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Nachricht vom 28.07.2013    

Tourismus in der Region muss gestärkt werden

Um über das Thema „Tourismus vor Ort“ mit Experten zu diskutieren und Ideen zu dessen Umsetzung entwickeln, hatte er heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel am Sonntagmorgen zum Forum ländlicher Raum auf den Hof Hagdorn bei Wissen eingeladen.

Diskutierten über Tourismus im ländlichen Raum: Gereon Haumann, Präsident des Dehoga Landesverbands Rheinland-Pfalz, Berno Neuhoff, Stabsstellenleiter für Demografie, Regional- und Kreisentwicklung der Kreisverwaltung Altenkirchen, Mechthild Euteneuer, Miteigentümerin des Hof Hagdorn, Christoph Hoopmann, Geschäftsführer des Westerwald Touristik Services und Erwin Rüddel, MdB (von links). (Fotos: Bianca Klüser)

Wissen-Hagdorn. Am Sonntagmorgen hatte der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel zum Forum ländlicher Raum zum Thema „Tourismus vor Ort“ auf den Hof Hagdorn bei Wissen eingeladen, um dieses Thema im Rahmen einer Expertenrunde mit Mechthild Euteneuer, Miteigentümerin von Hof Hagdorn, Gereon Haumann, Präsident des Dehoga Landesverbands Rheinland-Pfalz, Christoph Hoopmann, Geschäftsführer des Westerwald Touristik Services, und Berno Neuhoff, Stabsstellenleiter für Demografie, Regional- und Kreisentwicklung der Kreisverwaltung Altenkirchen, sowie den erschienen Gästen zu diskutieren.

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete hieß die erschienen Gäste zum Forum ländlichen Raum, das sich erstmals um das Thema „Tourismus vor Ort“ drehte, herzlich willkommen. Ziel sei es gewesen, so Rüddel, ein Fachgespräch zu organisieren, um Ideen zu entwickeln, wie man den Tourismus in der ländlichen Region weiterentwickeln könnte. Den Hof Hagdorn bezeichnete Rüddel als ein gutes Beispiel. „Das, was der Westerwald zu bieten hat, ist auch das, was der Urlauber sucht: Ruhe, Natur, Entspannung“, so Rüddel. Die Bundesregierung habe bereits erkannt, dass man das fördern muss.

Im Anschluss hatte Mechthild Euteneuer, Miteigentümerin von Hof Hagdorn, das Wort und beschrieb kurz den Aufbau des Familienbetriebes. „Das ist die große Stärke unseres Hofes“, so Euteneuer und unterstrich, dass den Familienmitgliedern der Hof und auch die Region sehr am Herzen liegen. Seit 30 Jahren führe man auf dem Hof nun schon das Jugendgästehaus. Dennoch ist steht für Euteneuer fest, dass am Image des Westerwaldes gearbeitet werden muss. „Es liegt noch sehr, sehr viel im Argen“, so Euteneuer und erklärte, dass man Gäste immer wieder auf die Region aufmerksam machen müsse. Das große Manko der Region sei vor allem die Infrastruktur. „Wir müssen keine Autobahn hier hin haben, aber eine Straße ohne Löcher, das wäre schon toll“, erklärte die Miteigentümerin des Hofes. Man müsse die Region durch ein positives Image stärken und ihre Attraktionen hervorheben. Auch sei es wichtig, nach einem kompetenten Partner zu suchen, der die Region unterstützen will. Mechthild Euteneuer wünscht sich an dieser Stelle mehr Zusammenarbeit mit Schulen, denn: „Kinder sind unsere Zukunft.“ Man müsse den Kindern beibringen, wo beispielsweise Kartoffeln herkommen. Aus diesem Grund biete man in Hagdorn Projekte zum Thema „Lernen auf dem Bauernhof“ an. „Die Vielfalt unserer Region können die Kinder nur schätzen lernen, wenn sie sie kennen“, so Euteneuer.

