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Nachricht vom 21.04.2008    

Handwerk ist Motor für Wachstum

"Handwerk ist Motor für Wachstum und Beschäftigung", sagte Ministerpräsident Kurt Beck als Festredner bei der HwK-Meisterfeier in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz. Über 110 Jungmeisterinnen und Jungmeister der vergangenen beiden Prüfungsjahrgänge erhielten die Großen Meisterbriefe.

meisterfeier in koblenz

Region/Koblenz. "Dies ist Ihr Tag und wir sind stolz auf Sie. Genießen Sie diese unvergesslichen Momente." Mit diesen Worten begrüßte Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, über 1100 Jungmeisterinnen und Jungmeister der vergangenen zwei Prüfungsjahrgänge. In Anwesenheit ihrer Familien und zahlreicher Prominenter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erhielten sie im Rahmen der großen Meisterfeier der Handwerkskammer Koblenz in der Rhein-Mosel-Halle ihre Großen Meisterbriefe. Als Festredner konnten HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Dr. h. c. mult. Karl-Jürgen Wilbert Ministerpräsident Kurt Beck begrüßen, der in seiner Ansprache klare, lobende Worte für das Handwerk und seine junge Meistergeneration fand: "Die Grundlage einer erfolgreichen Volkswirtschaft ist gute Arbeit von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sehe ich in die vielen Gesichter der Handwerks-Meisterinnen und Handwerks-Meister dieser Feier, kann man stolz und optimistisch sein. Sie werden ihren wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Belebung leisten, da bin ich mir ganz sicher." Aus den Parlamenten kamen auch Dr. Werner Langen, MdEP und Dr. Michael Fuchs, MdB, zur Meisterfeier.
In einer bis auf den letzten Platz gefüllten Rhein-Mosel-Halle unterstrichen auch zahlreiche internationale Ehrengäste mit ihrem Kommen den hohen Stellenwert der Meisterqualifikation, sprachen damit aber auch die jüngste Meistergeneration persönlich an und gratulierten den 1100 Handwerkern zu dem Erreichten. Die Handwerkskammer begrüßte unter anderem den rumänischen Generalkonsul Vlad Vasiliu, den Präsidenten der Nationalen Handwerkskammer Bulgariens, Rangel Tscholakov, sowie mit ihm über 30 Repräsentanten aus 10 südosteuropäischen Staaten wie auch Gäste aus Sri Lanka. Stellvertretend ergriff Rangel Tscholakov das Wort und sprach von einer internationalen Familie des Handwerks, in der er die jungen Meister dieses Tages herzlich willkommen hieß.
In seiner Begrüßungsrede griff Karl-Heinz Scherhag den internationalen Gedanken auf und stellte den Meisterbrief als Erfolgsstory auch außerhalb Deutschlands heraus. "Gerade die Höherstufung des Meistertitels in der europäischen Werteskala, die wir zu einem Großteil dem bulgarischen Handwerk verdanken, steht für die Wertigkeit dieses Abschlusses und seine internationale Anerkennung. Jeder Einzelne unter ihnen", so Scherhag gewandt an die 1.100 zu Ehrenden, "hat persönlich Kraft, Zeit und Leistung in diesen Abschluss investiert. Es ist daher Ihr Tag, liebe Kolleginnen und Kollegen. Genießen Sie ihn."
HwK-Präsident Scherhag sprach mit Blick auf die seit Jahren hohe Selbstständigenquote von einem "Zeichen des Vertrauens in die Zukunft, trotz der nicht einfachen konjunkturellen Entwicklung in einzelnen Handwerkszweigen." Fast die Hälfte aller Meister der Jahrgänge 2006 und 2007 führen bereits ein Unternehmen. Ein erheblicher Teil von ihnen hat bereits Mitarbeiter eingestellt oder bildet aus. "Alle 1100 Meisterinnen und Meister sind berechtigt und befähigt, auszubilden. Das schafft eine solide Basis für den zukünftigen Nachwuchs im Handwerk", so HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag, der aber auch eine stärkere Gewichtung des Meisterbriefes in der Beurteilung des Handwerks, beispielsweise bei den Kreditfähigkeitsprüfungen nach Basel II, forderte.
Gerade mit Blick auf die internationalen Partnerschaften und die demografische Entwicklung in Deutschland ging Scherhag auf die Nachwuchsgewinnung des Handwerks ein. "Wir haben uns auch hier bereits den internationalen Märkten geöffnet, denn schon in naher Zukunft erwarten wir eine nennenswerte Zahl Lehrlinge unter anderem aus den Balkanstaaten. Letztendlich ist es ein Beitrag zur Verständigung, des von- und miteinander Lernens. Davon sollen auch unsere neuen Meisterinnen und Meister profitieren."
