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Nachricht vom 03.12.2013 - 22:48 Uhr    

CDU-Ratgeber-Veranstaltung findet Anklang

Die CDU-Ratgeber-Veranstaltung der CDU-Stadtratsfraktion Betzdorf findet in der Pflegelandschaft Anklang. Rund 50 Menschen nahmen am Dienstagabend an der Veranstaltung mit der provokanten Überschrift „Kinder haften für ihre Eltern“ teil.

Betzdorf. Rund 50 Menschen hatten sich am Dienstagabend im Altenzentrum Betzdorf versammelt, um sich über Rechte und Pflichten in Sachen Pflege zu informieren. Die CDU-Stadtratsfraktion hatte den Abend organisiert und wurde so zu einer Art Pflegelotse. Als Experten konnte CDU-Fraktionssprecher Werner Hollmann, Joachim Brenner von der Kreisverwaltung Altenkirchen und Franz-Josef Heer von der Betreuungs- und Koordinierungsstelle Kirchen begrüßen.

Die Veranstaltung war mit der provokanten Überschrift „Kinder haften für ihre Eltern“ betitelt. In seinen Einführungsworten ging Werner Hollmann auf die Veränderungen der Gesellschaft und den damit eng verbundenen demographischen Wandel ein. Insbesondere hob er die familiären und ehrenamtlichen Strukturen hervor, die oftmals die Pflegearbeit leisteten. „Viele Familien tun unvorstellbar viel für ihre pflegebedürftigen Angehörigen und sparen der Allgemeinheit durch ihren Einsatz viel Geld“, sagte Hollmann.

Die beiden Experten teilten der Versammlung dann einige Fakten mit, die die Dimension der Herausforderung verdeutlichten: Die Menschen werden älter als noch vor Jahren, Tendenz steigend. Neugeborene Jungen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren, Mädchen von fast 83 Jahren. Aufgrund der Alterung der Gesellschaft wächst auch das Risiko, im hohen Alter pflegebedürftig zu werden.

Derzeit sind etwa 20 Prozent der 80-Jährigen pflegebedürftig. Bei den 90-Jährigen liegt der Anteil schon bei 60 Prozent. 70 Prozent aller, die Pflege benötigen, werden zu Hause gepflegt. Es gibt in Deutschland circa drei Millionen pflegende Angehörige. Der Trend geht allerdings mehr zur professionellen ambulanten Pflege, gleichzeitig steigt der Anteil der stationären Pflege.

Spätestens dann wird geprüft, ob die Kinder zu den Kosten der stationären Pflege beitragen müssen. „Ältere, pflegebedürftige Menschen möchten ihren Kindern nicht finanziell zur Last fallen“ formulierte Joachim Brenner einen unter Senioren sehr weit verbreiteten Wunsch.

Brenner erläuterte an praktischen Beispielen die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Pflege. Hilfestellung bei der Pflege - und wer zahlt, wenn man pflegebedürftig würde? Was müssen Eltern und Kinder für die Pflege in einer Einrichtung aufbringen und welche Freibeträge gibt es? Hierauf blieb Brenner keine Antwort schuldig.

„Der Rat lautet: Informieren und beraten lassen“, so Hollmann. Der Einzelfall sei genau anschauen, um Fragen nach dem Elternunterhalt abschließend und seriös beantworten zu können. Einige Fragen ergaben sich, die von den Experten beantwortet wurden.

„Ein hilfreicher, interessanter Informationsabend, der für mehr Klarheit gesorgt hat“, zog Stadtratsmitglied Michael Werthebach zufrieden Bilanz.



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