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Nachricht vom 19.11.2013 - 20:35 Uhr    

Neue Gesichter in der Vollversammlung der HwK Koblenz

Region. In Koblenz tagte die Vollversammlung der Handwerkskammer Koblenz. Die Mitglieder des Gremiums beschlossen den Finanzbedarf der Organisation mit leicht über 28 Millionen Euro. In diesem Jahr wurden in den Handwerksbetrieben zehn Prozent weniger neue Lehrverträge abgeschlossen als zuletzt. Zahlreiche Vollversammlungspositionen wurden neu besetzt.

Der HwK-Vorstand (von rechts): Vizepräsident Peter Gieraths, Peter Mumbauer, Vizepräsident Joachim Noll, Präsident Werner Wittlich, Eric-Uwe Aulenbacher, Kurt Krautscheid, Herbert Schmitz (neu in den Vorstand gewählt), Detlef Börner, Karl-Heinz Müller und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden.

Präsident Werner Wittlich sprach zu Beginn von spannenden Zeiten: Einer guten konjunkturellen Lage stehe ein Knick bei den Ausbildungszahlen gegenüber. Und während sich das Handwerk über eine hohe Anerkennung auf nationaler Ebene erfreuen könne – was auch in den Berliner Koalitionsverhandlungen der Arbeitsgruppe Wirtschaft deutlich herausgestellt werde - sende die EU aus Brüssel Signale zur Abwertung des Meisterbriefes. Das müsse zwangsläufig Handlungsbedarf des deutschen Handwerks auf europäischer Ebene auslösen.

„Dabei sind wir mit unserer Arbeit, mit unseren Kontakten und Einflussmöglichkeiten gut aufgestellt“, stellte Hauptgeschäftsführer Alexander Baden klar.

Neben der Nachwahl zum Vorstand stand auch der Haushalt in Höhe von leicht über 28 Millionen Euro zur Abstimmung und wurde einstimmig beschlossen.

„Ein Rückgang von rund zehn Prozent bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen im rheinland-pfälzischen Handwerk ist ein klares Signal: Der demografische Wandel ist bei uns angekommen“, ging Wittlich auf die Situation bei der Fachkräftesicherung ein. „Sehen wir dann die künftigen Zahlen der Erwerbspersonen im Land, die bis 2030 um 15 Prozent zurückgehen wird, bei den unter 20-Jährigen sogar um 20 Prozent, wird klar: Die Fachkräftesicherung wird die Herausforderung über Jahre und Jahrzehnte!“

Auch wenn die Lage im nördlichen Landesteil noch relativ gut ist, appelliert die Vollversammlung an die Betriebe, bei der Gewinnung jugendlicher Nachwuchskräfte noch aktiver zu sein: „Handwerk ist attraktiv und bietet viele Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Selbstverwirklichung. Wir wissen das, müssen es aber noch deutlicher nach außen darstellen!“

Aktuelle Wirtschaftspolitik
Handwerk im Fokus der Politik – hierbei wurde neben den guten Beziehungen zur rheinland-pfälzischen Landesregierung insbesondere die Rolle des Handwerks im Rahmen der Verhandlungen zu einer großen Koalition auf Bundesebene angesprochen. „Mittelstand als innovationsstarker Beschäftigungsmotor für Deutschland wird geschätzt, wie auch das Handwerk als Ausbilder der Nation“, greift die HwK erste Überlegungen der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf und sagt zu: „Gerne erfüllen wir diese Wahrnehmung mit Leben! Dabei ist der Meisterbrief eine ganz wichtige Säule - auch in Fragen eines funktionierenden Ausbildungs- und Qualifizierungssystems“, was die künftige Bundesregierung hervorhebt.

Das schließe auch die Berliner Zusage ein: „Wir werden unverändert darauf hinwirken, dass der Meisterbrief nicht durch Maßnahmen des europäischen Binnenmarktes beeinträchtigt wird. Er ist als eine Regulierung im öffentlichen Interesse für einen aktiven Verbraucherschutz sowie zur Wahrung von Unabhängigkeit und Qualität der Berufsausbildung zu erhalten!“

Mit der angekündigten Überarbeitung der Berufsanerkennungsrichtlinie verfolge die EU einen anderen Kurs, „denn in einem anstehenden Evaluierungsprozess sehen wir eine erneute Diskussion um die handwerkliche Meisterqualifikation“, warnt die Spitze der HwK Koblenz vor einer sich daraus ableitenden Schwächung des Meistersiegels.

