt."

Tierschützer warnen aber schon seit Jahren zu Recht, vor einer unüberlegten und spontanen Anschaffung eines Hundes. Vielen Hunden ist dann ein Schicksal im Tierheim beschieden, weil es in ihren Familien nicht geklappt hat. Werden zudem eklatante Fehler in der Erziehung und Haltung gemacht, kann es auch gefährlich für die Kinder werden. Doch das muss nicht sein. Hunde können nicht nur das Leben aller Familienmitglieder bereichern, sondern auch eine Hilfe bei der Entwicklung von Kindern sein. Allerdings sind eine Reihe von Regeln zu beachten, um die Sache nicht für alle Beteiligten zum Trauma werden zu lassen.

"Bereits bei der Auswahl des Familienhundes werden oft elementare Kriterien außer Acht gelassen", warnt van Schewick. "Dass Hunde sich nicht nur in Aussehen und Größe unterscheiden, sondern dass es wichtige Unterschiede in ihrem Wesen, ihrem Verhalten im Alltag und in den Bedürfnissen der Tiere gibt, ist vielen Menschen beim Kauf nicht wirklich bewusst." Werde ein Hund gezielt für das Leben in einer Familie mit Kindern angeschafft, müssen die Auswahlkriterien so sein, dass ein Zusammenleben mit genau diesem Tier auch funktionieren könne. Nur ein Hund, der dem oft stressigen und lauten Alltag in einer Familie mit Kindern gewachsen ist, könne ein guter Kumpel der Kinder werden und sie in ihrer Entwicklung fördern.

"Wir sollten die Auswahlkriterien also hoch ansiedeln, damit eine für alle positive und sichere artengemischte Gemeinschaft erreicht werden kann", so die Expertin, "Der optimale Familienhund hat Vertrauen zu Menschen und begegnet ihnen freundlich. Er ist gelassen in allen Umweltsituationen. So ein Hund zeigt sich sicher gegenüber akustischen und optischen Reizquellen." Geeignet seien Rassen oder auch Mischlinge, die diese Wesenseigenschaften hätten. Der sicherste Weg sei, wenn man auch den Züchter und die Bedingungen kenne, unter denen der Hund seine ersten Lebenswochen verbracht hat und sozialisiert wurde.

Bei Hunden aus dem Tierschutz kenne man diese Entwicklung zumeist nicht. Deswegen sei hier ein Vorbehalt angezeigt, insbesondere wenn der jeweilige Hund wenig Erfahrung mit Menschen und der Umwelt habe. Hier sei auch eine gewissenhafte Arbeit der Vermittler in den Tierschutzorganisationen notwendig. Es mache keinen Sinn, Hunde in Familien zu vermitteln, bei denen Kinderverträglichkeit nicht garantiert werden kann. Müssen diese Tiere zurück ins Heim, ist der Frust bei Mensch und Tier vorprogrammiert.

Generell gilt, Kinder und Hunde nicht ohne Aufsicht zu lassen, insbesondere bei kleinen Kindern im Vorschulalter. "Erst Schulkinder können langsam zu kleinen eigenverantwortlichen Aufgaben angeleitet werden", sagt Manuela van Schewick. Kinder müssen Empathie und das Hineindenken in das Individuum gegenüber erst langsam erlernen. Kleinkinder im Krabbelalter können dies naturgemäß weder bei Menschen noch bei Hunden. Funktioniert das Zusammenleben aber immer besser, auch weil Eltern ihre Kinder anleiten und zur Rücksicht erziehen, haben beide einen großen Vorteil. "Kinder genießen es, einem Hund neue Dinge beibringen zu dürfen. Sie wachsen hierbei in eine neue Rolle hinein und lernen durch das Lehren. Solche Aktionen fördern nicht nur das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl des Kindes, sondern auch dessen Beobachtungsgabe und Reaktionsfähigkeit."

Der Hund kann also ein geeigneter Sozialpartner auch für Kinder werden. Für Jugendliche und junge Erwachsene bietet er zudem die Möglichkeit ein konstanter Freund zu sein in einer Zeit, in der die Erwachsenen komisch sind und man Eltern als peinlich oder zickig empfindet. Beim hundlichen Freund darf man sich Kuscheleinheiten holen, die nicht uncool wirken, oder durch die Wälder streifen und träumen. "Unsere Hunde können wertvolle Freunde für unsere Kinder sein und sie in ihrer Entwicklung fördern", resümiert Manuela van Schewick, "Helfen wir ihnen dabei, indem wir sie als Hund akzeptieren, ständig über sie lernen und unsere Kinder einfühlsam im Umgang mit ihnen anleiten."


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