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Nachricht vom 08.01.2014    

Förderprogramm für Landärzte reicht nicht

MdB Erwin Rüddel (CDU) kritisiert in einer Pressemitteilung das Programm der Landesregierung für Ärzte auf dem Land. Das Förderprogramm für Landärzte war kürzlich von der Landesregierung Rheinland-Pfalz vorgestellt worden und sieht 400.000 Euro für 12 Monate vor - für das ganze Bundesland.

Kreisgebiet. „Angesichts der Größe und Dringlichkeit des Problems ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel mit Blick auf das vom Mainzer Gesundheitsminister Schweitzer (SPD) vorgestellte Förderprogramm für Ärzte im Ländlichen Raum, wie dem Landkreis Altenkirchen.
„400.000 Euro für jeweils zwölf Monate – und das für unser gesamtes Bundesland – reichen bestenfalls für ein paar kosmetische Maßnahmen. Der Schwere der Herausforderung wird dieses sogenannte ‚Programm‘ in keiner Weise gerecht. Abgesehen davon, dass die rot-grüne Landesregierung die seit langem bekannten Probleme viel zu spät angeht, tut sie jetzt auch noch viel zu wenig, um die flächendeckende medizinische Versorgung im Land dauerhaft sicherzustellen“, fügt Rüddel hinzu.

Der heimische Gesundheitspolitiker bezieht sich damit auf das jüngst von Gesundheitsminister Schweitzer präsentierte Förderprogramm für Ärzte, die sich in ländlichen Regionen niederlassen wollen. Demnach will Rot-Grün in Mainz in diesem und im kommenden Jahr dafür Gelder in Höhe von jeweils 400.000 Euro zur Verfügung stellen.

„Diese Mittel reichen hinten und vorne nicht, um die Probleme wirkungsvoll anzugehen“, unterstreicht der Bundestagsabgeordnete. Notwendig seien stattdessen mehr Studienplätze, eine stärkere Ausrichtung des Studiums auf Allgemeinmedizin, Stipendien des Landes und eine stärkere Ausrichtung der Studentenauswahl nach persönlicher Eignung.

„Der Bund hat mit dem Versorgungsstrukturgesetz bereits in der letzten Legislaturperiode die Grundlage für eine durchgreifende Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum geliefert“, betont Rüddel. „Das Land hingegen hat die Probleme erst jahrelang verschlafen und versucht es jetzt mit ein wenig Schönfärberei. Das wird aber nicht reichen“, bekräftigt der Abgeordnete.

Rüddel erinnert daran, dass er seit Jahren darauf drängt, rechtzeitig etwas gegen den drohenden Ärzte- und Fachärztemangel im Land zu tun. „Andere Bundesländer sind da bereits viel weiter. Deshalb muss Mainz endlich aktiv werden, damit auch hier bei uns etwas geschieht und damit die Menschen auf dem Land künftig nicht von einer wohnortnahen Versorgung und vom medizinischen Fortschritt abgeschnitten werden. Mit kümmerlichen 400.000 Euro, die mit der Gießkanne verteilt werden, wird Herr Schweitzer nicht viel erreichen“, stellt Erwin Rüddel fest.


Hintergrund:
In Rheinland-Pfalz fehlen immer mehr Ärzte. Bis zum Jahr 2020 werden etwa 3.400 Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxen aus Altersgründen schließen. Die Zahl der Absolventen medizinischer Studiengänge reicht schon heute nicht aus, um diese Stellen zu ersetzen. Vor dieser Entwicklung warnt Rüddel seit Jahren, aber die Landesregierung hat nichts getan, um dieser gefährlichen Tendenz entgegenzuwirken.




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Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz wird es in den kommenden sieben Jahren allein bei den Hausärzten einen Wiederbesetzungsbedarf von 1.387 Ärzten (50,8 Prozent) geben, bei den Psychotherapeuten sind es 568 Stellen (64,4 Prozent). Insgesamt wird nach Einschätzung der KV bis 2020 jeder zweite niedergelassene Arzt aus der Versorgung ausscheiden. Schon heute haben aber einige Regionen von Rheinland-Pfalz akute Probleme bei der Nachbesetzung von Arztsitzen. So sind seit 2005 in 29 Gemeinden Hausarztsitze weggefallen. In neun Gemeinden, in denen es 2005 noch eine hausärztliche Zweigpraxis gab, existierte 2012 überhaupt kein Praxissitz mehr. In 17 Gemeinden wurden alle zuvor existierenden Hausarztsitze in Zweigpraxen umgewandelt.

Auch hinsichtlich der fachärztlichen Versorgung in den ländlichen Gebieten gibt es wachsende Defizite, denen die Landesregierung bislang tatenlos gegenübersteht. Um angesichts der zunehmenden Alterung der Gesellschaft auch künftig eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe gesundheitliche Versorgung sicherzustellen, kommt es aber entscheidend darauf an, junge Medizinerinnen und Mediziner als künftige Hausärzte mit eigener Praxis auf dem Land zu gewinnen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Universitäten. Schon seit Jahren appelliert Rüddel an das Land, mehr für die ärztliche Ausbildung an den Universitäten zu tun und im Hochschulbereich bessere Voraussetzungen für die Ärzteausbildung zu schaffen. Bisher stellen die Universitäten zu sehr auf den Numerus Clausus (NC) ab. Der NC ist aber nicht der einzige Faktor, der belegt, ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht.
Das Land hätte nach Rüddels Überzeugung längst neue Auswahlverfahren erarbeiten können, um den Ansprüchen an den Arztberuf gerecht zu werden. Zudem solle eine Quote zur Förderung von Landärzten eingeführt werden, bei der sich Studienbewerber vorab verpflichten, nach ihrer Aus- und Weiterbildung, für einen bestimmten Zeitraum in unterversorgten Gebieten tätig zu werden.


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