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Nachricht vom 10.11.2013    

Kölner Improvisationstheater begeisterte im Kulturwerk

„Springmaus“ nennt sich das Kölner Improvisationstheater, welches auch im 30. Jahr seines Bestehens mit seinen Live-Programmen ein großes Publikum begeistern kann. Davon konnten sich am Samstagabend auch rund 450 Gäste im Wissener Kulturwerk überzeugen, wo das Ensemble gastierte.

Das Improvisationstheater „Springmaus“ begeistere am Samstagabend 450 Gäste im Wissener Kulturwerk. (Fotos: Bianca Klüser)

Wissen/Sieg. Auf die Suche nach den wahren Heldinnen und Helden des Alltags begab sich das Kölner Improvisationstheater „Springmaus“ gemeinsam mit einem großen Publikum am Samstagabend im Wissener Kulturwerk. Rund 450 Gäste hatten sich dort eingefunden, um das Live-Programm des Ensembles hautnah miterleben zu können.

„Wir wollen Ihnen ein tolles Programm bieten“, diese Erklärung gab Ensemble-Mitglied Gilly Alfeo, der gemeinsam mit Vera Passý und Norbert Frieling das Künstlertrio des Abends bildete, vor Beginn der Show. Zunächst galt es jedoch fünf Freiwillige unter den Gästen zu finden, die kurz einen Abriss über ihren Alltag gaben. Schnell waren diese gefunden: der pädagogisch tätige Handwerker Stephan Schiep aus Wissen, pädagogische Fachkraft beim Kreisjugendamt, Jörg Brück, aus Etzbach, Kinderkrankenschwester Nina Groß aus Morsbach, Schüler Ruben Ermert aus Weitefeld, der Schlosser werden will, und Kinderchirurgin Nicole Fuchs aus Birken-Honigsessen.

Die Geschichten der fünf gefundenen Helden und Heldinnen wurden in das anschließende Programm eingebunden. Zunächst gab es von Vera Passý ein rockiges Ständchen für Ruben Ermert.
Insbesondere die Herkunft von Nicole Fuchs, Birken-Honigsessen, gab dem Improvisationstrio im weiteren Verlauf zahlreiche witzige Anstöße für die Dialoge, so beispielsweise bei einer als klassisches Drama gespielten Unterrichtsstunde von Stephan Schiep zum Thema Aluminium, in welcher er seiner Schülerin mit den Worten begegnete: „Ich sehe es in euren Augen, ihr seid besessen! Kommt wohl aus Birken-Honigsessen.“ Derartige Sprüche brachten das Publikum total aus dem Häuschen und sorgten mehrfach für Lacher.
Auch die darauffolgende Erläuterung des Funktionierens eines Hebe-Senk-Einlaufs in der Toskana, in Anlehnung an die Arbeit von Nina Groß, welche von Gilly Alfeo mit einer eigens erdachten Gebärdensprache begleitet wurde, sorgte für reichlich Gekicher.
Danach begab sich Künstler Norbert Frieling als Jörg Brück auf eine Reise aus dem Westerwald hinaus ins ferne Siegerland, dann weiter in die Toskana, nach Russland und Indien, ehe er mit einer Vielzahl von neuen kulturellen Eindrücken den Weg zurück in den Westerwald fand.
Bei Nicole Fuchs war es vor allem der Heimatort, der zum Mittelpunkt des Programms wurde. Birken-Honigsessen, ein Nachbarort von Tannenöl-Saufen? Das fragten die Künstler scherzhaft. Doch auf die Antwort von Nicole Fuchs, die ihnen von Birkenwäldern und Hunnen berichtete, waren die drei nicht gefasst. „Geht es da jetzt immer noch so wild zu wie damals?“, fragte Vera Passý verblüfft.

In der Pause bekamen die Gäste Gelegenheit sich eine Erfrischung zu gönnen und fleißig via Kleingeld für ihre beiden Helden oder Heldinnen des Alltags aus den fünf in die Show eingebundenen Gästen zu wählen. Dazu waren am Bühnenrand Becher mit den entsprechenden Namen aufgestellt worden, die anschließend gewogen wurden. Mit 617 Gramm Kleingeld im Becher lag Nina Groß dabei ganz vorn, gefolgt von Jörg Brück mit 431 Gramm. Diese beiden hatten die Ehre, ihren Heldenalltag nun auch in die zweite Hälfte des Improvisationstheaters einfließen zu lassen.

So war der zweite Teil des Programms geprägt von der Inszenierung von Beruf, Hobby und Träumen der beiden Helden. Von vertauschten Gebissen im Krankenhaus, dem Ritt eines Mitarbeiters des Kreisjugendamtes an die Hunnenfront nach Birken-Honigsessen, der Idee, Morsbach einmal zu verlassen, um im entfernten Gummersbach die Sau raus zu lassen, der Verwirklichung des Traums am Broadway zu singen bis hin zum Finden der großen Liebe, das alles waren Aspekte aus den Leben von Nina Groß und Jörg Brück, die vom Improvisationstrio auf der Bühne inszeniert wurden – mit Erfolg: ein nicht enden wollender Applaus und laute Zugabe-Rufe waren das Ergebnis am Ende des zweiten Teils und eines gelungenen Improvisationsprogramms.

Die in der Pause gesammelten Kleingeldbeträge in den Bechern wollten die Künstler gerne einer Einrichtung in der Region spenden, die vom Publikum bestimmt werden sollte. Der Betrag wird auf Wunsch der Gäste nun der Kinderkrebshilfe Gieleroth zugutekommen.

Als Veranstalter agierte die Kulturwerk Wissen GmbH in Kooperation mit der Wissener Eigenart. (bk)


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