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Nachricht vom 29.01.2014    

Ruanda AG besuchte das Land der tausend Hügel

Vom 3. bis 13. Januar waren sechs Schülerinnen und ein Schüler der Ruanda AG des Kopernikus Gymnasiums Wissen in Begleitung dreier Lehrer zu Besuch in dem zentralafrikanischen Partnerschaftsland. Neben einem Besuch der Partnerschule in Cyivugiza stand auch die Erkundung von Land und Leuten auf dem Programm und hinterließ bleibende Eindrücke.

Eine Gruppe bestehend aus sieben Schülerinnen und Schülern des Kopernikus Gymnasiums begab sich gemeinsam mit drei Lehrkräften nach Ruanda, um die Partnerschule in Cyivugiza zu besuchen. (Fotos: pr)

Wissen/Ruanda. Es waren spannende und eindrucksvolle Tage, die die Ruanda AG des Kopernikus Gymnasiums Wissen vom 3. bis 13. Januar in Ruanda verbringen konnte. Mit Lukas Markowski, Nele Wichtmann, Paulina Breiderhoff, Anna-Maria Schuran, Tanja Pracht, Janine Henn und Louisa Walkenbach hatten sich insgesamt sieben Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufen auf die Reise in das zentralafrikanische Partnerschaftsland begeben. Begleitet wurden sie dabei von Winfried Möller-Rosenbaum und Sarah Fassbender, beide Lehrkräfte am Kopernikus Gymnasium und Leiter der Ruanda AG, sowie Thomas Wasner, Lehrkraft am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf.

Von Frankfurt aus startete die Truppe mit einem Zwischenstopp in Brüssel nach Kigali, Ruandas Hauptstadt, wo es zunächst galt, erste Eindrücke von Land, Leuten und deren Leben zu erlangen.

Einen besonderen Höhepunkt stellte in jedem Fall der zweitägige Besuch der Partnerschule in Cyivugiza dar, wo die Gruppe aus Rheinland-Pfalz von den rund 1800 Schülerinnen und Schülern freundlich in Empfang genommen und im Rahmen einer großen Feier, die mehrere Stunden dauerte, offiziell begrüßt wurde. Dieser Feier wohnten neben den Schülerinnen und Schülern, auch der Schulleiter, ein höherer Militärmann sowie ein politischer Vertreter der Gemeinden, ein Mitglied des dortigen Schulelternbeirats und der örtliche Pfarrer bei. Gesang und Tanz durften natürlich ebenfalls nicht fehlen und so gaben auch die Neuankömmlinge ein Ständchen. Neben zahlreichen Reden stand ferner der Austausch von Geschenken mit der Partnerschule auf dem Begrüßungsprogramm. So hatten die Rheinland-Pfälzer T-Shirts und Bälle mitgebracht sowie Geld für die Schule, welches in den Bau einer Biogasanlage investiert werden soll.

Auch bot sich der Gruppe aus Deutschland die Möglichkeit zur Besichtigung der Schule, so der Räumlichkeiten, darunter Besonderheiten wie ein Raum für Mädchen, wo diesen in Problemfällen geholfen werden soll, sowie ein Hasenstall, der insbesondere HIV-infizierten Kindern als Aufmunterung dienen soll. Auch der einen oder anderen Unterrichtsstunde wohnte die Ruanda AG bei. Spannend waren dabei vor allem die Kommunikation und der Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern aus Deutschland und Ruanda.

In gemischten Mannschaften ging es dann ans Volleyballspiel. „Das war sehr spaßig“, so Lehrer Winfried Möller-Rosenbaum rückblickend. Dennoch behalte man auch den deprimierenden Zustand der Schule im Gedächtnis. „Man weiß nicht, wie man weiterhelfen soll“, so Möller-Rosenbaum weiter. Ziel sei es nun unter den derzeitigen Neun- und Zehntklässlern die nächste Gruppe von Schülerinnen und Schülern vorzubereiten, die im Herbst 2015 nach Ruanda reisen soll, und mit verschiedenen Lehrkräften ein Konzept zur weiteren Unterstützung der Schule auszuarbeiten. Ideen dazu seien bereits vorhanden.

Doch auch außerhalb des Schullebens in Ruanda gab es für die Gruppe aus Deutschland einiges zu entdecken. Dazu zählte unter anderem die Erkundung der Hauptstadt Kigali, wo die Gruppe die Genozid Gedenkstätte besuchte und erste Eindrücke vom Leben in Ruanda gewinnen konnte.