„Das würde auch auf Kosten der Ausbildung und Wirtschaftskraft unserer Handwerksbetriebe gehen und kann somit nicht im Interesse der Arbeitnehmer sein“, stellte der Arbeitnehmervertreter im Vorstand der HwK, Vizepräsident Joachim Noll heraus, der sich auch für verbesserte altersgerechte Arbeitsbedingungen und mehr Verlässlichkeit der Tarifsysteme aussprach.

„Der Tarifvertrag für Friseure mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro gilt als Vorbild für andere Wirtschaftsbereiche und das Handwerk setzt hier die richtigen Zeichen“, lobte Noll.

Wechsel in der Vollversammlung
Für die Vollversammlung selbst ergaben sich durch die jüngste Sitzung auch einige Veränderungen. Nach 34 Jahren wurde Raumausstattermeister Arthur Bonn aus Kruft verabschiedet, der auch 24 Jahre Mitglied des Vorstandes war. Auf Bonn folgt Textilreinigermeister Matthias Quente aus Nassau. Für Friseurmeister Jürgen Günster, Bad Kreuznach, rückt Friseurmeister Hans-Peter Lewisch, Bad Kreuznach, in die Vollversammlung ein. Auf Schlossermeister Gerhard Tomaszewski, Höhr-Grenzhausen, folgt Kfz-Schlossermeister Herbert Schmitz, Mörsdorf, der auch neu in den HwK-Vorstand gewählt wurde. Tomaszewski war seit 1994 Mitglied der Vollversammlung und langjähriges Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses. In dieser Funktion folgt ihm sein Stellvertreter Druckermeister Norbert Berresheim, Koblenz.

Ebenfalls ausgeschieden ist Schornsteinfegermeister Hans-Joachim Ciupek, Bad Kreuznach. Für ihn rückt Schornsteinfegermeister Michael Arndt, Mayen, nach. Auf der Arbeitnehmerseite sind Liane Zimmermann, Koblenz, und Judith Kroll, Bendorf, ausgeschieden. Für sie sind Karosserie- und Fahrzeugbauermeister Oliver Hofmann, Bad Ems, und Kfz-Service-Techniker Oliver Denner, Eitelborn, nachgerückt.

Werner Wittlich und Alexander Baden bedankten sich bei den ausgeschiedenen Mitgliedern der Vollversammlung für jahre- und jahrzehntelange engagierte und erfolgreiche Arbeit. Den neuen Mitgliedern wünschten Haupt- und Ehrenamt der HwK Koblenz viel Erfolg als Mitglieder der höchsten Vertretung des Handwerks im Wirtschaftsraum Mittelrhein.

Die Vollversammlung setzt sich aus 48 Mitgliedern zusammen, die zu einem Drittel aus dem Bereich der Arbeitnehmervertreter stammen und zu zwei Dritteln aus dem der Arbeitgeber. In der jährlich im November tagenden Vollversammlung werden wichtige Weichen für die weitere Entwicklung des Handwerks gestellt.

Vor dem Hintergrund 2014 anstehender Neuwahlen der Vollversammlung richtete Präsident Werner Wittlich einen Appell an die Handwerkerinnen und Handwerker im nördlichen Rheinland-Pfalz: „Wir bereiten diesen wichtigen Vorgang für die Zukunft unserer Kammer mit großer Transparenz vor und ich möchte alle Handwerkerinnen und Handwerker ermutigen, sich nicht nur mit dem Thema auseinanderzusetzen, sondern auch sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Vollversammlung bietet erstklassige Möglichkeiten, sich für die Interessen aller Handwerker einzubringen und aktiv den weiteren Weg zu gestalten. Machen Sie Gebrauch von diesen demokratischen Möglichkeiten! Insbesondere Frauen, Migranten und Vertreter der jüngeren Generation sind herzlich willkommen!“

Im Rahmen der Vollversammlung wurden die Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung 2012 ohne Beanstandungen vollzogen sowie umfangreiche Beschlüsse zur Regelung der Berufsbildung im Handwerk gefasst.

Weitere Informationen zur Vollversammlung bei der HwK Koblenz,
Telefon 0261/ 398-141, Telefax 0261/ 398-937, hwk@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de.



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