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Nachricht vom 29.10.2013    

Offizielle Ehrung der IHK für 100 Jahre Westerwaldbahn

Gefeiert wurde das 100-jährige Bestehen der Westerwaldbahn bereits mit vielen Gästen. Nun erfolgte separat von der IHK Koblenz die Würdigung des Unternehmens. IHK-Kreisgeschäftsführer Oliver Rohrbach überreichte die Urkunde und betonte die Bedeutung der Westerwaldbahn mit Blick auf den ÖPNV.

Horst Klein (rechts)Geschäftsführer der Westerwaldbahn und Kreisbeigeordneter Konrad Schwan (links) nahmen die Urkunde der IHK von IHK-Kreisgeschäftsführer Oliver Rohrbach entgegen. Foto: anna

Steinebach-Bindweide. Die Westerwaldbahn (WEBA) feierte in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und erhielt aus diesem ganz besonderen Anlass in separater Würdigung eine Ehrenurkunde der IHK Koblenz, überreicht vom IHK-Kreisgeschäftsführer Oliver Rohrbach.
WEBA-Geschäftsführer Horst Klein, sowie erster Kreisbeigeordneter und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung Konrad Schwan nahmen die Auszeichnung entgegen. Klein betonte, dass man bei der Westerwaldbahn stolz darauf sei, die 100 Jahre geschafft zu haben. Dies sei durchaus nicht selbstverständlich. Es habe in der Zeit mehrmals Höhen und Tiefen für das Unternehmen gegeben. Zeitweise sei der Betrieb auch schon mal in Frage gestellt worden. Doch zum Glück habe immer wieder ein Licht am Ende des Tunnels für den Fortbestand gesorgt. So habe die WEBA von der 1994 durchgeführten Bahnreform profitieren können und es konnte die Erweiterung des Geschäftsfeldes erfolgen.

Klein berichtete weiter, dass vor der Bahnreform die Züge der Westerwaldbahn nur auf dem ihr eigenen Stammnetz hätten fahren dürfen. Selbst für Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen bei der Firma Jung in Kirchen musste eine Lauffähigkeitsbescheinigung bei der DB eingeholt und sogar ein Lotse für die Teilstrecke der DB an Bord genommen werden. Heute dagegen bestehe zum Glück ein diskriminierungsfreier Zugang zum gesamten Schienennetz, das für neue Möglichkeiten gesorgt habe.
Auch der Schienenpersonennahverkehr sei lange Zeit ausschließlich der Deutschen Bundesbahn vorbehalten gewesen, so Klein. Dafür habe diese jährlich acht Millionen D-Mark vom Bund erhalten. Im Zuge der Bahnreform sei dann auch der Schienenpersonennahverkehr den Ländern übertragen worden. In Rheinland-Pfalz habe man diesbezüglich auch die Landkreise mit ins Boot geholt. Heute erhalte das Land 380 Millionen Euro vom Bund für den Schienenpersonennahverkehr. Seitens der Westerwaldbahn setzt man für die Zukunftssicherung große Hoffnungen in die Kooperation mit der Hessischen Landesbahn und somit an eine Beteiligung an dem Eifel-Westerwald-Sieg-Netz.
Auch die Daadetalbahn möchte man gerne im Netz der WEBA behalten, die Entscheidung darüber wird im ersten Quartal des kommenden Jahres fallen. Bisher macht der Schülerverkehr allein 85 Prozent der Einnahmen für die Westerwaldbahn aus. Der demographische Wandel ist in den rückläufigen Schülerzahlen schon zu spüren, so dass man sich bei der WEBA Gedanken um zusätzliche Angebote im ÖPNV macht. „Froh sind wir bezüglich des Güterverkehrs über unseren Großkunden, die Firma Schütz“, so Klein, der die Arbeitsstellen seiner derzeit 60 Mitarbeiter auch weiter gesichert sehen möchte.
Mit der Einrichtung zweier Reisecenter in Au an der Sieg und in Wissen habe man das Geschäftsfeld zudem erweitert. Damit wolle man den Kunden entgegen kommen, die einen stationären Fahrkartenverkauf bevorzugten.



Rohrbach sagte, die Westerwaldbahn leiste gerade im ÖPNV einen enorm wichtigen Beitrag für die Region, um den Anschluss an die großen Zentren zu sichern. Er hob noch einmal die Besonderheit der 100 Jahre währenden Unternehmensgeschichte hervor und berichtete, selten solche Urkunden verleihen zu können.

Schwan äußerte die Hoffnung, dass die WEBA auch noch die nächsten 100 Jahre tätig sein werde, obwohl das Verkehrsgeschäft als solches kein einfaches sei. Seitens des Kreises Altenkirchen sei aber viel daran gelegen, die hiesigen Arbeitsplätze zu erhalten. (anna)


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