Im kulturellen Zentrum Ruandas, der Stadt Butare, konnte die Ruanda AG ihre Einblicke noch einmal vertiefen, stand hier doch der Besuch des ethnologischen Nationalmuseums an, wo unter anderem Kleidung und Tänze der Einheimischen beleuchtet wurden.
Auch eine Nachbildung eines Königspalastes, wie sie einst in Ruanda existiert haben, konnte die Gruppe in Augenschein nehmen und wurde somit daran erinnert, dass man sich in einem einstigen zentralafrikanischen Königreich befand.

Unter der Führung eines Landeskenners – oder besser gesagt eines Tropenwaldkenners – begab sich die Gruppe auf eine sechsstündige Wanderung durch den Nyungwe-Wald, einen tropischen Bergwald mit Regenwaldcharakter, wo ein Stück tropische Vegetation in ihrer ganzen Pracht bewundert werden konnte.

Neben dem Leben in der Schule konnte die Gruppe ferner das Treiben auf dem Markt und Gemeinschaftsarbeiten beobachten. Auch führte der Weg die Gruppe durch Flüchtlingslager, von denen eines 15000 kongolesische Flüchtlinge beherbergte. Außerdem besuchte die Gruppe eine Gehörlosenschule, der man spontan Geld für die geplante Anschaffung zweier Ziegen spendete. Diverse Stopps boten weiterhin die Möglichkeit, mit den Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen.
„Das Land ist wirklich dicht besiedelt“, beschrieb Winfried Möller-Rosenbaum, Leiter der Ruanda AG, seine Eindrücke. Das Land versuche aber entwicklungstechnisch voranzukommen, so beispielsweise in Sachen Stromversorgung. „Vieles, was angepackt wird, wird auch umgesetzt“, so Möller-Rosenbaum.

Am Kivusee, durch welchen die Grenze zwischen Ruanda und dem Kongo verläuft, machte die Gruppe ebenfalls Halt und staunte nicht schlecht über die vielen heißen Quellen, die es dort zu entdecken gab. Auch die Grenzstadt Goma, unmittelbar an der kongolesischen Grenze gelegen, wurde von der Gruppe besucht.

Auf den Spuren von Gorillaforscherin Dian Fossey begab sich die Ruanda AG in das Gebiet der Virunga-Vulkane. Im Rahmen einer mehrstündigen, geführten Wanderung ging es für die Gruppe dabei auf den Gipfel des Visoke in 3711 Metern Höhe.

Zurück in Kigali nahm Uwe Meyer vom Partnerschaftsbüro die Gruppe zu einem abschließenden Gespräch in Empfang, ehe die Ruanda AG mit sechs Schülern und drei Lehrern aus Ruanda in den östlich gelegenen Akagera-Nationalpark an der Grenze zu Tansania aufbrach, wo in der Savanne gezeltet wurde. Trotz einer leicht problematischen Kommunikation war am Ende eine enge Verbundenheit spürbar.

Finanziert wurde die Reise zum einen durch private Mittel, ferner durch Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz und Spenden, wobei letztere zu 50 Prozent an die Partnerschule in Ruanda abgetreten wurden, um dortige Projekte zu unterstützen. Durch Eigeninitiativen wie Waffel- und Bücherverkäufe hatten auch die Schüler sich darum bemüht, die Reise ein Stück weit mitzufinanzieren.

Winfried Möller-Rosenbaum bezeichnete den Aufenthalt in Ruanda als „eine sehr lange nachwirkende Reise“, bei der die Menschen im Mittelpunkt standen. Die Neugier, Offenheit und Freundlichkeit der Menschen in Ruanda sei beeindruckend gewesen, sodass es einem unvorstellbar sei, wie sich dort einst ein so grausamer Völkermord ereignen konnte. Das Land sei ein Land, „das zur Zeit enorme Entwicklungsfortschritte macht“, so Möller-Rosenbaum, „Es ist ein Land, in dem man sich aktuell auch sicher fühlen kann und in dem die Regierung wirklich vieles umsetzt.“ Dies wecke Hoffnung und Neugierde.

Mit vielen neu gewonnen Eindrücken und sicherlich tollen Erinnerungen an eine spannende Zeit in Ruanda kehrte die Gruppe schließlich nach Deutschland zurück. (bk)



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