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Nachricht vom 04.09.2013    

Arbeitsagentur und Jobcenter qualifizieren junge Erwachsene

Mit einem neuen Programm soll Menschen ohne Ausbildung zwischen 25 und 35 Jahren zu einem Berufsabschluss verholfen werden. Denn die Erfahrung hat gezeigt: Für Menschen ohne qualifiziertes Berufswissen gibt es immer weniger Arbeitsplätze.

Region. Der Arbeitsmarkt steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Während die demografische Entwicklung dafür sorgt, dass Unternehmen immer größere Schwierigkeiten haben, qualifiziertes Personal zu finden, sorgen Globalisierung und technischer Fortschritt dafür, dass es kaum noch Stellen für Ungelernte gibt. Damit drohe die Gefahr, dass Arbeitnehmer sich zunehmend in zwei Lager aufteilen, meint Karl-Ernst Starfeld, der Leiter der Agentur für Arbeit Neuwied.

„Diejenigen, die über fundiertes Fachwissen verfügen, werden von den Arbeitgebern umworben. Wer keine Ausbildung mitbringt, wird häufig nicht mehr gebraucht.“ Und: „Geringqualifizierte Menschen sind nicht nur viel stärker von Arbeitslosigkeit bedroht, sie haben auch große Schwierigkeiten, wieder dauerhaft Fuß zu fassen, wenn sie erst einmal arbeitslos sind.“

Hier wollen die Arbeitsagenturen und die Jobcenter gegensteuern. Bundesweit läuft die Aktion „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“. Erklärtes Ziel ist, möglichst allen Schulabgängern zu einer Ausbildung zu verhelfen und ihnen so den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben zu ebnen.

Die Initiative zur Integration junger Erwachsener hat diejenigen im Blick, die eigentlich zu alt für eine Ausbildung sind, den größten Teil ihres Erwerbslebens aber noch vor sich haben.

„Untersuchungen haben ergeben, dass deutschlandweit derzeit mehr als zehn Prozent der 25- bis 35-Jährigen keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen können – und dass Ungelernte fast die Hälfte der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe stellen. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein Schatz, den es zu heben gilt“, meint Starfeld.

Allerdings ist die Bergung versteckter Potenziale kein leichtes Unterfangen. Denn nicht jeder, der grundsätzlich zur anvisierten Altersgruppe gehört, bringt die Voraussetzungen für eine nachträgliche Ausbildung mit. Und nicht alle sind begeistert von der Aussicht, noch einmal von vorn anzufangen. „Diese jungen Leute haben ja oft ganz bewusst auf eine Ausbildung verzichtet, weil sie als ungelernte Arbeiter schneller Geld verdienen konnten – und weil sie vielleicht auch keine Lust hatten, sich Berufsschule und Prüfungen auszusetzen. Jetzt schlagen wir ihnen vor, das Versäumte nachzuholen. Davon ist nicht jeder begeistert. Außerdem sind sie ja in einem Alter, in dem sie oft nicht nur sich selbst, sondern auch eine Familie ernähren müssen“, sagt Karl-Ernst Starfeld.




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Trotzdem gibt es nach Ansicht des Agenturleiters keine Alternative. „Vor einer oder zwei Generationen war es durchaus möglich, sein ganzes Berufsleben ungelernter Arbeiter zu bleiben und damit gut klarzukommen. Heute wird es immer schwerer, überhaupt Stellen für unqualifizierte Kräfte zu finden. Und in zehn oder zwanzig Jahren wird es noch viel weniger geben.“ Selbst für jene, die derzeit noch in Lohn und Brot sind, steigt demnach das Risiko, früher oder später arbeitslos zu werden.

Grundsätzlich kommt zur Nutzung der bundesweiten Initiative so gut wie jede Branche in Frage. Schließlich muss der Beruf auch hier zu den persönlichen Neigungen passen - und zusätzlich noch die individuellen Lebensumstände eines Erwachsenen berücksichtigen.

Für jene, denen zum Beispiel die schulischen Voraussetzungen für eine Ausbildung fehlen, suchen die Arbeitsvermittler gezielt nach niedrigschwelligen Alternativen, die ihre Qualifizierung verbessern. Und die, die zwar könnten, aber nicht so richtig wollen, gilt es zu überzeugen. Unter Umständen müssen Vermittler, Kunde und Arbeitgeber dafür gemeinsam nach Lösungen für Probleme suchen, die eine Ausbildung mit sich bringt.

Auch wenn das oft ein hohes Maß an Geduld und Kreativität erfordere, lohne sich der Aufwand für alle Beteiligten, meint Starfeld. „Am Ende gibt es schließlich nur Gewinner: Die jungen Leute bekommen eine berufliche Zukunft, auf die sie ihr Leben aufbauen können. Arbeitgeber kommen zu den dringend benötigten Fachkräften. Und die Gemeinschaft profitiert ohnehin von jedem, der nicht arbeitslos wird oder bleibt.“


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