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Nachricht vom 11.09.2013    

Interesse an gesundem Schulessen war sehr gering

Der Vortrag zum Thema "Gesundes Schulessen" fand wenig Anklang, gerade mal 16 Teilnehmer aus dem Kreis Altenkirchen fanden sich in der Christophorus-Grundschule in Betzdorf ein, um sich informieren zu lassen. Referentin Bärbel Euler vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum sprach dennoch von einer wichtigen Veranstaltung.

Ernährungsberaterin Bärbel Euler (rechts) referierte zum Thema „Nachhaltige Ernährung: Öfter vegetarisch essen – in der Schule“. Daneben Schulleiterin Ute Mülling. Fotos: anna

Betzdorf. Die Christophorus-Grundschule ist seit 2002 eine Ganztagsschule und bietet ihren Schülerinnen und Schülern seitdem natürlich täglich ein Mittagessen an. Dieses wird in der nahegelegenen Gaststätte von Meike und Wolfgang Bayer gekocht und ganz nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es lediglich zweimal pro Woche eine Fleischmahlzeit.

Gemeinsam organisierten die Stadt Betzdorf als Schulträger, die Schulleitung und die Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz einen Vortragsnachmittag zum Thema „Nachhaltige Ernährung: Öfter vegetarisch essen – in der Schule“.

Dazu waren Vertreter aller Schulen des Kreises Altenkirchen, deren Schulträger und Vertreter der jeweiligen Elternschaft eingeladen worden. Das Interesse hielt sich aber sehr in Grenzen, gerade einmal 16 Teilnehmer kamen in der Christophorus-Grundschule zusammen.

Die Referentin Bärbel Euler vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel (DLR) mit Sitz in Montabaur war davon nicht überrascht, sie weiß wie schwer es ist, gerade in Punkto Essen, die Gewohnheiten der Menschen zu verändern. Auch einige der Teilnehmer gaben zu, dass sie Fleisch gerne und häufig essen. Doch es ging natürlich nicht darum, die Leute nun umzuerziehen und ihnen den Genuss von Fleisch madig zu machen. Ziel der Veranstaltung war es, zu informieren über die vielfältigen Möglichkeiten einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und wie man diese Kindern nahe bringt.

Bürgermeister Bernd Brato hatte die Gäste vorab begrüßt und hielt fest, dass sich die Ernährung insgesamt in den Familien geändert habe. Daher sei man als Schulträger froh, mit der Familie Bayer jemand gefunden zu haben, die für die Ganztagskinder immer vernünftiges Essen koche.

Die Schulleiterin berichtete aus der täglichen Erfahrung, dass es erschreckend sei, wie viele Kinder heute kaum noch Gemüsesorten kennen würden. Dem versuche man seitens der Schule entgegen zu steuern. Es sei aber auch zu beobachten, dass viele Eltern Wert auf ausgewogene Ernährung ihrer Kinder in den Kindertagesstätten und Schulen legten, selbst wenn mit dem Thema zu Hause oft anders umgegangen werde.
Referentin Bärbel Euler merkte übrigens an, dass der Termin und das Thema der Veranstaltung zeitlich schon weit vor dem Vorstoß der Grünen zu einem Vegetarier- Tag geplant geworden wäre und nicht damit in Zusammenhang stünde. Seitens des DLR gehe es darum, den Menschen nachhaltige Ernährung und weniger Fleischkonsum nahe zu bringen. Den vegetarischen Schatz nutzen und genießen zu lernen.

Das Angebot an Fleisch ist heute in Deutschland extrem hoch und ebenso extrem billig. Ein geringerer Fleischkonsum wirke sich sowohl positiv auf die Gesundheit wie auch auf die Umwelt aus. In Argentinien wurde für die Rinderhaltung schon die Hälfte des Regenwaldes mit seiner Artenvielfalt unwiderbringlich zerstört.

Euler berichtete, dass man in der Schulverpflegung eine Vorbildfunktion nutzen wolle. Dies gehe jedoch nicht ohne Ernährungsbildungsmaßnahmen für Eltern und Kinder. Daher sei es wichtig, das Ganze langsam anzugehen, den Kindern Zusammenhänge klar zu machen. Ihnen etwa aufzuzeigen, wie viel Getreide eine Kuh zum Leben benötigt und wie viele Menschen davon ernährt werden könnten. Die Eltern mit ins Boot zu nehmen sei unerlässlich, denn es bringe nichts, wenn die Kinder nach Hause gingen und berichteten, dass es zu Mittag kein Fleisch gab und die Eltern dann ein Schnitzel in die Pfanne schmeißen.

Die moderne Ernährung besagt, dass Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren nur 350 Gramm Fleisch und Wurst und nur 75 Gramm Fisch wöchentlich zu sich nehmen sollten. Vollwertige Ernährung sei das Ziel, mit allen notwendigen Nährstoffen, Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Vitaminen. Gemüse, Obst und vor allen Dingen Vollkornprodukte gehörten dazu. Gerade die Vollkornprodukte kämen in der Schulverpflegung jedoch so gut wie überhaupt nicht vor.
Auf Fleischersatz, wie Tofu, müsse man nicht zwangsläufig zurückgreifen, das brauche man eigentlich nicht, so Euler. Berücksichtigt werden müsse natürlich bei einer teilweisen Ernährungsumstellung eventuell auftretende Unverträglichkeiten, die zum Beispiel bei Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten auftreten könnten.

Doch daran würden sich die Kinder nach kurzer Zeit gewöhnen, bestimmte Kräuter oder Tees könnten diese Unverträglichkeiten mildern. Wichtig sei es, den Kindern früh beizubringen, dass ein geringerer Fleischkonsum Vorteile für die Ökologie, die Ökonomie, das Soziale und die Gesundheit habe. Man möchte den Kindern einen nachhaltigen Lebensstil beibringen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es für die Teilnehmer Kostproben von vegetarischen Mahlzeiten. Darunter eine mit Käse, Gemüse und Kräutern gefüllte Paprika. Eine Gemüsesuppe mit Vollkornnudeln und ein Linsencurry mit Tofu. Bei den Erwachsenen kamen die Gerichte gut an, bei Kindern bedarf es da allerdings oft ganz anderer Überzeugungskraft. Während des gemeinsamen Essens tauschten die Teilnehmer untereinander Erfahrungen zum Thema aus und zogen das Fazit, dass man es in der Schulverpflegung mit solchen Neuerungen langsam angehen lassen müsse. Auch sei es notwendig den Kindern solche fleischlosen Gerichte häufiger anzubieten, bis das sie daran Geschmack finden.

Alles in Allem fand Bärbel Euler, es sei eine interessante und interessierte Runde gewesen und dass sie auch weiterhin mit der Christophorus-Grundschule in Kontakt bleiben wolle, um weitere Vorschläge zum Thema folgen zu lassen. (anna)


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