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Nachricht vom 11.09.2013    

IG Metall fordert Politikwechsel

Viele Flaggen, fast ein rotes Fahnenmeer, und 5.000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auf dem Frankfurter Römer. Allein aus Betzdorf kamen am Samstag mehr als 100 Metallerinnen und Metaller und zeigten Flagge für einen
Politikwechsel. In einer Pressemitteilung zeigt die IG Metall Betzdorf die zentralen Forderungen auf.

Betzdorf/Frankfurt. „Was erwarten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Politik?“, fragt der Erste Bevollmächtigte Claif Schminke der IG Metall in Betzdorf. „Sie wollen sichere und faire Arbeitsplätze. Mehr als eine halbe Million Menschen und 900 bei uns in der Verwaltungsstelle haben in einer Beschäftigtenbefragung der IG Metall gesagt: Einen unbefristeten Arbeitsplatz mit einem verlässlichen Einkommen, von dem sie gut leben können. Deshalb erwarten wir von den politisch Verantwortlichen, dass sie etwas tun, um den ausufernden Niedriglohnsektor einzugrenzen und dem Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen einen Riegel vorzuschieben.“

Auch am Samstag forderten die Metallerinnen und Metaller aus Betzdorf: Einen unbefristeten Arbeitsplatz mit einem verlässlichen Einkommen, von dem man gut leben kann. Die Politik muss endlich den ausufernden Niedriglohnsektor eingrenzen und dem Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen einen Riegel vorschieben.

Martina Schütz, Betriebsratsvorsitzende bei Mubea sagt: „Bei uns Betrieb haben sich 118 Beschäftigte an der IG Metall-Befragung beteiligt. 88 Prozent bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als „sehr wichtig“, 84 Prozent ein verlässliches und ausreichendes Einkommen. Prekäre Beschäftigung wird abgelehnt. 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Leiharbeit und Werkverträge gesetzlich neu geregelt werden müssen und 93 Prozent sind für die Einführung eines Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro.“
Für die Jugendlichen im Betrieb ist gerechte Bildung für alle - unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern wichtig.

Diana Trulsson, Jugendsekretärin der IG Metall in Betzdorf sagt: „Das duale Ausbildungssystem in Deutschland mit seinen zwei Säulen Betrieb und Berufsschule wird überall gelobt. Doch auch hier liegt einiges im Argen: Schlecht ausgestattete Berufsschulen, mit viel zu wenigen Lehrkräften und der fatale Trend, die Ausbildungsdauer immer weiter zu verkürzen, sind eine Seite des Problems. Azubis klagen aber auch häufig über zu geringe Vergütungen und mangelnde Mitspracherechte in Betrieb und Berufsschule. Jeder junge Mensch soll auf Wunsch ein Ausbildungsangebot erhalten und von der Ausbildungsvergütung leben können. Junge Menschen haben ein Recht auf umfassende Bildung.“



Die Beschäftigtenbefragung der IG Metall hat gezeigt: 95 Prozent der Menschen wollen gleiche Bildungschancen - unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern. Nur 23 Prozent der Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss schaffen es an die Uni, jedoch 83 Prozent der Akademikerkinder. 70 Prozent der Befragten sieht Weiterbildung als wesentlichen Faktor in der beruflichen Entwicklung an. Doch die Realität sieht vielfach anders aus: In die betriebliche Weiterbildung in den deutschen Unternehmen fließen lediglich 0,7 Prozent der Arbeitskosten. Laut einer Umfrage unter 600 Führungskräften kümmern sich 39 Prozent "gar nicht" oder "geringfügig" um die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Schminke kritisierte abschließend die politisch Verantwortlichen: „Die Krise in Europa darf nicht zu Lasten der Menschen und vor allem der jungen Menschen gehen. Die Sparpolitik belastet vor allem die Bürger, soziale Leistungen werden gekürzt und die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen war noch niemals zuvor so hoch. In vielen Ländern hat eine gut ausgebildete junge Generation keine Aussicht auf sichere und gute Arbeitsplätze. Mit dieser Politik hat Europa keine Zukunft, wir brauchen eine Politikwechsel.“ (Pressemitteilung der IG Metall)


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