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Nachricht vom 12.11.2013    

Stegskopf: Nationales Naturerbe oder Windpark

Die Bürgerinitiative (BI) Region Stegskopf fordert die Aufnahme des wertvollen ökologischen Gebietes rund um Derschen und Emmerzhausen ins Nationale Naturerbe. Der einstige Truppenübungsplatz Stegskopf könnte eine Chance haben, schreibt die BI in einer Pressemitteilung, wenn es da nicht die lokalen Politiker und die Energiegenossenschaften gebe.

Soll so der Blick auf Derschen demnächst sein?. Fotomontage: BI Stegskopf

Derschen/Daaden. Eines steht fest: Am 31. Dezember wird die Bundeswehr die aktive Nutzung des Truppenübungsplatzes Stegskopf einstellen. Doch wie die Zukunft aussieht bleibt weiterhin offen. Während sich einige Kommunalpolitiker für eine industrielle Nutzung mit bis zu 210 Meter hohen Windkraftanlagen einsetzen, fordern Naturschutzverbände und die Bürgerinitiative Region Stegskopf die Aufnahme ins Nationale Naturerbe.

Diese Forderung wird auch von der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) unterstützt, obwohl die Landesregierung den Ausbau der Windenergie extrem vorantreibt. Auf Anfrage der Bürgerinitiative bestätigte sie kürzlich: “Die Entscheidung über die Aufnahme solcher Flächen ins Nationale Naturerbe liegt auf Bundesebene. Der Truppenübungsplatz Daaden wurde allerdings seitens des Landes bereits zur Aufnahme vorgeschlagen.“

Auch das Bundesumweltministerium bestätigte gegenüber der Bürgerinitiative die Besonderheit des Gebietes: "Die Naturschutzverbände haben eine Auswahl besonders wertvoller Konversionsflächen vorgelegt, die auch den Truppenübungsplatz Daaden enthält. Die Flächenauswahl für das Nationale Naturerbe orientiert sich an höchsten naturschutzfachlichen Kategorien."

Ob es zu einer Erweiterung des Nationalen Naturerbes kommt, hängt in erster Linie von den aktuellen Koalitionsverhandlungen in Berlin ab. Doch auch von hier kommen positive Signale. In einer gemeinsamen Erklärung teilten CDU und SPD in der vergangenen Woche mit: „Wir werden das Nationale Naturerbe um mindestens 30.000 Hektar erweitern und Flächen, die aus der militärischen Nutzung genommen werden, von der Privatisierung ausnehmen und an interessierte Länder, Umweltverbände oder -stiftungen übertragen.“

So gesehen steht einer Zukunft des Stegskopfs als Nationales Naturerbe nicht mehr viel im Wege, einzig die Forderung einiger Energiegenossenschaften und lokaler Politiker, auf dem Truppenübungsplatz „Wind zu ernten“, könnten diese Zukunft zerstören. Denn der Bau auch nur einer einzelnen Windkraftanlage würde die Aufnahme ins Nationale Naturerbe unmöglich machen.

Wer sich ein Bild von diesem einzigartigen ökologischen Juwel und den vielen Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung machen möchte, kann sich am kommenden Freitag, 15. November, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Daaden kostenlos informieren. Dort wird Harry Neumann, Landesvorsitzender des BUND Rheinland-Pfalz, in einer Multivisionsshow den „Stegskopf im Rausch der Farben – zu allen Jahreszeiten“ zeigen. Anschließend referiert Dr. Hermann-Josef Roth, Naturwissenschaftler, Natur- und Kulturhistoriker, über die Bedeutung des Stegskopfs für die Natur, die Kultur, die Menschen und den Westerwald unter dem Blickwinkel „Vom Naturschutzgebiet zum Biossphärenreservat Hoher Westerwald“.


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Kommentare zu: Stegskopf: Nationales Naturerbe oder Windpark

2 Kommentare
Man sollte das ganze Gebiet unter Naturschutz stellen. Das ganze Gebiet ab 500Meter ist windhöffig. Man sollte ein Windpark ausweisen und nicht die ganze Landschaft bis Herborn verschandeln, nur weil Dorfbauern Ertrag machen wollen. Das machen die Amerikaner besser, die haben ganze Windparks und stellen nicht die ganze Landschaft zu.
#2 von Thomas H., am 19.11.2013 um 07:11 Uhr
Vor kurzem sind, auch bedingt durch den Klimawandel, auf den Philippinen viele Menschen umgekommen.
Daher sollten wir uns bemühen, dass der Klimawandel nicht noch größere Ausmaße annimmt.
Dazu wurde in Deutschland die Energiewende beschlossen, bei der Wind und Sonne fossile Energieträger wie Kohle ersetzen sollen.
Windkraftanlagen sollten auf windhöffigen Standorten errichtet werden. Der Stegskopf ist solch ein windhöffiger Standort.
Es wäre daher fatal, wenn der Stegskopf vollständig unter Schutz gestellt würde und damit Windkraftanlagen verhindert würden.

Oder wollen wir riskieren, dass der Klimawandel noch mehr Menschenleben fordert ?
#1 von Markus Holschbach, am 13.11.2013 um 17:11 Uhr

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