Ministerpräsident Kurt Beck sagte dem Handwerk eine weitreichende Unterstützung durch die Landesregierung zu. "Wir sehen es als wichtige Daueraufgabe an, den Handwerksbetrieben gute Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Das Handwerk ist ein unverzichtbarer Teil unserer Volkwirtschaft und besonders tragender Pfeiler unserer Wirtschaft. Eine gute Handwerksstruktur und hohe Lebensqualität haben unmittelbar etwas miteinander zu tun", unterstrich der Ministerpräsident und sprach sich klar für den Meisterbrief aus: "Er stellt die Qualität im Handwerk sicher, wir stellen ihn nicht in Frage und sehen darin einen Standortvorteil, den wir erhalten müssen. Die europaweite Entwicklung, die Globalisierung auch in vielen bereichen des Handwerks sehen wir als internationale Herausforderung und nicht als Bedrohungspotential heimischer Märkte. Gerade die Koblenzer Handwerkskammer zeigt, wie sich das Handwerk auf diese verändernden Entwicklungen einstellt und sie in vielen Bereichen forciert", lobte Beck die zahlreichen internationalen Partnerschaften der HwK. Beim Thema Ausbildung gab es durch den Ministerpräsidenten ein deutliches Lob für das Handwerk. "Das Handwerk bietet interessante berufliche Perspektiven und ermöglicht wie kein anderer Berufszweig den Weg in die Selbstständigkeit." Der Unternehmer im Handwerk habe gerade im Zeitalter der Globalisierung eine Vorbildfunktion, weil dort in Generationen gedacht und standorttreu gehandelt werde.
Die besten Handwerksmeister ihres Gewerks erhielten traditionell auf der Bühne der Rhein-Mosel-Halle ihre Großen Meisterbriefe. 24 Handwerkerinnen und Handwerkern wurde ihr Meisterbrief durch HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und Ministerpräsident Kurt Beck überreicht. Sven Hendriks, Gerüstbauermeister aus Straelen (Nordrhein-Westfalen) erhielt mit einer Münzsammlung für das beste aller 1100 Prüfungsergebnisse eine besondere Auszeichnung. Der 46-Jährige legte seine Meisterprüfung berufsbegleitend in Teilzeitform bei der Handwerkskammer Koblenz ab und nahm für die Vorbereitung einen über 200 Kilometer langen Weg auf sich. "Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Für mich ist der Meisterbrief ein wichtiges Ziel in meiner beruflichen, aber auch persönlichen Entwicklung", freute sich der Beste der Besten. Eine besondere Auszeichnung gab es durch die HwK-Vizepräsidenten Werner Wittlich und Ulrich Ferber auch für Christoph Braunert aus Schauerberg in der Pfalz, mit 19 Jahren der jüngste Jungmeister. Über sein spätes Meisterglück freute sich mit den beiden Vizepräsidenten auch Jürgen Samland aus Büttelborn bei Darmstadt. Mit 57 Jahren drückte er noch einmal die Meisterschulbank – mit Erfolg. Auch sein persönliches Engagement wurde ausgezeichnet und macht Mut: Jungmeister kann man auch mit 57 Jahren werden.
Zu einer weiteren guten Tradition ist die Talkrunde mit jungen Meistern geworden. Die SWR-Moderatoren Daniela Schick und Martin Seidler, die gemeinsam durch die Feier führten, befragten fünf Meister im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu Plänen und Perspektiven mit dem Meisterbrief, aber auch dazu, wo der Schuh drückt.
"Es ist heute ein Tag zum Feiern. Sie haben viel investiert und viel erreicht", beglückwünschte Dr. h. c. mult. Karl-Jürgen Wilbert in seinem Schlusswort. "Auch wenn die Wogen höher schlagen sollten, können Sie sich auf das erworbene Meisterwissen verlassen, können sich auf Ihre Handwerkskammer verlassen und auch auf die Politik", führte Wilbert aus. Für den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer ist es die 25. Meisterfeier, die durch ihn und mehr als 200 Mitarbeiter der HwK ausgerichtet wurde. Er betonte, dass die Handwerkskammer Koblenz über den Tag der Meisterfeier hinaus den Jungmeisterinnen und Jungmeistern bei ihren anspruchsvollen Aufgaben und Herausforderungen ein fester und zuverlässiger Partner sein wird, der mit einem umfassenden Beratungs- und Serviceangebot tatkräftig bei der Vertretung ihrer beruflichen Interessen zur Seite steht.
Die Meisterfeier 2008 wurde schon traditionsgemäß vom Heeresmusikkorps 300 unter Leitung von Oberstleutnant Robert Kuckertz musikalisch umrahmt. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt von Bwalya Chimfwembe, der Frontfrau der Bigband der Bundeswehr. Die Sängerin stammt ursprünglich aus Sambia, wohnt heute in der Nähe von Bonn und lässt seit über sieben Jahren ihr afrikanisches Temperament in die Bigband einfließen.
Im Anschluss an die Feier lud die Handwerkskammer Koblenz mit Unterstützung der Signal Iduna Versicherung sowie der Sparkasse Koblenz als Sponsoren die Gäste zu einem Imbiss ein.
Informationen zu den Meister-Vorbereitungskursen bei der HwK-Meisterakademie,
Telefon 0261/ 398-415, Fax: -990, E-Post: meister@hwk-koblenz.de, Internet: www.hwk-koblenz.de.
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Foto: HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag (rechts) und Ministerpräsident Kurt Beck überreichten den besten 24 Handwerkerinnen und Handwerkern ihres Gewerks auf der Bühne die Meisterbriefe - auf dem Foto mit Sven Hendricks Straelen, NRW) der Handwerksmeister mit dem besten aller 1100 Prüfungsergebnisse und Augenoptikerin Frederike Fromme aus Braunschweig.


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