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Nachricht vom 06.12.2013    

Wissener Astro-AG beobachtet Sterne in Kroatien

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Astronomie des Kopernikus Gymnasiums in Wissen befinden sich auf einer einwöchigen Exkursion in Kroatien, um dort erste Erfahrungen unter anderem in der Himmelsbeobachtung zu sammeln. Die Ergebnisse werden am 14. Dezember im Rahmen eines Tages der offenen Tür präsentiert.

Nach der erfolgreichen Beobachtung des Kometen „Lovejoy“ in Kroatien: Daniel Küsters, Anna Brühl, Steffi Moll, Richard Baumann, Philipp Reuber, Kang Zhang, Kaihua Zhang, Jonas Schmidt und Nele Wichtmann (von links). (Fotos: pr)

Wissen. Das für die ersten Dezembertage vorhergesagte Erscheinen des Kometen Ison war der Anlass für eine einwöchige Exkursion der Arbeitsgemeinschaft Astronomie (Astro-AG) des Kopernikus-Gymnasiums Wissen. Das milde Mittelmeerklima am Exkursionsziel Kroatien sorgte für vier klare Nächte, in denen neun Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen in der Himmelsbeobachtung, der Astrofotografie und der Astrospektroskopie sammeln konnten.

Untergebracht war die Wissener Gruppe in einem Selbstversorgerhaus mit Blick auf die kroatische Adriaküste in Mitteldalmatien. Die ehemaligen AG-Mitglieder Johannes Müllers und Daniel Küsters (Doktorand bzw. Masterstudent der Physik an der Universität Bonn) sorgten mit ihrem technisch-wissenschaftlichen Know-how für den effektiven Ablauf der astrophysikalischen Experimente und die Einarbeitung in die vielfältigen Auswerteverfahren.

Jonas Schmidt und Johannes Stinner (beide aus Wissen) boten den Mitschülern eine erste Einführung in die Orientierung am Sternenhimmel. Nach der Vorstellung der wichtigsten Sternbilder konnten sie ihre Mitschüler mit Teleskopbeobachtungen des Riesenplaneten Jupiter mit seinen vier großen Monden und zahlreicher Sternhaufen und Gasnebel der Milchstraße begeistern.

Die Fotografie mittelgroßer Himmelsareale war das Arbeitsgebiet von Nele Wichtmann aus Katzwinkel, Kaihua Zhang (Morsbach) und Philipp Reuber (Birken-Honigsessen). Eine computergesteuerte Kamera wurde der scheinbaren Himmelsdrehung exakt nachgeführt und lieferte beeindruckende Fotos der Sternbilder Perseus, Stier, Andromeda, Dreieck, Fuhrmann und Kassiopeia.

Der ursprünglich als zentrales Beobachtungsobjekt vorgesehene Komet Ison „überlebte“ seine Sonnenpassage leider nicht. Mit dem nach seinem australischen Entdecker benannten Kometen „Lovejoy“ bot der Morgenhimmel ein leider weniger helles Ersatzobjekt. Steffi Moll aus Steckenstein und Anna Brühl aus Wissen koordinierten den nächtlichen Ausflug zur Beobachtung und Fotografie dieses Kometen. An einem Platz im Moser-Gebirge, in dem in den sechziger Jahren der Karl-May-Film „Old Surehand“ gedreht wurde, gab es prima Beobachtungsbedingungen. „Früher ritten hier Old Shatterhand und Winnetou vorbei, heute hat der Komet Lovejoy diese Rolle übernommen“, kommentierte Anna.




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Kang Zhang aus Morsbach und Richard Baumann aus Breitscheid gelang es, umfangreiches Datenmaterial für ihre bevorstehenden Facharbeiten in Physik zu gewinnen. Mit einem großen Teleobjektiv konnten sie das Licht verschiedener Sterne und des großen Orionnebels einfangen, um es dann mit dem vom schulischen Förderverein finanzierten Spektrographen in seine farbigen Bestandteile zu zerlegen. Aus den so erzeugten Spektren werden sie physikalisch-chemische Vorgänge auf Sternoberflächen und die Zusammensetzung und Elementverteilung im Orionnebel erforschen. Johannes Müllers zeigte sich beeindruckt davon, dass die Astro-AG-Schüler fast auf Universitätsniveau arbeiten können.

Ergänzt wurde das astronomische Programm durch landeskundliche Exkursionen in die Küstenstadt Makarska und die Provinzhauptstadt Split. Der Film „Im Fadenkreuz“ bereitete die Exkursionsteilnehmer auf den Besuch der Schauplätze des Balkankriegs (1992 bis 1995) vor. Ein Kriegsteilnehmer, der als NATO-Kommandosoldat im Einsatz war, gab vor Ort Einblicke in die Historie des Kampfgeschehens, den Frontverlauf und die ethnischen Hintergründe des Balkankonflikts. Originalton der Exkursionsteilnehmerin Kang Zhang: „Ganz schön schlimm, dass man mitten in Europa bei der Auswahl seiner astronomischen Beobachtungsplätze auch heute noch auf Minenfelder achten muss.“

Die Ergebnisse einer Woche erfolgreicher und interessanter astrophysikalischer Arbeit in Kroatien werden am 14. Dezember im Rahmen des Tags der offenen Tür im Kopernikus-Gymnasium Wissen präsentiert.


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