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Nachricht vom 29.11.2013    

Pannen bei Großprojekten verhindern

Die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz fordert angesichts der vielen Pannen bei öffentlichen Großprojekten die Politik auf, verstärkt auf Experten zu hören. Das Desaster Flughafen Berlin wäre vermeidbar gewesen und dürfe sich nicht wiederholen, heißt es in der Pressemitteilung.

Kammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz forderte beim Symposium der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz eine ausgereifte Planung großer Bauprojekte noch vor Baubeginn.
Foto: IngRlp/Kristina Schäfer

Region. Großprojekte wie der Flughafen Berlin Brandenburg oder „Stuttgart 21“ auch der Nürburgring, sind in den vergangenen Jahren immer wieder massiv in die Kritik geraten.
Sie standen nun bei einem Symposium der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz im Fokus. Rund 160 Teilnehmer hörten sich im ZDF-Konferenzzentrum die Beiträge verschiedener Experten zu dem Thema an. Kammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz kritisierte: „Die sogenannte Just-in-time-Planung solcher Großprojekte, bei der die Planung während des Baus noch nicht abgeschlossen ist, sorgt für ansteigende Kosten und Zeitverzögerungen: Der Auftraggeber bringt in der Bauphase stetig neue Ideen ein, die er dann auch verwirklicht sehen will. Damit wird die bisherige Planung gesprengt“. Außerdem könnten größeres Engagement von Ingenieuren in der Politik und das erweiterte Einbeziehen der Ingenieure und Planer in den entsprechenden Gremien nur von Vorteil sein, so Lenz.

Die Probleme und ihre Ursachen, die bei Großprojekten oft auftreten, stellten die Journalisten des ZDF, Halim Hosny und Carsten Behrendt am Beispiel des Berliner Flughafens dar. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum die fristgerechte Fertigstellung des Projekts zum Scheitern verurteilt war. Ein wesentlicher Grund sei nach Ansicht der Redner, dass die Bauherren viel zu lange am frühen Eröffnungstermin festgehalten hätten.
Sie zitierten den Planungsexperten Bent Flyvbjerg, nach dem sich ein Desaster wie das in Berlin hätte vermeiden lassen. Flyvbjerg plädiere für eine zentrale Datenbank mit Firmen und Experten, Managern und Planern, die ihr Können bei Großprojekten bewiesen haben.




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Dass vor Baubeginn eine unabhängige Kostenbeurteilung durch eine Expertenkommission erfolgen müsse, forderte Dr. Axel Friedrich. Der langjährige Abteilungsleiter „Umwelt und Verkehr“ beim Umweltbundesamt sagte außerdem: „Es ist notwendig, solche Großprojekte durch eine verständliche Bürgerbeteiligung per Volksabstimmung zu legitimieren. Zudem muss das Projekt vor dem Baubeginn regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob es in seiner aktuellen Form noch Sinn macht.“
Denn so lange wie Planung und Bau eines Großprojektes dauerten, könnten sich die technischen und gesellschaftlichen Anforderungen schon wieder verändert haben, so Friedrich.


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