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Nachricht vom 15.12.2013    

Was macht eigentlich ... Roman Lob?

Rott. Er vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest in Baku 2012, errang dort Platz 8 und sein Song “Standing Still“ war 22 Wochen lang in den deutschen Charts. In letzter Zeit ist es um den 1990 geborenen Roman Lob aus Rott (Ortsteil von Neustadt-Wied) wieder etwas ruhiger geworden. Grund genug für die NR-Kurier-Mitarbeiterin Eva Klein, den sympathischen Sänger um ein Interview zu bitten.

So weit wie Roman Lob hat es im Musikgeschäft kaum ein Künstler aus der hiesigen Region geschafft.

Punkt 13 Uhr klingelt, wie vereinbart, das Telefon bei mir und eine nette Stimme meldet sich am anderen Ende mit: „Hallo, hier ist Roman Lob, ich rufe wegen des Interviews an.“ Nachdem wir uns einstimmig auf ein unkompliziertes „Du“ geeinigt haben, stelle ich Roman meine Fragen und bemerke im Verlauf des Gesprächs, dass Roman trotz seines Alters doch ein Mensch mit viel Bodenhaftung und einer gesunden Portion Pragmatismus zu sein scheint.

Eva Klein: Roman, seit einigen Jahren, spätestens jedoch seit 2012, stehst Du zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit. Wie gefällt dir dein Leben momentan?

Roman Lob: Im Moment gefällt es mir wirklich gut. Vor und nach meiner Teilnahme am Eurovision Song Contest war natürlich einiges los, aber ich war mir bewusst, dass das nicht ewig anhält und es früher oder später auch wieder ruhiger wird um meine Person. In den letzten Monaten hat man nicht so viel von mir gehört, da ich viel im Studio bin um mein neues Album aufzunehmen. Es wird im Frühjahr 2014 erscheinen. Auf diesem Album wird es nur Songs von mir geben. Für die Umsetzung habe ich mir aber Hilfe von bekannten Songwritern, auch von Thomas D, geholt. Auch zwei Jungs meiner Band haben mich beim Schreiben der neuen Titel unterstützt.

Eva Klein: Arbeitest du noch in deinem erlernten Beruf, oder steht deine Musikkarriere erst mal im Vordergrund?

Roman Lob: Zum jetzigen Zeitpunkt mache ich nur Musik. Da ich eine abgeschlossene Ausbildung habe, möchte ich jetzt alles auf eine Karte setzen und die Musik zu meinem Lebensmittelpunkt machen. Das kann ich nur, wenn ich meine ganze Kraft und Zeit in meine Karriere investiere.

Eva Klein:
2007 hast du bei “Deutschland sucht den Superstar“ teilgenommen und musstest aufgrund einer Kehlkopfentzündung vorzeitig ausscheiden. Dieter Bohlen war damals von Dir so begeistert, dass er dir für die Staffel 2008 ein Freilos anbot. Du hast zu Gunsten deiner Ausbildung darauf verzichtet – auf den ersten Blick eine sehr rationale und erwachsene Entscheidung. Wie kam es dazu?

Roman Lob: Ich habe damals schon gewusst, dass viele Jugendliche in diesen Casting-Shows ihr komplettes Leben samt Arbeit und Ausbildung wegwerfen, weil sie Superstar werden möchten. Ich denke, dass das der falsche Weg ist, denn nur wenige werden wirklich auch so bekannt, dass sie davon leben können. Die Casting-Show-Teilnahme allein ist noch kein Freibrief für ein sorgloses Leben, deshalb wollte ich erst meine Ausbildung abschließen, bevor ich mich der Musik ganz widme.

Eva Klein: Deine Heimat ist Rott bei Neustadt (Wied). Bist du sehr mit deiner Heimat verbunden, oder eher ein Weltenbummler?

Roman Lob: Ich versuche, das Beste beider Seiten mitzunehmen. Einerseits macht es unheimlich viel Spaß, durch Deutschland zu touren und viele Städte und Orte kennen zu lernen, andererseits freue ich mich jedes Mal, wenn es wieder in Richtung Heimat geht. Wenn ich in Rott bin, verbringe ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie und meinen Freunden.

Eva Klein: Nenne bitte drei Adjektive, wie deine Zukunft aussieht.

Roman Lob:
Lustig, denn ich habe viel Spaß mit der Musik und mit den Menschen, die sie mit mir teilen. Langfristig, denn ich möchte keine Eintagsfliege am Pophimmel sein. Und spannend, da mein Leben durch die Musik schon jetzt so spannend und abwechslungsreich ist und es auch bleiben soll.

Eva Klein: Aktuell stehen keine Tourdaten und Konzerttermine fest. Gibt es Pläne diesbezüglich?

Roman Lob: Es gibt konkrete Pläne, da nach der Veröffentlichung des neuen Albums im Frühjahr nächsten Jahres ab Herbst 2014 eine Tour geplant ist. Im Sommer werde ich natürlich auch auf zahlreichen Festivals auftreten.

Eva Klein: Wie gehst du mit Lampenfieber um? In Baku hast du immerhin live vor tausenden Zuschauern performt und Millionen haben deinen Auftritt vor dem Fernseher mitverfolgt. Kann man in so einer Situation vor Aufregung noch klar denken?

Roman Lob: Ich habe gelernt, das Lampenfieber als meinen Freund zu betrachten, der mich zu Höchstleistungen anspornt. Lampenfieber ist genau das, was nötig ist, um den inneren Schweinehund zu besiegen und einen unbedingten Willen zu entwickeln, die Menschen da draußen vor dem Vorhang zu überzeugen. Natürlich stößt man da auch an seine Grenzen, aber man muss und will in diesem Moment dann auch da durch.

Eva Klein: Roman, ich danke Dir für das nette und offene Gespräch. Ich hoffe, wir hören in Zukunft noch viel von dir!


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