„Wir sind anders“, so Gereon Haumann, Präsident des Dehoga Landesverbands Rheinland-Pfalz, mit Blick auf die Tatsache, dass der Westerwald zum Mittelgebirgsland zählt. Wichtig sei, dass dessen stürmische Höhen richtig beworben werden, um so eine Reisemotivation schaffen zu können. Der Tourismus stelle eine Wirtschaftsleitbranche, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Rheinland-Pfalz dar. „Das ist eine starkes Stück Wirtschaft“, so Haumann, „Jede vierte bzw. fünfte Familie in Rheinland-Pfalz lebt ein Stück weit vom Tourismus.“ Zudem sei der Tourismus eine immissionsfreie Branche. Dennoch bestehe zwischen den kleinen Betrieben in der ländlichen Region ein Spannungsfeld. „Wir müssen es schaffen, uns als eine Branche zu begreifen“, so Haumann und unterstrich, dass man auch der Politik als Einheit begegnen müsse. Den Hof Hagdorn bezeichnete er im Folgenden als eines der Saatkörner, auf das man stolz sein könne. „Es lohnt sich für diese Branche einzutreten, für diese Branche zu kämpfen“, so Haumann und nannte Wandern, Radwandern, Gesundheit und Wein als die vier primären Themen der zehn rheinland-pfälzischen Destinationen. Man müsse gegen die Kürzung der Mittel des Tourismus vorgehen, denn: „Der Tourismus ist die Chance im ländlichen Raum, um noch Begegnungsstätten aufrecht zu erhalten.“

Christoph Hoopmann, Geschäftsführer des Westerwald Touristik Services, betonte, dass bereits in der Vergangenheit viel Geld in die Förderung des Tourismus der Region investiert worden sei, so etwa die rund 750.000 Euro, die dem Westerwaldsteig zugutekamen. Der Hof Hagdorn setze auf Qualität und eine klare Zielgruppe. Man brauche mehr solcher Höfe in der Region. Die Landesregierung jedoch arbeite durch Kürzungen gegen den Tourismus im Westerwald. Für die Mittelgebirge gebe es nur noch eine Prämisse: „Windräder soweit das Auge reicht.“ Darauf werde ein Problem entstehen, gegen das gemeinsam gekämpft werden müsse. „Wir sind auf einem guten Weg, aber das funktioniert nur, wenn wir alle zusammenhalten“, so Hoopmann.



Als letzter der Podiumskandidaten hatte Berno Neuhoff, Stabsstellenleiter für Demografie, Regional- und Kreisentwicklung der Kreisverwaltung Altenkirchen, das Wort. „Wir kommen aus einer Region, die traditionell stark industriell geprägt ist“, so Neuhoff. Das stelle eine große Herausforderung dar. „Wir müssen mehr in Qualität und Nachhaltigkeit investieren“, erklärte er und wies darauf hin, dass man sich noch in einer Region im Wandel befinde. Während manche Betriebe sich noch im Dornröschenschlaf befänden, stelle der Hof Hagdorn ein Musterbeispiel dar. Auch der Ausbau des Natursteigs Sieg, der gemeinschaftlich mit den fünf an der Sieg gelegenen Verbandsgemeinden vonstattengehen soll, sei eine Maßnahme dazu, das Gebiet überregional bekannt zu machen. Dazu sei es auch nötig eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen und dabei auf eine vernünftige Qualität zu achten. „Da ist mehr Qualität gefragt als nur ein Wiener Schnitzel auf der Karte zu haben“, so Neuhoff. Es sei auch wichtig den Touristen regionale Produkte anzubieten. „Die Menschen müssen sich als Botschafter ihrer Region verstehen“, so Neuhoff, „Wenn wir diese Anstrengung auf uns nehmen, dann haben wir auch eine Chance.“

