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Nachricht vom 19.07.2013    

NABU nimmt Stellung zum Windatlas

Zum neuen Windatlas der Landesregierung gibt der NABU Rheinland-Pfalz eine Pressemitteilung heraus und sieht darin nicht Neues. Es seien mehr als vier Prozent der Landesfläche für Windenergie geeignet, kritisiert wird Auslegung der Zahlen und das nur ein einziger Anlagentyp den Berechnungen zugrunde liegen.

Region. Am 17. Juli stellte das Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung den neuen Windatlas für Rheinland-Pfalz vor. Der NABU Rheinland-Pfalz begrüßt die Studie, aber relativiert: „Frau Ministerin Lemke tut so, als sei das bislang alles gänzlich unbekannt gewesen“, so Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz.
Auch bislang haben Planer und Projektierer mit Modellen die Windverhältnisse an Standorten errechnet und nicht etwa Anlagen nach Gutdünken errichtet. Neu sei lediglich die regionenübergreifende, landesweite Darstellung mit einem gut auflösenden Raster von fünfzig mal fünfzig Metern.

„Die Darstellung des 80-prozentigen Referenzertrages, auf den sich nun alle beziehen, wenn sie davon sprechen, dass 4 Prozent der Landesfläche für Windenergie geeignet sind, ist indes mehr als irreführend“ erläutert Schuch.

Diese Karte legt einen einzigen Anlagentyp eines einzigen Herstellers zugrunde. „Wenn man solche Karten für andere Anlagentypen errechnet, erhält man ganz andere Darstellungen“ so Schuch. Nehme man zum Beispiel einen Anlagentyp, der für mittel- und schwachwindige Standorte besser geeignet sei, ermittele man weit mehr als 4 Prozent Eignungsfläche. „Diese Karte ist politisch motiviert und verschleiert bewusst die Tatsachen“ sagt Schuch.

Sie soll suggerieren, dass auf 96 Prozent der Fläche von Rheinland-Pfalz keine Windräder gebaut und damit eine Lenkung des Windenergieausbaus erfolgen würde. Durch die Entwicklung neuer Anlagen werden aber auch schwachwindige Standorte für Windräder ermöglicht, was den Flächenanteil auf weit über 4 Prozent erhöht.



Der Windatlas verdeutlicht, dass viele naturschutzfachlich bedeutsame Räume sehr windhöffig und deshalb durch den Ausbau der Windkraft gefährdet sind. Da nur 2 Prozent der Landesfläche für die Energiewende benötigt werden, hätte eine überregionale Planung die Gefährdung dieser Naturpotentiale ausschließen können.

„So sähe eine verantwortungsbewusste Landesplanung aus, stattdessen wird die Verantwortung an die Kommunen abgegeben“ resümiert Schuch. Zusammen mit den anderen neun anerkannten Naturschutzverbänden kritisiert der NABU seit anderthalb Jahren, dass es keine vernünftige Lenkung gebe und ökologisch wertvolle Standorte unnötig überplant werden, obwohl noch viele unproblematische Flächen zur Verfügung stehen.
Die bereits jetzt vorliegenden kommunalen Planungen machten deutlich, dass der Windkraftboom die Landschaft überrollen wird. Bei diesen Verfahren werden die Naturschutzverbände oft nicht mal beteiligt, weil von Windkraftbetreibern bezahlte Gutachter zu dem Ergebnis kommen, dass eine erhebliche negative Beeinträchtigung der Umwelt nicht vorliegt.
Deshalb fordert der NABU von der Landesregierung eine generelle Beteiligung bei jeder Windenergieplanung.


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