Auch der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel unterstrich im Anschluss noch einmal, dass sich der Westerwald selbstbewusster präsentieren müsse und es wichtig sei, die Bedeutung des Tourismus mehr hervorzuheben. Dann eröffnete er die große Diskussionsrunde, bei der sich auch die erschienen Gäste zu Wort melden konnten.
Diese Gelegenheit nutzte unter anderem auch Matthias Weber, Vorsitzender des Verkehrsvereins Wisserland e.V., der die Touristik als eine pflegeleichte Branche ohne große Forderungen an die Politik beschrieb. Wenn jedoch etwas geschaffen worden sei, sei eine Unterstützung vonseiten der Kommunen bis hin zum Bund nötig, „damit dies kleinen Flämmchen am Brennen bleiben“, so Weber.
„Diese Region ist seit über 200 Jahren zunächst eine Industrieregion“, erklärte auch Tourismusexperte Ulrich Schmalz, den Erwin Rüddel als seinen „Opa im Amt“ betitelte. Dadurch seien die Menschen der Region geprägt. Der Tourismus könne in dieser Region einen lukrativen Nebenerwerbsbetrieb darstellen. Dazu müsse das Konzept entsprechend aufgebaut werden, denn immer mehr Menschen berücksichtigen kulturelle Angebote bei ihrer Reiseplanung.
Verbandsbürgermeister Michael Wagener gab zu bedenken, dass die Vorschriften, an denen sich die Behörden im Hinblick auf den Tourismus orientieren, nicht von diesen gemacht werden, sondern in Mainz oder in Berlin. Man müsse gemeinschaftlich agieren. „Wichtig ist auch das Ineinandergreifen der verschiedenen Ebenen“, so Wagener. Es müsse ein lokales, regionales und überregionales Zusammenwirken geben. Die Region attraktiv zu gestalten solle nicht nur dazu dienen, Menschen von außen in die Region zu holen, sondern auch die Menschen in der Region zu halten. „Wir machen das auch ein Stück weit für uns“, so Wagener.

Das Schlusswort hatte Mechthild Euteneuer vom Hof Hagdorn, die sich in ihren Gedanken bestätigt zeigte. Um Stammgäste in der Region halten zu können, sei es wichtig, diesen immer wieder etwas Neues bieten zu können. Daher hoffe sie weiterhin auf Unterstützung.
Auch Erwin Rüddel dankte allen Anwesenden, insbesondere seinen Podiumsgästen, für ihr Kommen und wünschte allen, dass sie nun für sich selbst einige Aufgaben gewinnen konnten und diese mitnehmen werden. (bk)



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Kommentare zu: Tourismus in der Region muss gestärkt werden

1 Kommentar
Frau Euteneuer hat angesprochen, wo der Schuh drückt: Es liegt so Vieles im Argen. Wir bräuchten wenigstens Straßen ohne Schlaglöcher. So ist es! Wie will man den Kreis voranbringen, wenn die Infrakstruktur brach liegt und mangels Investitionen durch den Kreis immer maroder wird mit der Folge einer galoppierenden Landflucht von Bevölkerung und Betrieben. Der Stabstellenleiter für Demografie, Regional- und Kreisentwicklung sagt dann die markigen Worte: "Wir müssen mehr in Nachhaltigkeit und Qualität investieren". Was hält Sie denn davon ab, Herr Neuhoff? Vermutlich die Löcher im Kreishaushalt, die dadurch entstehen, weil 70 Prozent der Einnahmen des Kreises in den Untiefen von Jugend und Soziales versickern. Es ist ein Teufelskreis!
Und glauben Sie wirklich, Herr Stabstellenleiter, dass sich der Kreis so noch entwickeln lässt? Oder ist es nicht realistischer, dass der Landkreis im Zuge der Kommunal- und Verwaltungsreform auf andere Landkreise aufgeteilt wird? Daher sollte sich Ihre Stabstelle vielleicht umbenennen: "Stabstelle für Kreisabwicklung".
#1 von Wolfgang, am 29.07.2013 um 09:12 Uhr

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